Hallo,
hier habe ich mal wieder einen "Problemfall". Eine knapp 12 cm breite Azuritstufe, die laut Etikett von "Ueckermünde, Mecklenburg" stammt. Die Azuritkugeln sitzen hierbei auf einer Matrix aus zelligem Malachit, der auf der Stufenrückseite auch traubig ausgebildet ist. In den Hohlräumen sitzt eine Masse, die an Torf oder ähnliches erinnert. Ich vermute, dass die Stufe entweder in diesem torfartigen Material gelagert war oder das irgendwie eingeschwemmt ist.
Nun macht man sich bei dergleichen ja immer Gedanken, wie so etwas entstanden ist. Abgesehen von einer diffusen Erinnerung, dass ich mal etwas zu diesem Fundort gelesen habe (bilde ich mir zumindest ein...), stehe ich da ziemlich im Dunkeln. Als erstes kommt man bei diesem "Breitengrad" natürlich auf ein Geschiebe. Doch etwas ähnliches wäre mir a) auch aus Schweden u.a. nicht bekannt und b) wüsste ich nicht, wie so ein Stück überlebt haben sollte. Fest und stabil ist anders. Dann die "menschgemachte" Variante. Etwa ein Beizbad mit Kupfervitriollösung zur Entoxidation von Metallwerkstücken auf mehr oder weniger unbefestigtem Boden. Somit die Möglichkeit einer künstlichen Oxidations- bzw. Zementationszone, wenn die Lösung überschwappt... Allerdings ist in solchen Fällen meist auch Gips zugegen, der fehlt hier. Eine Verkittung mit Sand etc. ist auch nicht festzustellen, nur dieses locker aufliegende, leicht zu entfernende Torfzeugs. Kupferverarbeitende Betriebe könnte es dort durchaus gegeben haben, wenngleich mir gleichsam nicht bekannt.
Nach dem Etikett wurde das Stück spätestens in den ausgehenden 1950ern gefunden. Stücke mit solchen Etiketten, die ich auf Börsen gesehen habe, hatten aber meist noch wesentlich ältere Etiketten dabei, möglich also, dass die Stufe noch eher gefunden wurde. Nummer auf Stück und Etikett stimmen auch überein.
Vielleicht kennt jemand solches Material oder es fällt wem noch etwas schlaues dazu ein.
Gruß
Andreas