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Autor Thema: Asbest-Mineral - gefährlich?  (Gelesen 36213 mal)

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #15 am: 15 Aug 12, 21:54 »
Zitat aus Wikipedia :

Die Faserstäube mit einer Länge über 5 µm, einem Durchmesser unter 3 µm und einem Längen-/Durchmesserverhältnis, das größer als 3:1 ist, werden als lungengängig angesehen.

Offline Geomaxx

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #16 am: 15 Aug 12, 23:20 »
Hi,
...und dann gibts noch die Unterscheidung lungengängig / alveolargängig (d.h. was bis zu den Lungenbläschen, den Alveolen, vordringt), aber das hat nix mit deinem Mineralstüfchen zu tun:
Beim Bergen des Stüfchens war das Ganze "erdfeucht": in diesem Zustand können sich keine alveolargängigen Faserteilchen lösen
Beim Pulli denke ich mal, werden die elektrostatischen Kräfte evtl. freigesetzte Fäserchen festsetzen, beim nächsten Waschgang ist die Chose bereinigt.
Setz das Teil, wie schon beschrieben, mit Kitt in ein Klarsichtdöschen, ggf. mit Haarspray einsauen, dann passiert sowieso nix. Falls es Dir doch unheimlich ist, schmeiß wech das Zeuch (nicht in die Sandkiste des Kindergartens!!!!!!!!!!!)
P.S. Asbest lauert überall: In Bremsbelägen (Aufzüge!), Faserzementplatten auf Dächern und Fassadenverkleidungen, in Rippenheizkörpern, an Heizrohr-Flanschen, in diversen Bodenbelägen, in Elektroanlagen, in Tresoren, Brandschutztüren und anderen Brandschutztechnischen Anlagen, in Nachtspeicheröfen, unter Fensterbrettern, und und und...
Glück Auf!
GEOMAXX

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #17 am: 15 Aug 12, 23:54 »
Wenn wegschmeißen ,dann würd ich dir anbieden es Fachgerecht bei mir zu entsorgen . . .

Offline Pyrochlor

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #18 am: 16 Aug 12, 20:19 »
Lieber Mike

Damit kenne ich mich zufälligerweise etwas aus. Weil ich früher auch mal Angst vor Asbest hatte. Dann informierte ich mich mal so richtig gründlich. Ich kann dich beruhigen. Atme tief durch.

Chrysotil = Weissasbest = die Variante, welche früher im Asbestzement eingebaut zum Einsatz kam ist für die allgemeine Bevölkerung ungefährlich, auch wenn uns die Volkswirtschaften der westlichen Länder seit Jahrzehnten Angst machen wollen. Chrysotil ist nicht säureresistent und wird, vorausgesetzt die Fasern haben die richtige Grösse, um in die Tiefen der Lunge vorzudringen, dort innert wenigen Tagen von der körpereigenen Säure abgebaut. Der Blauasbest = Aktinolith (und andere ähnliche Mineralien in Faserform) ist eher gefährlich (säureresistent, viel widerstandsfähigere Fasern etc.), aber auch nur für Leute, welche den Fasern beruflich ständig ausgesetzt waren. 99% des weltweit jemals abgebauten Asbests ist Chrysotil (vor allem für Asbestzement), der kleine Rest Aktinolith etc. Chrysotil hat seinen schlechten Ruf von seinem "blauen" Brudermineral.

Chrysotil wird auch noch heute vor allem in Kanada millionentonnenweise abgebaut und millionentonnenweise in Länder und Kontinente wie Afrika, Indien und China verschippert und dort auch heute noch verbaut. Dort, in Kanada, müssen strenge Schutzmassnahmen eingehalten werden, da Chrysotil dann schon gefährlich wird, wenn seine Fasern in hohen Dosen über mehrere Jahrzehnte ständig eingeatmet werden. Aber das sind Mengen, welche dazu führen, dass die Bergbauleute abends mit einer dicken Staubschicht bedeckt sind. Und das über Jahrzehnte. Dort braucht es Schutzmassnahmen. Aber die braucht es auch, wenn man Buchenholzstaub (ist ebenfalls ein "Gefahrenstoff", hochoffiziell) oder Quarzstaub ausgesetzt ist. In deinem Fall braucht es keine Schutzmassnahmen.

Die westlichen Länder, allen voran die USA, machen seit Jahrzehnten Panik wenn es um Asbest geht. Die Einschränkung macht schon Sinn für Arbeitnehmende in Bergbau und Industrie, aber für uns ist das unerheblich. Als man in den 90ern bei uns damit begann, wie wild asbesttragende Gebäude zu sanieren und danach die Gebäude nach Restfasern in der Luft überprüft hatte, fand man heraus, dass die hohen Messwerte nicht vom Asbest in den Gebäuden kam, sondern durch den Bremsbelag von Autos (bis in die 80er enthielten auch die Bremsbeläge aller Autos Asbest). Die Asbestsanierer verdienen übrigens gutes Geld mit unserer Angst. In den meisten Fällen ist eine Sanierung übertrieben und unangebracht.

Asbest ist übrigens kein Gift, du kannst es gefahrlos verspeisen. Blauasbest, die gefährlichere Variante - wirkt ausschliesslich mechanisch im Lungengewebe (ständiger Abrieb, Entzündungen, Atemprobleme nach Jahrzehnten), aber auch nur bei den Arbeitnehmenden, welche viele Jahre sehr grossen Mengen ausgesetzt waren. Die zahlreichen Arbeiter, welche heute vom Asbest krank sind (und das ist schon eine Tragödie, ich will das nicht verharmlosen), wurden vor allem vom Blau- und Braun- (noch eine andere Variante) und nicht vom Weissasbest/Chrysotil krank.

Asbestfasern sind überall in der Luft. Einerseits als industrielle Rückstände aus den 70ern und 80ern und andererseits als natürliche Verwitterungspartikel aus Gestein.

Kurz: Asbest ist ein Gespenst. Eine surreale Angst, in den allermeisten Fällen.

Was uns umbringt, ist Alkohol (in grösseren Mengen), Zigaretten (auch in kleinen Mengen), Stress, zu wenig ausgewogene Ernährung, zu wenig Bewegung und letztlich unsere unvermeidliche Sterblichkeit.
« Letzte Änderung: 16 Aug 12, 20:41 von Pyrochlor »

Offline uwe

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #19 am: 16 Aug 12, 21:56 »
Ich habe es früher schon mal geschrieben, möchte es aber hier noch mal wiederholen:

Vor über 50 Jahren hatten wir während der Berufsausbildung auch eine Ausbildung im chemischen Labor. Zur Isolierung von hitzegängigen Laborgeräten wurde Asbestschnur verwendet. Wir haben damals diese Asbestschnur zerzupft und uns die Fussel mit einem Gummiball von der Sprühflasche gegenseitig möglichst ins Gesicht geblasen. Als wir im vorigen Jahr ein Klassentreffen zum 50 Jahr des Abschlusses durchführten, waren alle noch am Leben.

Soviel zur Gefahr von Asbestfasern.

Uwe

Offline Markus12

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Re: Asbest-Mineral - gefährlich?
« Antwort #20 am: 21 Aug 14, 15:31 »
Hallo Pyrochlor,

kannst du mir die Quelle(n) nennen, von der du deine Infos bzgl. Asbest beziehst bzw. bezogen hast.

Gruß
Markus