Vermischtes / Miscellaneous / Varios > Dies und Das / this and that

Warum immer nur Kristalle?

<< < (3/4) > >>

Alcest:
Ich denke, das Lexikon enthält alle Informationen, die nötig sind, um das Gröbste zu bestimmen.

Gerade, wenn du nur krustige Überzüge bzw. derbes Material hast, nützen dir auch Bilder von solchen Überzügen nichts - denn die Farbe ist nicht Alles. Gold, Pyrit, Pyrrhotin, Arsenopyrit, Chalkopyrit, Chalkosin seien nur in den Raum geworfen. Wenn das Lexikon mit Bildern wie dem im Anhang, oder noch amateurhafter fotografiert, voll ist, nützt das dem Bestimmer auch nicht viel.

Selbst 10x Makroaufnahmen hätten da keine Aussagekraft.

Fritzi:
Hallo seisteff,

ich kann Dich gut verstehen und sehe es genauso wie Du.

In puncto "Selbersammeln" (also fundortspezifisch) sind Bilder von nicht ganz so schönem Material auch wichtig, um sich einen Überblick über die Fundstelle verschaffen zu können.

VG
Fritzi

Axinit:
Servus,

ich schliesse mich Fritzi (und Seisteff) an. Natuerlich sind Bilder von beschaedigten oder wenig aussagekraeftigen Stufen oder Stuefchen kaum hilfreich, wenn es um die Bestimmung eines Minerals durch visuellen Vergleich geht.

Photos, die fundort-typische Ausbildungen von Mineralen oder Paragenesen zeigen, dokumentieren hingegen den Mineralbestand einer spezifischen FS und sind damit sicher nicht nur fuer den Lokalsammler von Interesse.

Auch wenn die lokalen FS oft gerade nicht die "weltbesten" Kristalle eines Minerals liefern,  ist dies kein Grund, derartige (selbstgemachte) Funde schamhaft zu verstecken.

GA

Harald

Tobi:

--- Zitat von: seisteff am 25 Sep 12, 23:05 ---Wenn ich eine Information über ein Mineral suche... Finde ich bei google mehr als wie hier, und das kann nicht sein oder!!!
--- Ende Zitat ---
Doch, kann es: Quantität ist nicht Qualität. Und in Sachen Quantität kann man der größten Datenmaschine der Welt wohl kaum das Wasser reichen. Jedoch finde ich es absolut richtig, dass der Mineralienatlas als die größte deutschsprachige Seite zum Thema Mineralien im Bereich Bilder vor allem gute Stücke abbildet. Das müssen nicht die 50.000-Dollar-Stufen von Rob Lavinsky sein, keinesfalls. Aber eine Fachseite sollte sich doch mit den möglichst idealen Produkten der Natur befassen. Was würde es bringen, ein paar zerbrochene Gesteinsbrösel zu zeigen? Das ist nicht charakteristisch und kann alles sein.

Der Mineralienatlas zeigt zu eigentlich allen Mineralien eine ausgewogene Bandbreite an Bildern, auf denen das Charakteristische der einzelnen Mineralarten gut demonstriert wird. Und die Qualität der Stücke ist dem Informationswert und Anspruch dieser Seite absolut angemessen.

Gruß
Tobi

cmd.powell:

--- Zitat von: Axinit am 26 Sep 12, 15:32 ---Photos, die fundort-typische Ausbildungen von Mineralen oder Paragenesen zeigen, dokumentieren hingegen den Mineralbestand einer spezifischen FS und sind damit sicher nicht nur fuer den Lokalsammler von Interesse.

Auch wenn die lokalen FS oft gerade nicht die "weltbesten" Kristalle eines Minerals liefern,  ist dies kein Grund, derartige (selbstgemachte) Funde schamhaft zu verstecken.

--- Ende Zitat ---

Genau deshalb gibt es hier im MA oder auch bei mindat eine Zuordnung der Bilder nach Fundort, womit das Thema auch wieder erschöpft wäre. Ist schon klar, das ich Grube Glücksrad-Azurite nicht mit Tsumeb-Azuriten vergleichen sollte ohne deprimiert zu sein, trotzdem können auch die Glücksrade Azurite sehr hübsch sein. Halb aufgelöste oder angebrochene Kristalle will ich trotzdem lieber nicht sehen, die gibt es auf der Halde noch zur genüge. Zudem liefern Bilder von sehr guten Stufen der Fundorte die besten Infos, was man dort finden könnte. Das ich im Winterberg-Bruch Calcit finden kann, ist kein Geheimniss. Nur wie groß oder ausgebildet diese sein können - möglichst in perfekter Form - macht doch erst den wahren Ansporn aus, dort selber zu suchen. Wenn ich hier nur die "Standard-3mm-Kriställchen" sehen würde, würde ich dort doch nicht hinfahren. Ein perfekter 10cm Kristall (oder eine ganze Stufe) mutiviert, auch wenn man sie (zunächst) nicht selber findet.
Das mit dem selber Finden ist doch sowieso so eine Sache: Die meisten Top-Stufen stammen von Sammlern, die geographisch nahe an dem Bruch sind und diesen entsprechend oft besuchen. Und nach ein paar Jahren Sammeltätigkeit ist auch mal die eine oder andere Topstufe (für den Fundort) dabei. Wenn man das erste Mal oder sowieso nur einmal im Leben in einen Bruch kommt, kann man kaum erwarten, dort sofort die Superkristalle zu finden. Das wäre Riesenglück und sowas vorauszusetzen ist naiv. Als Beispiel können wir gleich beim Winterberg/Harz bleiben: Ich war die letzten zehn Jahre maximal einmal pro Jahr im Bruch und hab reichlich dort rausgeschlebt. 2011 war ein gutes Jahr für den Winterberg und ich weiß gar nicht, wie oft ich dort war. Ich habe praktisch alle Stücke, die ich vorher dort gefunden habe, entsorgt. Und im Vergleich zu den Stücken, die ich letzten Jahr bei einem Harzer Sammler sehen durfte (Sammelt seit 40 Jahren Winterberg), hab ich immernoch nur Schrott in meiner Sammlung ! Also: Ausdauer und nicht entmutigen lassen. Normalerweise benötigt man mindestens ein bis zwei Besuche, um überhaupt die geologischen Gegebenheiten und die höffigen Regionen in einem Bruch abschätzen zu können. Viele rennen blind in einen Bruch rein, gehen dort hin, wo schon welche sind und gucken nicht links und nicht rechts. Erstmal ruhig umschaun, den einen oder anderen Stein in Ruhe betrachten, schaun wo es vielleicht Störungen oder Klüfte gibt und dann erst loslegen.
Achso: Und ein bisserl arbeiten muß man gelegentlich auch für sein Glück  ;) Ich kenne so manchen Experten, der immer nur am rumjammern ist, aber nach drei Hammerschlägen schon keine Lust mehr hat; solchen Leuten ist nicht mehr zu helfen...

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln