Hallo,
Richtig: Antiperthit iist Entmischung von Kalifeldspat aus Plagioklas.
Nur: Das mit der Mischungslücke ist viel komplizierter. Diese ist ja abhängig von Druck und Temperatur. Bei steigender Temperatur wird sie kleiner, so dass da auch Mischkristalle möglich sind, die bei Raumtemperatur nicht möglich wären. Wie sich ein solcher Mischkristall weiter entwickelt hängt auch von der Kinetik ab (Stichpunkte Diffusion(-srate), Keimbildungsarbeit, Wachstumsraten, Gitterverschiebungen etc.). Das Problem: Bei hoher Temperatur haben wir einen ungeordneten Kristall, in dem Ca, Na, Al, Si, K auf beliebigen, aber zur jeweiligen Ionenart passenden Gitterplätzen zu liegen kommen und auch der Austausch relativ frei ist (hohe Diffusionsrate). Bei der Abkühlung wird zunächst das Kalium für das Gitter inkompatibel. Wie sehr sich das Kalium nun in bestimmten Bereichen anreichert (Kalifeldspat-Entmischungen) hängt entscheidend von der Diffusionsrate im Vergleich zur Abkühlung ab. Wenn der Kristall rascher abkühlt als die Diffusion Kalium herbeiführen kann, bleiben die Entmischungen klein, wenn hingegen die Diffusion schneller ist als die Abkühlung entstehen u.U. sogar makroskopisch sichtbare Entmischungen (z.B. in manchen Pegmatiten und Graniten).
Auch bei der Ordnung von Ca und Na (oder auch K) auf der einen und Al und Si auf der anderen Seite ist die Temperatur entscheidend. Bei tieferer Temperatur ist die Besetzung geordnet, bei höherer statistisch. Das unterscheidet z.B. Sanidin, Orthoklas und Mikroklin voneinander.
Glück Auf!
Smoeller