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Autor Thema: Bergbaugebiet Gottesberg / Cassiterit + Alunitfamilie  (Gelesen 6797 mal)

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Offline uwe

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An alle Vogtlandkenner - insbesondere user Topas ist gefragt.

Obwohl ich neulich relativ erfolglos an der Fundstelle Grumetstock war habe ich dennoch ein Stück mit Turmalinfilz aufgelesen. Beim späteren Untersuchen fand ich zwischen den tief-dunkelgrünen Nädelchen kleine braunorange Kristalle. Dabei handelt es sich nicht um Limonit, denn die Kriställchen sind durchscheinend. Sphalerit ist vom Grumetstock nicht beschrieben. Ist dort welcher gefunden worden? Ansonsten würde mir nur noch Jarosit einfallen. Wem ist so etwas schon mal in die Hände gekommen ?

Gruß
Uwe
« Letzte Änderung: 12 Mar 16, 00:35 von oliverOliver »

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #1 am: 02 Mar 08, 17:50 »
Ein Mineral der Crandallitgruppe? Ist die Kristallform pseudowürflig?

Offline uwe

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #2 am: 02 Mar 08, 18:43 »
@Uwe: Die Kristalle sehen bei starker Vergrößerung tatsächlich wie etwas trapezförmig verschobene Würfel aus (evtl. tetragonal ?). Die Kristallform ähneln tatsächlich den roten Crandaliten der nahen Schneckensteinbrekzie. Allerdings haben Sphalerit und Jarosit eine ähnliche Kristallform. Ich habe noch mal den Artikel im Lapis studiert. Es könnten natürlich auch winzige Kassiterite oder durch Limonit braun gefärbte Quarze sein.

Gruß
Uwe

Offline uwe

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #3 am: 03 Mar 08, 21:10 »
Mir ist ein hinlänglich aussagefähiges Foto der oben erwähnten kleinen brauorangen Kristalle gelungen (siehe Bild).

Habt Ihr eine Idee ?

Gruß
Uwe

Offline smoeller

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #4 am: 03 Mar 08, 21:26 »
Hallo,

Könnte durchaus was aus der Crandallitgruppe sein. Farbe und Kristallform passen. Eine genaue Bestimmung ist nur per XRD und EDX möglich. Dabei dient die XRD der Bestimmung der Mineralgruppe (ob es überhaupt ein Crandallitmineral ist) und die EDX der Bestimmung der chemischen Zusammensetzung. Da es sich möglicherweise um einen Erstfund von der Fundstelle handelt, sollte die Analytik gemacht werden.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #5 am: 04 Mar 08, 08:43 »
@Sebastian:

Kennst Du eine Stelle, wo die Analyse gemacht werden kann ?

Uwe

Offline smoeller

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #6 am: 04 Mar 08, 09:54 »
Hallo,

An jeder Uni könnte theoretisch so etwas geacht werden.

Frag doch den Stollentroll oder den Uwe Kolitsch mal, die haben Erfahrung mit solchen Bestimmungen und können dir da weiterhelfen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #7 am: 05 Mar 08, 20:17 »
Ich kann eine Analyse machen - beschäftige mich schon seit Jahrzehnten mit der Crandallitgruppe/Alunitfamilie.
Schick mir PM (kann aber wahrscheinlich erst nächsten Dienstag zurückschreiben).

Offline geomueller

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #8 am: 25 Apr 11, 17:01 »
Hallo Uwe's ;)
ist es zu dieser Analyse gekommen, wenn ja, wie war das Ergebnis?
Gruß Jürgen

Offline uwe

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #9 am: 26 Apr 11, 16:59 »
Das Probestück liegt noch in Wien in der Warteschleife für die letzte noch ausstehende Untersuchung. Uwe Kolitsch hat mir aber versichert, daß er das Probestück noch nicht vergessen hat. Es handelt sich vermutlich um ein Mineral der Crandalitgruppe. Also warten wir noch etwas.

Gruß
Uwe

Offline geomueller

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #10 am: 26 Apr 11, 19:40 »
Hallo Uwe's ;)
bin schon gespannt auf die Analyse, denn auf einem meiner Stücke vom Grummetstock sind ebenfalls solche XX wie sie Uwe beschreibt!

Gruß Jürgen

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #11 am: 28 Nov 12, 15:53 »
Analysen sind jetzt endlich fertig abgeschlossen.
Die braunorangen, körnigen xx waren Cassiterit (mit dünnem Fe-oxidischem Überzug), während sehr seltene orangerote, dicktafelige xx extrem zonar waren und durch sehr viele Analysenpunkte (REM-EDS) an Kristalloberflächen und frischen Bruchflächen insgesamt fünf verschiedene Glieder der Alunitfamilie nachgewiesen werden konnten.
Die Zugehörigkeit zur Alunitfamilie wurde auch mit SXRD bestätigt.

Auf einem Cassiteritkorn saß außerdem ein sechstes Glied der Alunitfamilie in Form winziger (max. ~5 Mikron) xx.


Uwe: alle Details in Email (Entscheidung, was mit den Daten gemacht wird, bleibt dir überlassen).

Offline Topas

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Re: Bergbaugebiet Gottesberg
« Antwort #12 am: 28 Nov 12, 20:54 »
Glück Auf Uwe

Sorry das ich Dir darauf erst nach über 4 Jahren antworte. Deine Frage fiel genau in meinen Umzug nach Norwegen ,so das ich das garnicht geschnallt hab. Auch hatte ich später dann erst nach 2 Monaten wieder Internet,da war deine Frage schon in den Weiten des Atlas verschwunden. Mir ist solches Material (bewußt) leider noch nicht unter gekommen ,so das ich dazu keinerlei Aussage machen kann. Aber jetzt biste ja schlauer.Ist aber auf jeden Fall sehr interessant.

Glück Auf

Topas

 

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