https://edelsteintage-bremen.dehttps://www.geolitho.eu/finanziell-unterstuetzen/https://www.juwelo.de

Autor Thema: Quarz-Alkalifeldspatsyenit  (Gelesen 3183 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Sprotte

  • ***
  • Beiträge: 328
Quarz-Alkalifeldspatsyenit
« am: 07 Jan 13, 21:17 »
Guten Abend,

dieses kleine Geschiebe (Abmessungen: 3,5 cm x 3,5 cm x 1,5 cm, Fundort: nördlich von Berlin) eines Quarz-Alkalifeldspatsyenit weist keinerlei Hinweise auf eine tektonische Beeinflussung auf, was auf eine anorogene Entstehung hinweist (wo gibt es ähnliche Gesteine im Anstehenden in Fennoskandia?).

Beschreibung: Auf der einen Seite des Geschiebes dominieren ca. 10 mm lange und ca. 2 mm dicke, idiomorphe, schwarze Amphibol-Kristalle mit sechseckigem Querschnitt, die von bis etwas 1 cm großen, ungleichmäßig schlierig rötlich bis gelblich gefärbten Orthoklas-Kristallen umwachsen sind. Das Gefüge auf der anderen Seite des Geschiebes ist deutlich feiner mit gedrungenen Amphibol-Kristallen, die mit Orthoklas, wenig Plagioklas und etwas Quarz verzahnt sind.

Viele Grüße
Sprotte

Offline Jörg

  • *****
  • Beiträge: 669
  • Machmal kommen sie auch von oben
    • Homepage
Re: Quarz-Alkalifeldspatsyenit
« Antwort #1 am: 08 Jan 13, 21:02 »
Hallo Sprotte,

bei dem hier würde ich auf eine Variante von Amphibol-Porphyroblastischem Gneis tippen.
Ich denke, dass was anderes ausscheidet.

Glück Auf!
Jörg

Offline Sprotte

  • ***
  • Beiträge: 328
Re: Quarz-Alkalifeldspatsyenit
« Antwort #2 am: 10 Jan 13, 18:40 »
Hallo Jörg,

genau, an Amphibol-Porphyroblastischen Gneis hatte ich zu allererst auch gedacht. Wie ich jedoch an selbst gefundenen Stücken und den Stücken, die du mir geschickt hattest, erkennen konnte, ist das Gefüge bei diesem Gneis zwischen den Amphibol-Kristallen sehr feinkörning mit Korngrößen der Feldspat- und Quarzkristalle, die den sub-mm-Bereich im Allgemeinen nicht überschreiten. Außerdem sind deutliche Deformationsstrukturen zu erkennen. Das ist bei dem hier vorgestellten Stück nicht der Fall. Die Korngröße der Nichtamphibolkristalle (leider sind viele Korngrenzen auf den Aufnahmen kaum erkennbar) beträgt etwa 2-10 mm, Deformationsstrukturen sind nicht vorhanden. Die meisten Amphibolkristalle sind nicht säulig sondern gedrungen. Feldspatkristalle haben teilweise die säulenförmigen Amphibolkristalle umwachsen. Ich denke, dass alle diese Merkmale auf eine magmatische Entstehung hinweisen.

Viele Grüße
Sprotte

Offline Jörg

  • *****
  • Beiträge: 669
  • Machmal kommen sie auch von oben
    • Homepage
Re: Quarz-Alkalifeldspatsyenit
« Antwort #3 am: 10 Jan 13, 20:09 »
Hallo Sprotte,

kann sein dass ich damit falsch liege, aber wäre nicht auch eine beginnende metasomatische Überprägung im Bereich des Möglichen?
Sieht für mich aus, als wenn das Edukt ein Amphibol-Porphyroblastischer Gneis war, der etwas hydrothermal umgewandelt wurde.
Irgendwie sehen die Mafite an den Rändern z.T. aufgeschmolzen aus.
Für eine sekundäre Mineralbildung innerhalb Metasomatose könnten auch die auf dem Foto grüngelben Minerale stehen.
Weiß nicht ob ich damit richtig liege, erweckt für mich jedenfalls so den Eindruck.

Glück Auf!
Jörg

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.368
  • Diplom-Mineraloge
Re: Quarz-Alkalifeldspatsyenit
« Antwort #4 am: 11 Jan 13, 11:22 »
Hallo,

Ich würde es für einen Teil einer migmatitischen (anatektischen) Schmelzader in einem Metamorphit (Amphibolit oder Amphibol-Gneis) halten. Am Rand ist die Korngröße viel geringer als i der Mitte und der Amphibolanteil höher. Das spricht für eine Trennung zweier "Phasen", einer Art Schmelze und den reliktischen Amphibolen. Solche Adern (auch mit Epidot) kenne ich u.a. aus Amphiboliten in den Alpen. Auch an der Ostseeküste hab ich das schon beobachtet.

Glück Auf!
Smoeller

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge