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Autor Thema: Metasomatit ("Helsinkit")  (Gelesen 3800 mal)

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Offline Sprotte

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Metasomatit ("Helsinkit")
« am: 29 Nov 12, 20:00 »
Guten Abend,

da aus der Umgebung von Helsinki ähnliche metasomatische feldspatreiche Gesteine (überwiegend mit braunem, seltener mit grünem Epidot) wie das gezeigte Geschiebe (Fundort: Nordwestmecklenburg, Breite: 5,5 cm) bekannt sind, werden diese auch als Helsinkit bezeichnet. Da allerdings entsprechende Gesteine – dann zumeist ausschließlich mit grünem Epidot – auch aus Schweden bekannt sind, wird in der Geschiebekunde die Eignung von Helsinkit (im weiteren Sinne) als Leitgeschiebe kontrovers diskutiert.

Viele Grüße
Sprotte

Beschreibung: Das Gestein besteht überwiegend aus trüben, milchigweißen und durch Hämatit rötlich gefärbten, bis 2 cm großen Feldspäten, die durch Gebirgsdruck zerbrochen und gerissen sind. Die Feldspäte sind teils unverzwillingt, teils polysynthetisch verzwillingt. Zwischen den Feldspäten befindet sich grüner und durch Hämatit rotbraun gefärbter Epidot, auch entlang der Korngrenzen und die Risse kittend. Insgesamt ein recht bröckeliges Gestein mit sehr rauen Bruchflächen.
« Letzte Änderung: 30 Nov 12, 09:44 von Sprotte »

Offline Jörg

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Re: Metasomatit ("Helsinkit")
« Antwort #1 am: 30 Nov 12, 14:44 »
Hallo Sprotte,

ja, bröckelig ist ein typisches Kriterium für einen Helsinkit.
Wie Du selbst schriebst, ist das mit der Eignung als Leitgeschiebe so eine Sache, besonders bei Vorhandensein von grünem Epidot.
Allerdings beinhaltet Dein Fund auch braunen Epidot, was zur norwegischen Variante tendiert.
Als Helsinkit würde ich den Fund jedenfalls auch ansprechen, allerdings ohne eine Herkunft zu benennen.
Schöner Fund!

Glück Auf!
Jörg

Offline Sprotte

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Re: Metasomatit ("Helsinkit")
« Antwort #2 am: 19 Feb 13, 20:22 »
Guten Abend,

das vorliegende Geschiebe (Fundort: Nordwestmecklenburg, Breite: 7,5 cm), ein sehr bröckeliges Gestein mit ausgesprochen rauen Bruchflächen, besteht neben wenigen, einige Millimeter großen Butzen dunkler Minerale ausschließlich aus im frischen Bruch milchweißem und trübem Feldspat und Hämatit imprägniertem Epidot. Kein Quarz. Der Epidot füllt dabei Risse und Hohlräume in der durch Gebirgsdruck zerbrochenen Feldspatmasse aus. Entsprechend Angaben in der Literatur soll es sich zumindest bei einem Teil der Feldspäte um Albit handeln (Nachweis polysynthetischer Verzwillingung auf einigen Spaltflächen und allen freien Kristalloberflächen in ehemaligen Hohlräumen).

Derartige (albitreiche und quarzarme/quarzfreie) helle Gesteine (mit braunem Epidot) wie das vorliegende (ein petrografisch identisches Gestein ist unter Nr. 51 in [1] abgebildet) werden anstehend in Fennoskandia außerhalb Finnlands nicht angetroffen und können daher als (seltene bis sehr seltene) Leitgeschiebe ("Finnischer" Helsinkit) betrachtet werden [1,2,3].

Viele Grüße
Sprotte

Literatur:

[1] J. G. Zandstra: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten. Backhuys, Leiden (1999)
[2] J. G. Zandstra: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten. Brill, Leiden (1988)
[3] http://www.kijkeensomlaag.nl/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=287&Itemid=379
« Letzte Änderung: 19 Feb 13, 20:32 von Sprotte »

Offline rene008

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Re: Metasomatit ("Helsinkit")
« Antwort #3 am: 06 Mar 13, 21:10 »
Würde dieser hier auch in diese Richtung gehen?
Eine graue Masse mit wohl Quarzteilchen die bis zu 5mm groß sind

Danke René

Offline Jörg

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Re: Metasomatit ("Helsinkit")
« Antwort #4 am: 07 Mar 13, 19:10 »
Hallo René,

kannst Du noch eine Angabe zum Fundort machen?
Wenn es innerhalb der glazialen Verbreitungsgrenzen geborgen wurde, könnte ein Quarzkonglomerat aus dem Skagerrak sehr gut passen.
Die Bruchstücke sehen oft deutlich breziiert aus.
Stammen aus der gleichen Ecke wie die Feuersteinkonglomerate.

Glück Auf!
Jörg 

Offline Sprotte

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Re: Metasomatit ("Helsinkit")
« Antwort #5 am: 08 Mar 13, 14:11 »
Sieht - wie schon gesagt - wie ein Quarzkonglomerat aus, bei dem allerdings durch Gebirgsdruck ein Teil des Quarzes zu einer feinkörnigen Masse zerlegt wurde. Anzeichen einer Metasomatose kann ich jedoch nicht erkennen, weshalb es auch kein Helsinkit o.ä. ist.

Viele Grüße
Sprotte

 

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