Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Zeugen des Bergbaus / evidence of mining
Kaolin Tagebau in Monsheim Rheinland-Pfalz
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Sebastianit:
Hallo,
in diesem Sommer unternahmen wir ein Ausflug mit der Familie nach Monsheim in der sonnigen Pfalz. Mein Vater wollte mir dort eine Stelle in einem Weinberg zeigen, an dem Sand abgebaut wird.
Interessant war, das der Sand schneeweiß war. Der Pfälzer-Wald ist nicht fern und dort ist der Sandstein rötlich, doch hier ganz untypisch. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es in Monsheim früher einen Tagebau gegeben hat. Es wurde Kaolin gefördert. Das erklärt nun die weiße Farbe. Kennt jemand Quellen darüber? Wie enstand der Kaolin dort? Handelt es sich um ein primäres oder sekundäres Vorkommen? Wie gelangen die Massen von Sand dorthin? Kein Fluss weit und breit...
Gruß
Sebastian
Gerdchen:
Hallo Sebastian,
der Kaolin wurde durch die Sand- und Tonwerke Kriegsheim GmbH (Sandgrube Schiffer & Kircher) abgebaut. Es handelt sich dort um kaolinhaltigen Quarzsand oberpliozänen Alters mit einem ca.15% igen Kaolingehalt (Weißes Pliozän). Das Material stammt vom Buntsandstein der Haardt und ist als fluvio-lakustrische Bildung in einem Senkungstrog abgelagert worden.
Der Kaolingehalt des urspünglichen Sediments erklärt sich durch eine gleichmäßige Verteilung von Feldspat, der durch oberflächennahe Verwitterung umgewandelt wurde.
Aus dem kaolinhaltigen Material wurde ein Glassand mit 99,6% SiO2 gweonnen und wurde in Porzellan-, Wandplatten- und Steingutfabriken verarbeitet.
Bei Grünstadt kommen ebenfalls kaolinige Sande, die dortigen Klebsande, vor. Auch aus ihnen kann Kaolin geschlämmt werden.
Gruß
Gerdchen
Sebastianit:
Vielen Dank Gerd für die super schnelle und kompetente Antwort. 8)
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