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Autor Thema: Auch Sinterbildung ?  (Gelesen 2450 mal)

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Offline Daachhex

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Auch Sinterbildung ?
« am: 15 Jan 13, 16:22 »
Habe einen Stein von der "Neuen Hoffnung in Wilnsdorf" zertrümmert. Sah von außen nach nichts aus, war nur ein kleines Loch drin. Er ist in 3 Teile zerfallen. Mich interessiert, ob die glänzend-grünlich-weiße Fläche auch eine Sinterbildung ist. Diese Druse ist ca. 1 cm x 0,8 cm und bestimmt auch 0,8 cm. tief und damit ausgekleidet. Aus der zweiten kleinen Druse die weißen etwas kugeligen Stücke sind sicher aus demselben Material, glänzen nur nicht.  Der schwarz-graue Bereich vom 4. Bild, kann das Arsenopyrit sein ? Das stinkt so fürchterlich, daß ich die Stücke erst mal in den Flur bringen mußte. Das Schwarze ist sehr krümelig und macht einen schwarz-grauen Strich. Auf der Neuen Hoffnung gab es Arsenopyrit [/img][/img][/img][/img] Die weißen ? Quarzkristalle ? auf dem dritten Bild sind wie beim Obst-Tortenboden mit hauchdünner klarer Glasur überzogen, sieht jedenfalls so aus.
Kann mir da jemand weiterhelfen ?
« Letzte Änderung: 15 Jan 13, 16:54 von Daachhex »

Offline Haspelknecht

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Re: Auch Sinterbildung ?
« Antwort #1 am: 16 Jan 13, 12:27 »
Auch wenn die Bilder schwer zu deuten sind, sieht das für mich nach einem gerösteten Gangstück aus. Hier und da findet man auf den Halden Material, dass in Röstöfen erhitzt worden ist. Dadurch wird der Quarz bröselig und milchig weiß, der Siderit schwarz und ebenfalls sehr locker und bröselig (wird in Magnetit umgewandelt). Dieses Zeug riecht dann mitunter auch seltsam. In diesem Material können auch Reste von Bleiglanz, Zinkblende und Kupferkies eingeschlossen sein. Weiße oder grünlichweiße Krusten könnten somit aus Hydrozinkit bestehen. Ebenfalls möglich ist Aragonit. Da diese Mineralien auf den Halden entstehen, könnte man sie durchaus als Sinterbildung bezeichnen.
Arsenkies ist jedenfalls auszuschließen. Den gab es im Siegerland nur in geringen Mengen. Fast alles, was als Arsenkies bezeichnet wird, ist Alloklas, Cobaltin oder Glaukodot - also ein kobalthaltiges Erz. Von Neue Hoffnung sind mir diese in nennenswerten Mengen nicht bekannt.

Offline Daachhex

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Re: Auch Sinterbildung ?
« Antwort #2 am: 17 Jan 13, 15:51 »
Danke, Haspelknecht, habe überhaupt nicht an so etwas gedacht, hätte ja nur mal einen Magneten dran halten müssen, der klebt nämlich fest daran.
Werde mal über alle meine "Schätze" mit dem Magnet drübergehen, ob nicht noch ein faules Ei dabei ist.

Offline Haspelknecht

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Re: Auch Sinterbildung ?
« Antwort #3 am: 18 Jan 13, 08:25 »
So "faul" müssen diese "Eier" nicht sein. Hier und da können darin tatsächlich mal ganz hübsche und seltene Mikro-Minerale vorkommen - z.B. Schulenbergit, Ramsbeckit und Leadhillit auf ebensolchem Material von Grube Wildermann in Müsen oder größere Kupfer-Bäumchen in Gosenbach. Man muss diese Mineralien allerdings als nicht ganz natürliche Schlacken-Mineralien einstufen. Allerdings findet man sehr ähnliches Material auch auf der Halde der Grube Grüne Au (Schutzbach), hier offenbar entstanden aus dem Kontakt des Erzgangs mit einem Basaltgang und der daraus erfolgten Erhitzung des Gesteins. Hier sind ebenfalls sehr schöne Mineralien entstanden. Ein Beispiel - wunderbare Posnjakit-Kristalle - sind jüngst in dem neuen Buch "Siegerland & Westerwald" (Bode-Verlag) abgebildet worden, in dem auch viele aktuelle Mineralienlisten zu den wichtigsten Siegerländer Fundstellen enthalten sind.

 

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