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Autor Thema: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?  (Gelesen 11398 mal)

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Offline Sebastian

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #15 am: 05 Jan 13, 14:15 »
Hallo,
Man braucht sich nur anzusehen was mit dem Beton des Tschernobyl-Sarkophag los ist...

Was denn?
Ich bin auch der Meinung einfach irgendwo verbuddeln wo wir jetzt denken das es sicher ist bringt nichts,
die Erde ist einfach zu unberechenbar. Ürde es tatsächlich so einfach sein hätte man das schon getan irgendwo
in Afrika. Auch solche Ideen wie in den Weltraum schiessen sind 1. zu aufwändig und teuer, 2. zu gefährlich.
Ich habe auch so sinnige Vorschläge gehört wie in einen Vulkan schmeißen...

Anderes Thema:

Wie findet Ihr dieses Rumgesuche nach einem atomarem Endlager? Sind die Wissenschaftler tatsächlich noch nicht so weit, dass die nicht wissen, welche Geologie geeignet ist oder geht es hier nur um "Gelder an Gutachter geben" und drum darf es nie feststehen?


Hier wieder Verschwörungstheorien einzubringen ohne Hintergrundinformationen ist auch nicht das was uns weiterbringt. Mein Vorschlag ist, erstmal sich zu Informieren und dann offene Fragen zu klären als mit solchen Aussagen daherzukommen. Es ist klar das das ein Reizthema ist, aber erstmal selber eine Eigene Meinung bilden und nicht nur das wiederholen was egal wer gesagt hat.
Gruss Sebastian

Offline Alcest

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #16 am: 05 Jan 13, 14:21 »
Man braucht sich nur anzusehen was mit dem Beton des Tschernobyl-Sarkophag los ist...

Hallo,

ohne jetzt speziell um den Zustand dieses zu wissen: Kann das als Vergleichsbeispiel für die Endlagerung von "abgebranntem" Kernbrennstoff überhaupt herangezogen werden? Meines Wissens sind die wirklich schlimmen Übeltäter in Tschernobyl die Spalt- und nicht die Zerfallsprodukte vom U-235 gewesen. Co-60, Sr-137 und Iod-??.

Quer durch die Umwelt geblasenes Uran ist auch nicht schön - jedoch sind diese künstlichen Nuklide mit ihrer extrem kurzen Halbwertszeit um eines fieser.

Offline Sebastian

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #17 am: 05 Jan 13, 14:37 »
Die sind aber ja auch das Problem bei unserem Müll.
Denn bei der Spaltung entsteht ja was?
Wir reden ja über den hochradioaktiven Müll, die anderen sind ja nicht so schlimm
als das man kein Lager finden würde.
« Letzte Änderung: 05 Jan 13, 14:48 von Sebastian »

Offline Alcest

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #18 am: 05 Jan 13, 15:23 »
Was wolltest du mir damit mitteilen? Ich verstehe leider nur Bahnhof.

Offline Sebastian

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #19 am: 05 Jan 13, 15:40 »

Meines Wissens sind die wirklich schlimmen Übeltäter in Tschernobyl die Spalt- und nicht die Zerfallsprodukte vom U-235 gewesen. Co-60, Sr-137 und Iod-??.

jedoch sind diese künstlichen Nuklide mit ihrer extrem kurzen Halbwertszeit um eines fieser.

Diese Spaltprodukte sind auch das Problem bei uns und nicht nur in Tschernobyl vertreten.
Verständlicher geworden was ich ausdrücken wollte? Das mit den hochradioaktiven Müll hab ich als kleinen
Zusatz beigefügt.
Gruss

Offline Alcest

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #20 am: 05 Jan 13, 16:11 »
Schon. Die sind doch aber nach ein paar Jahren weg? Das I hat eine HWZ von knapp einer Woche, Sr und Cs 30 Jahre. Kein Material, was die Umwelt Millionen von Jahre belasten würde.

Offline Sebastian

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #21 am: 05 Jan 13, 16:16 »
Radioaktive Abfälle aber sind nur in den seltensten Fällen isotopenrein. In aller Regel enthalten sie Mischungen verschiedenster Nuklide mit sehr unterschiedlichen Halbwertszeiten. Dadurch wird das exponentielle Abklingen außer Kraft gesetzt. Beispielsweise enthält der Werkstoff Aluminium außer dem chemischen Element Aluminium stets auch Beimischungen von Kupfer und Zink und Spuren von Nickel und Cobalt. Alle diese Elemente aktivieren sich durch Neutroneneinfang, wenn der Werkstoff in einem Reaktor eingesetzt wird. Nach dem Ende der Neutronenbestrahlung dominiert zunächst die zuvor erwähnte kurzlebige Radioaktivität des Aluminiums. Nach zehn Minuten aber sinkt die Gesamtaktivität nicht exponentiell weiter, sondern es tritt die langlebigere Aktivität des aktivierten 64Cu in den Vordergrund. Nach zwei Wochen ist auch das 64Cu so gut wie weg, nun aber zeigt sich die noch langlebigere Aktivität von 65Zn mit einer Halbwertszeit von 244 Tagen. Es kann deshalb sein, dass man das Werkstück viele Jahre lang sicher verwahren muss, bevor die Gesamtaktivität vernachlässigbar ist.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfall#Anfallende_und_angefallene_Mengen
Gruss Sebastian
(das meinte ich auch mit informieren  ;D)

Offline Alcest

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #22 am: 05 Jan 13, 16:47 »
Natürlich verfälschen "Mischungen" diese Milchmädchenrechnungen. Trotzdem gibt es diese dominierenden Nuklide wie Co-60, die Rückschlüsse zulassen. In der Uni hatte ich mal reine Proben mit den bekannten Isotopen von Cs, Sr, Co, Am und I, die Anfang der 90er "gebaut" wurden. Bei diesen konnte nach diesen 20 Jahren kaum noch Zerfälle gemessen werden. Das waren insgesamt rund 25 Proben, von denen vielleicht 3-4 für eine Gammaspektroskopie getaugt haben.

Auch wurde dort Silber mit Neutronen beschossen. Die Aktivität war anfangs sehr hoch, nach 5 Minuten war Ruhe. Sicherlich sind die Mengen im Endlagerungsbereich einige Größenordnungen höher. Doch ob dieses "Verseucht für alle Ewigkeit" passt, wage ich zu bezweifeln.

Das driftet vom ursprünglichen Thema aber ab. Dazu denke ich, ist das Gestein zweitrangig. Überlegungen, welches Gestein geeigneter wäre, sind meiner Ansicht nach einfach in dem Sparwillen der Politik zu suchen. Ich bezweifle, dass es technisch nicht möglich ist, den ganzen Kram sicher in dichte, unterirdische Kammern zu bringen. Wenn eine solche Kammer dicht ist, interessiert das den Bims obendrüber nicht. Nur bezahlen will für Müll natürlich niemand. Genauso wenig wie für Hochschulbildung oder Aufklärung über Radioaktivität, die über den 5-Minuten Tschernobyl-Kurzfilm hinausgeht.


Offline ElDjem

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #23 am: 05 Jan 13, 19:35 »
Stand Januar 2013 nach über 50 Jahren: zivile Nutzung der Atomkraft

"ich weiss, dass die Wissenschaft nix weiss" - mal provokativ zusammengefasst.

Wieviel atomarer Müll fällt jeden Tag auf Planet Erde an? Danke für den Blick in die Zukunft.

Und wie soll das jetzt weiterlaufen? Dass der Geigerzähler im Handy Pflicht ist oder? Damit ich sofort gewarnt bin - falls ich an einem strahlenden Müll vorbei laufe. Kurzzeit bestrahlt mache ja nix. So alt werden wir nicht - wo sich das auswirken würde.

Bin echt schockiert - dass die Experten die 5 Möglichkeiten auf Erde nicht einfach auf einer Karte markieren können -obwohl jeder weiss - dass es nur so viele sind, sondern sich die Atomwissenschaftler weiterhin nur - in meinen Augen - bewusst nicht einigen - weil dann keine Forschungsgelder mehr fliessen würden.

Also nochmal: WO in Deutschland soll der Atommüll hin? Nähe Wertingen? da sind Tonlagerstätten?

Offline berthold

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #24 am: 05 Jan 13, 19:53 »
Hallo,

und was ist z.B. mit Plutonium? In einem Leichtwasserreaktor mit 1300 MW elektrischer Leistung entstehen jährlich ca. 313 kg Plutonium. Davon sind 176 kg Pu-239, 74 kg Pu-240, 46 kg Pu-241 und 17 kg Pu-242. Soweit man daraus keine neuen Brennstäbe macht (Wiederaufbereitung - entsprechend Atomgesetz § 9 a Abs. 1 seit 2005 für deutsche Brennelemente verboten) bleibt nur die Endlagerung. Die Halbwertszeit von Pu-239  ist  24.110 Jahre.

Zitat
Dazu denke ich, ist das Gestein zweitrangig.
Ganz im Gegenteil, das ist für einen langfristigen Abschluss von der Biosphäre ist das der entscheidende Faktor.

Wo in Deutschland ein Endlager gebaut wird ist eine politische Entscheidung, nicht eine Entscheidung von Geologen. Die Forscher (in diesem Fall die BGR) beraten die Bundesregierung, sammeln Fakten und geben ihre Einschätzung in Studien weiter. Wie sich das darstellt vermittelt z.B. die Kristallinstudie:  http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Endlagerung/Downloads/Schriften/3_Wirtsgesteine_Salz_Ton_Granit/BGR_kristallinstudie.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Gruß
Berthold

Offline ElDjem

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #25 am: 05 Jan 13, 21:01 »
Hallo Berthold und danke für den Link zum Bund - Stand 1994:

Punkt 2.4 sagt:
"Der Endlagerstandort sollte in einer geologisch stabilen Kristallinregion ausserhalb einer potentiell aktiven Störungszone liegen"


Also Thema 1 ist die GEOLOGIE!! Also zuerst mal IHR!!

Und Vogtland scheidet dann bekanntlich aus - weil dort die volle Tektonik ist und ja laufend - zwar noch nur Mini-Beben - aber das hält keine 24.110 Jahre Halbwertszeit ohne was Grösseres dort.

eine "geologisch stabile Kristallinregion" - d.h. MeckPomm ist ausgeschieden. z.B.

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #26 am: 05 Jan 13, 21:34 »
ElDjem:
Selten so konfuse, uninformierte und teils falsche Aussagen gelesen - tut mir leid!

"  "ich weiss, dass die Wissenschaft nix weiss" - mal provokativ zusammengefasst."
????

"(...) sondern sich die Atomwissenschaftler weiterhin nur - in meinen Augen - bewusst nicht einigen - weil dann keine Forschungsgelder mehr fliessen würden."

Die Aufgabe von Yucca Mountain als Endlagerort in den USA z.B. und das ganze, teils Jahrzehnte-lange Hin-und-Her in anderen Ländern sind rein POLITISCHE Entscheidungen!


Uwe Kolitsch (habe mich für Vorlesungen intensiv mit der Endlagerungs- und Immobilisierungsproblematik befasst)



Offline limestone

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #27 am: 05 Jan 13, 21:40 »
Hallo,
hier scheint ja sogut wie jeder seine Meinung beigetragen zu haben.
Ich sag nur soviel dazu, dass ich froh bin, dass das Vogtland ausscheidet.
Den Rest der Endlagerstätten kann ich eh nicht beeinflussen, wie die meisten hier auch.
Glück Auf
Ralf

Offline Alcest

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #28 am: 05 Jan 13, 21:53 »
Ganz im Gegenteil, das ist für einen langfristigen Abschluss von der Biosphäre ist das der entscheidende Faktor.

Wenn ich mir die Beispielgesteine von der ersten Seite anschaue, scheint es quer durch alle Typen zu gehen. Es kommt eben auch auf die geologische Situation an und lässt sich nicht einfach auf "Hallo Themenerstellerin, das geht nur in Granodioriten" begrenzen (diese Blauäugigkeit will ich der Eingangsfrage einfach mal vorwerfen). Ich wollte ausdrücken, dass das Gestein nur ein Faktor ist und zur Klärung der Endlagerfrage nur bedingt beisteuert.

Offline ElDjem

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Re: Welches Gestein ist für ein atomares Endlager geeignet?
« Antwort #29 am: 05 Jan 13, 22:16 »
Hallo Uwe Kolitsch,

danke Dir.

ok. - Wo empfiehlst Du dann als Geologe das Endlager IN DEUTSCHLAND der Politik?
Was ist Deine Ortsempfehlung (gewesen).

D.h. das WO ist schon lange geklärt. Nur die Entscheidung wird verzögert - wenn ich Dich richtig verstanden habe.

Wo ist das WO? Dann könnte man das ja mal der Allgemeinheit in Deutschland klarmachen: geologisch ist die Debatte geklärt
(das ist ja meine Meinung)

Ich schreibe bewusst ein bisschen "provokativer" - da ich ja das genau mal definitiv von der Geologie lesen möchte:
Wo sowas geologisch Sinn macht ist schon lange geklärt und d.h. für Deutschland ...... da ... da.... da