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Autor Thema: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?  (Gelesen 24857 mal)

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Offline Hermelin

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Guten Abend!

Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich heiße Kathrin, bin 26 Jahre alt und aus dem Norden Berlins (Stadtrand zum Barnim hin). Für Fossilien (und in etwas geringerem Umfang auch Mineralien) interessiere ich mich seit meiner Kindheit, ich war auch schon in Brüchen in Holzmaden, Idar-Oberstein und Eichstätt. Allerdings beschränkte sich das bisher eher auf "touristisch erschlossene" Orte, wie man sieht. Gerne würde ich das ändern. Dazu werde ich noch eine ganze Menge dazulernen müssen, aber ich denke, in diesem Forum wird das gelingen. :)

Besonders fasziniert sind mein Partner und ich von Trilobiten, weshalb wir uns wahnsinnig darüber freuen würden, mal selbst einen zu bergen. Die Fundort-Liste auf dieser Website kenne ich. Aber wo ist es denn wirklich wahrscheinlich, als Neuling in Deutschland einen Trilobiten zu finden? Welcher Ort oder welche Region eignet sich da für Anfänger und was für Werkzeug benötigt man dort? Praktisch wäre natürlich eine Fundstelle im Nordosten Deutschlands (Ostseeküste?), aber auch andere Tipps wären toll. Denn da ließe sich ja sicher mal ein Kurzurlaub einplanen. ;)

Vielen Dank schon einmal!

Liebe Grüße,
das Hermelin

Offline Conny3

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #1 am: 08 Jan 13, 19:55 »
Hallo Kathrin,

willkommen im Forum! Trilobiten kann man im Prinzip auch schon in Deiner Umgebung im Geschiebe finden. Da gibt es spezielle Kalksteine, die das Eis aus dem skandinavischen Raum oder aus dem Ostseegebiet weit bis fast in die Mitte Deutschlands transportiert hatten. Da musst Du besonders die Endmoränengebiete um Berlin herum auf Lesesteine absuchen (Sandgruben, etc.). Leider bin ich da aber nicht der spezielle Ansprechpartner für Fossilien, speziell Trilobiten und die bei Dir vorkommenden Lokalitäten. Da gibt es hier schon Sammler mit spezielleren Kenntnissen. Oder auch Infos aus anderen Foren können hilfreich sein (zum Bsp. Steinkern). Ansonsten empfehle ich die Eifel oder das Gebiet südlich von Prag für Trilobiten aus dem anstehenden Gestein. Bei uns in Thüringen gibt es zwar auch welche. Die sind aber sehr selten (speziell aus dem Schiefergebirge/Frankenwald). Hier mal ein Bsp. für einen kleinen Geschiebefund aus dem pol. Ostseegebiet von Misdroy aus einer alten Sammlung. Vielleicht gibt es hier einen, der etwas über diesen kleinen eingerollten Trilo sagen kann. Der ist aber schon vergeben, falls hier jemand Interesse bekundet. Ich sammele nämlich nicht mehr zielgerichtet Fossilien und schon gar keine Geschiebefossilien. Also Augen auf und die Lesesteine angeschaut. Das vierte Bild ist ein Eigenfund aus Pelzkuhl knapp an der Grenze zu Brandenburg (ist schon vergeben und nicht mehr in meiner Sammlung siehe http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,24912.msg214374.html#msg214374 )
Vorher sollte man sich aber einmal spezieller informieren. Das ist hier schon ein guter Anfang im Mineralien/Fossilienatlas.

Gruß Conny

Offline Hermelin

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #2 am: 08 Jan 13, 21:08 »
Hallo Butzze,

Danke für den netten Hinweis auf das Steinkern-Forum! Dort werde ich mich auch demnächst genauer umschauen. :)

Hallo Conny,

Auch Dir vielen Dank für den nützlichen Beitrag! Tolle Fotos, übrigens.

Hier nahe Berlin-Buch gibt es meines Wissens vier Sandgruben, die stillgelegt wurden, wobei die alle mittlerweile begrünt bzw. eine auch geflutet worden sind. Ich werde mich in das Thema einlesen und kann dann ja mal demnächst einen kleinen Spaziergang dorthin machen. Ich werde die Augen offen halten.

Liebe Grüße,
das Hermelin

Offline Conny3

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #3 am: 08 Jan 13, 21:23 »
Hallo Kathrin,

frag doch mal Andreas Gerstenberg alias Raritätenjäger auch aus Berlin. Sammelt zwar auch mehr Mineralien, kennt dort aber jede (oder fast) jede Stelle mit potentiellen Funden. Zumindest die Fundorte kann er Dir sicher verraten. Wir sind regelmässig 1 x im Jahr gemeinsam dort unterwegs. Siehe:

http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,2216.msg235086.html#msg235086

Gruß Conny

Offline Hermelin

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #4 am: 08 Jan 13, 21:30 »
Hallo,

Dankeschön für den Tipp! :) Ich werde ihn gleich mal kontaktieren.

Die Halden am Kesselsee schauen aber auch wirklich nicht schlecht aus. ;)

Liebe Grüße,
Kathrin

Offline Hermelin

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #5 am: 08 Jan 13, 21:51 »
Hallo, ich bins noch einmal,

Falls Andreas Gerstenberg das liest - ich kann leider keine Nachricht an ihn senden, da dann eine Fehlermeldung auftaucht. Laut einem Thema im Support-Forum hier scheint wohl sein Postfach voll zu sein.

Liebe Grüße,
Kathrin

Offline Krizu

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #6 am: 08 Jan 13, 22:02 »
jupp - sein Postfach ist voll :-)

Frank

Offline steinfried

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #7 am: 08 Jan 13, 22:59 »
Hallo,

Man kann auch Trilobiten an der Ostseeküste auf der Insel Rügen finden.
In den sogenannten Orthocerenkalken, das sind vorwiegend graue und rotbraune Kalksteine die als Geschiebe bei uns gelandet sind.
Sie stammen ursprünglich aus Skandinavien. Der Kalkstein ist sehr feinkörnig und hat immer eine fahle Farbe, nie leuchtende Farben, und lässt sich mit einem Messer ritzen.
In den Kalksteinen findet man als Leitfossilien häufig die Orthoceren, das sind Kopffüßer mit einem langgestecktem Gehäuse.
Und eben auch Trilobiten von rund 5cm Größe. Diese Kalksteine sind bestimmt aber auch in den Endmoränen rund um Berlin zu finden.
Anbei noch ein Foto eines Orthoceras im roten Kalk. Den Trilobit hatte ich jetzt nicht gefunden.

Gruß Steinfried

Butzze

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #8 am: 09 Jan 13, 06:10 »
Um Trilo`s im Geschiebe zu finden benötigt man einen ordentlichen Hammer (Fäustel) zum Knacken der Steine.
Da hat jeder so seinen eigen Vorstellung vom Hammer. Die einen sagen, es muß ein Geohammer/Fäustel sein, die anderen sind mit einem Hammer aus dem Baumarkt zufrieden. Ich benutze beide.
 
Im Geschiebe hab ich einen 4kg Schlosserhammer (400 mm Stiel)  und einen 2kg Fäustel mit denen ich Problemlos sämtliche Steine knacken kann.
Allerdings, um einen Trilo zu finden muß man durchaus viele,viele Steine knacken. Stellt euch das nicht ganz so einfach vor.
Ich bin erst seit knapp über 2 Jahren vermehrt im Geschiebe und auf Trilo Jagd in "meinen " Kiesgruben und habe schon einige Tonnen Steine geknackt, ohne einen einzigen Trilo ins Auge zu schauen. :'( Ich bin aber ziemlich zuversichtlich, es kann sich nur noch um ein paar weitere Tonnen handeln, bis der erste sich zeigt  ;D

Es gibt allerdings auch Sammler (z.B. an der Küste) die durchaus jedes Wochenende mindestens einen Trilo aus den Steinen pulen. Da kann man dann vieleicht den ein oder anderen ertauschen.

Offline skibbo

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #9 am: 09 Jan 13, 16:12 »
Hallo,

sogar in vulkanischen Ablagerungen, wie z.B. am Rockeskyller Kopf, lassen sich Trilobiten finden  ;)

Deutschland/Rheinland-Pfalz/Vulkaneifel, Landkreis/Gerolstein, Verbandsgemeinde/Rockeskyll/Rockeskyll Vulkankomplex/Rockeskyller Kopf
Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?


Deutschland/Rheinland-Pfalz/Vulkaneifel, Landkreis/Gerolstein, Verbandsgemeinde/Rockeskyll/Rockeskyll Vulkankomplex/Rockeskyller Kopf
Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?



Natürlich handelt es sich hierbei um (durch die vulkanische Aktivität) gefritteten Kalkstein in Form von Xenolithen, nicht um primäres magmatisches Material.

Grüße
Stefan

Offline Sonnenberg

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #10 am: 09 Jan 13, 17:15 »
Hallo,
aber sie sind mit etwas Glück auch in den Schiefern der Lahn-Dill-Mulde nahe der Ortschaft Gutenacker zu finden ,hier mal ein Eigenfund : Chotecops sollei ,Größe : ca. 28 x 30 mm. Bestimmung erfolgte in Mainz durch Herrn H.-G. Mittmeyer
und tschüß
Ulrich

Offline Hermelin

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #11 am: 09 Jan 13, 19:19 »
Was für schöne Funde! :)

Hallo steinfried,

Rügen ist natürlich wirklich toll, da von hier aus sehr gut zu erreichen und allgemein ein schönes Urlaubsziel.

Du schreibst, Orthocerenkalk ließe sich mit einem Messer anritzen. Heißt das, dieser ist allgemein eher leicht zu zerteilen? Was wäre denn das ideale Werkzeug, oder welches Gewicht müsste ein Hammer haben, um dieses Material ordentlich aufspalten zu können?

Hallo Butzze,

Ich nehme mal an, Du beziehst Dich mit der Angabe von notwendigen 2 bzw 4 kg Hammergewicht auf Geschiebe-Gesteine allgemein, nicht nur auf den oben schon genannten Orthocerenkalk.

Da wäre meine Frage: Sind 2 kg Gewicht des Hammers das absolute Minimum für diesen Zweck? Und muss der Hammer zwingend einen rechteckigen Kopf haben, oder ginge auch eine andere Form? Wobei ich mich sowieso noch einmal in den Baumarkt begeben müsste. Habe aktuell noch keine besonderen Anschaffungen gemacht und daher nur einen "gewöhnlichen" ziemlich leichten Hammer, wie man ihn eben im Haushalt zum Nägeleinschlagen benutzt, und ein ca 1 kg Gipserbeil.

Liebe Grüße,
Kathrin

Butzze

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #12 am: 09 Jan 13, 20:04 »
Sorry, ich muß mich korrigieren, ich meinte 2kg Schlosserhammer und 2kg Fäustel. Habe mich geirrt. Meinte zusammen sind es 4 kg. Den Schlosserhammer setzte ich als Meissel  an und mit dem Fäustel schlag ich zu. Nicht immer, aber oft.

Du kannst selbstverständlich mit so einem kleinen Hammer losziehen. ;D
Du wirst allerdings ein kleines Weilchen auf ( auch auf dem Orthocerenkalk, wenn du diesen denn als Laie schon als solchen erkennen solltest) den Stein deiner Wahl rum pinkern müssen, ehe er sich bereitwillig zeigt, und zerbricht. Mit geschätzten 10-20 Schlägen pro Doppelfaust großem Stein wirst du wohl rechnen müssen. Nach 10 Steinen, fällt dir als ungeübter, die Hand und der Arm ab.

Ich benötige mit dem 2 kg Hammer 1- 2 Schläge und der Stein ergibt sich bereitwillig und zerfällt in mehrere Teile.

So etwas ist sicher auch reine Erfahrungssache. Ich denke die meisten sind mit einem 2 kg Fäustel unterwegs.

Wenn du im Steinkern-Forum in der Suche: Hammer eingibst und nur unter "Einsteigertipps" suchen lässt kommen schon 119 Treffer. Das Thema ist dort schon mehrfach durchgekaut worden. einfach mal schauen da gibt es etliche Tipps.

Eine kleine Auswahl von Geschiebe-Arten: http://www.budstone.de/geschiebe/geschiebe.htm

Und heir noch paar zur Abendlektüre: http://www.strandsteine.de/Gesteinsliste.html


Offline Krizu

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #13 am: 09 Jan 13, 20:51 »
Sorry, ich muß mich korrigieren, ich meinte 2kg Schlosserhammer und 2kg Fäustel. Habe mich geirrt. Meinte zusammen sind es 4 kg. Den Schlosserhammer setzte ich als Meissel  an und mit dem Fäustel schlag ich zu. Nicht immer, aber oft.

Hallo,

das kann gut gehen, muss aber je nach Stahl nicht. Mein Vater hat durch Hammer auf Hammer ein Auge verloren.

MfG

Frank

Offline Blackminer

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Re: Wo sind Trilobitenfunde in Deutschland wahrscheinlich?
« Antwort #14 am: 09 Jan 13, 21:01 »
Hallo!
Hab vor einigen Jahren mal ne Sammlung aus der Gegend von Saalfeld/Thüringen in Händen gehabt.
Das waren aber nicht Stücke, wie ihr sie sucht.  ;)
Die Sammlung ist, eher, von wissenschaftlichem Wert gewesen.

Ansonsten, allgemein gesagt, im Geschiebe...
VG
Raik

 

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