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Niederösterreich: Oligozänes Kieselholz der St. Marein-Freischling-Formation
Harald Schillhammer:
Oliver, während die ersten 4 Bilder tatsächlich nach Frassspuren aussehen (eine Größenangabe wäre hilfreich), habe ich bei der zweiten Serie eher den Eindruck als wären das Verwitterungsspuren.
Übrigens, Frassgänge von Insektenlarven sind so gut wie nie gewunden, sondern fast immer geradlinig, entweder senkrecht in das Kernholz hinein (viele Bock- und Prachtkäfer) oder parallel zur Borke wie bei den Kambium"fressern" (z.B. Borkenkäfer). Selbst die denditenartigen Frassgänge der Borkenkäfer sind im Prinzip gerade.
lg
oliverOliver:
hallo Harald,
besten Dank für deine Einschätzung !
--- Zitat von: Harald Schillhammer am 11 Jun 13, 12:02 ---eine Größenangabe wäre hilfreich
--- Ende Zitat ---
Ich weiß, hab mich selber ziemlich geärgert, dass ich die Fotos Anfang Mai blöderweise nicht mit Maßstab fotografiert habe - :-[ - jetzt sind die Stücke leider schwer greifbar (verpackt und aus Platzmangel auswärts gelagert). Aber die größere ovale Spur vom ersten Stück (Foto 1+2) hat grob geschätzt etwa 0,5 x 1 cm, während die kleinen Löcher beim zweiten Stück (alle übrigen Fotos) so um die 1 - 3 mm variieren dürften.
--- Zitat von: Harald Schillhammer am 11 Jun 13, 12:02 --- während die ersten 4 Bilder tatsächlich nach Frassspuren aussehen, habe ich bei der zweiten Serie eher den Eindruck als wären das Verwitterungsspuren.
--- Ende Zitat ---
Die Fotos 3+4 sind vom selben Stück wie die Fotos 5-8 (die zugegebenermaßen ungünstige Aufteilung auf die beiden postings erfolgte wegen der Anhangs-Beschränkung, nicht wegen der Zusammengehörigkeit !). Während 3+4 einen "lockereren" Bereich zeigen, wo die lineare Anordnung noch ersichtlich ist, stammen 5-8 aus dem "dichteren" Bereich, wobei ich vermute, dass das "Punktwirrwarr" zumindest teilweise durch eine Überlagerung mehrerer ursprünglich annähernd linearer Anordnungen entstand - sieht zumindest bei der "Großansicht" in manchen Randbereichen so aus (z.B. Foto 5 - rechts oben; Foto 6 - von links unten bis Mitte-unten annähernd horizontal und dann schräg nach rechts oben ziehend; Foto 8 - ebenfalls die untere, leicht geschwungen verlaufende Punkt-Linie).
Harald Schillhammer:
Aha, so klein ist das also. Da kann dann natürlich sehr vieles in Frage kommen - nicht nur Käfer :). Wie auch immer, an Überlagerung glaube ich nicht, denn offensichtlich spüren die Viecher genau wo schon gefressen wurde. Ich habe jedenfalls in der Natur noch nie erlebt, dass sich Frassgänge verschiedener Individuen überschnitten hätten - ich bin aber auch nicht allwissend. Ich weiss zwar nicht ob ich dann eine genauere Aussage treffen könnte, aber das Stück in natura zu sehen würde sicher mehr bringen, v.a. aus Gründen der Orientierung, weil du mir sicher sagen könntest welcher Teil des "Baumes" das war und wo "vorne und hinten" ist :).
lg
oliverOliver:
--- Zitat von: Harald Schillhammer am 11 Jun 13, 13:47 ---Aha, so klein ist das also.
--- Ende Zitat ---
Vielleicht täusch ich mich in der Erinnerung auch um den einen oder anderen Millimeter - aber zumindest die Größenordnung der Angabe müsste stimmen.
--- Zitat ---das Stück in natura zu sehen würde sicher mehr bringen
--- Ende Zitat ---
Lässt sich sicher mal einrichten - danke für das Begutachtungs-Angebot ! Wie gesagt, mein Problem ist, dass meine Sammlungen mittlerweile auf vier (!) Standorte in NÖ und OÖ aufgeteilt sind (ich bräuchte ein eigenes Haus ...)
--- Zitat ---weil du mir sicher sagen könntest welcher Teil des "Baumes" das war und wo "vorne und hinten" ist
--- Ende Zitat ---
Das ist bei den durch Kompaktierung oft stark gequetschten Stücken gar nicht immer so einfach, wie man meinen möchte - aber so grob sollten wir das schon hinkriegen ... ;)
--- Zitat ---an Überlagerung glaube ich nicht, denn offensichtlich spüren die Viecher genau wo schon gefressen wurde. Ich habe jedenfalls in der Natur noch nie erlebt, dass sich Frassgänge verschiedener Individuen überschnitten hätten
--- Ende Zitat ---
Ich glaub auch nicht, dass sich ein Käfer / eine Larve direkt durch den (mit deren Hinterlassenschaften gefüllten ! ;D ) Gang eines/r anderen frisst – aber wenn sich die Fraßspuren ganz knapp über- bzw. untereinander kreuzen, oder/und sehr dicht nebeneinander liegen (Ausweichmanöver ?), könnte das vielleicht in einer gedachten Schnitt-„Ebene“ (die Fläche ist ja nicht ganz eben) so ähnlich aussehen. Es sind ja auf der sichtbaren Fläche manche Spuren stärker, andere seichter eingetieft. Hab mal kurz schematisch aufgezeichnet, wie ich mir das unbedarfterweise in etwa vorstelle.
Kann natürlich auch sein, dass ich völlig daneben liege !
oliverOliver:
Aufschlüsse in der SMFF – Teil 3:
Als nächstes im „Aufschlüsse-Unterthema“ – nach der Unterbrechung durch die Insekten – eine kleine, ebenfalls längst aufgelassene Grube bei Freischling (Foto 1). Ich dachte lange, dass die zweite namensgebende Grube die große, mittlerweile völlig verfüllte zwischen Freischling und Maiersch gewesen wäre. Eventuell war es aber doch eher diese kleine, anscheinend ältere Grube direkt am Ortsrand von Freischling (und nicht die oben im ersten Beitrag angegebene), weshalb sie hier extra angeführt wird.
Das Profil zeigt ebenfalls die typische Abfolge von Sanden, mehr oder weniger stark von Eisenoxiden verfärbt, mit zwischengeschalteten Schotterbändern und Siltlagen (Fotos 2+3).
Auch hier findet sich heute keine Spur von Kieselhölzern, und ich weiß auch nicht, ob in dieser Grube jemals welches gefunden wurde – anzunehmen ist es aber.
Graben im Sediment, um dies zu überprüfen, würde jedoch, wie generell in der SMFF, aufgrund des - bezogen auf das Sedimentvolumen - doch relativ seltenen Vorkommens und der anscheinend unregelmäßigen Verteilung der Hölzer in den Sanden, ohnehin keinen Sinn machen.
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