Woher kommt wohl die Bezeichnung "Steinzeit"? Bevor man auf die Idee kommt, Werkzeuge aus Stein zu machen, muss man sich doch erst einmal überhaupt mit Stein beschäftigen.
Naja, da muss man schon unterscheiden: In der Frühgeschichte hatten die Menschen wohl nur den Nutzen von Steinwerkzeug im Sinn, zumal sie wohl auch kaum viel Zugang zu offenliegenden tieferen Erdschichten und damit zu gut ausgebildeten Mineralien hatten. Wichtig war, dass man aus (Ge)stein Dinge herstellen konnte, mit denen man sehr gut schnitzen, draufhauen, töten, zerschneiden etc. konnte. Ähnliches machen ja auch Tiere ansatzweise, so z.B. Vögel oder Affen, die mit Steinen Nahrung zerquetschen. Aber sowas mit einem "Sammeln" von Mineralien zu verbinden, finde ich etwas gewagt.
Wie Maik schon sagt, kam das im eigentlichen Sinne erst auf, als gut betuchte Leute merkten, dass man beim Bergbau oft auf perfekt ausgebildete, schön kristallisierte Mineralien stößt. Das waren dann die bereits erwähnten ersten "echten" Mineraliensammlungen in den ersten Jahrhunderten der Neuzeit. Sicher haben auch die alten Griechen oder Römer die ein oder andere Stufe mitgenommen, die beim Bergbau anfiel, aber ein gezieltes, dokumentiertes Sammeln kam erst im Zuge der Renaissance auf, wo ja auch z.B. Agricola wirkte und sowas wie eine ernstzunehmende Mineralogie erst erdacht wurde. Und als dann noch wesentlich später Gelehrte wie Goethe oder Humboldt sich mit Mineralien befassten, war es endgültig zu einer ernsthaften "Sammeldisziplin" geworden. Und die Erbstücke dieser Zeit, die bis ins 18. Jhdt. zurückreichen, hier in diesem Thread zu bewundern finde ich einfach traumhaft

Gruß
Tobi