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Autor Thema: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10  (Gelesen 17039 mal)

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Offline Harzsammler

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Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« am: 19 Feb 13, 00:07 »
Hallo,

ich nutzte zum Mikroskopieren ein MBS-10, bin auch sehr zufrieden damit, was Schärfe und Farbwiedergabe beim Betrachten mit dem Auge betrifft.

Ein Problem ist das Erstellen von Fotos durch das Mikroskop. Ich hab ja keinen Fototubus dran, so dass ich mir einen Adapter für das Okular gebaut habe. Fotos möchte ich mit einer FUJI Finepix F500 EXR bzw. mit einer Rollei RCP machen.

Heraus kommen Bilder, die absolut nicht die natürliche Farbe wiedergeben, alles ist sehr gelbstichig. Egal, ob ich Tages/Sonnenlicht oder Kaltlicht oder Halogenlicht verwende.
Die Schärfe ist eine andere Sache, aber solange ich nicht farbechte Bilder machen kann, brauch ich ja nicht mit Stacking anzufangen.
Seltsamerweise kann ich nur bei grünen Mineralien einigermaßen brauchbare Bilder durch das Mikroskop erstellen.

Jetzt ist meine Frage, ob mein Equipment dafür nicht geeignet ist, oder ob ich grundsätzlich etwas falsch mache.

In der Natur- und bei der MAKRO-Fotografie bin ich durchaus in der Lage mit den Kamaras gute Bilder zu machen.

Hier einige Beispielbilder:

« Letzte Änderung: 19 Feb 13, 00:15 von Harzsammler »

Online Elmar

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #1 am: 19 Feb 13, 08:09 »
Versuch's doch mal mit einem Weissabgleich.

Aktion: Weißes Blatt Papier unters Mikroskop. Mit der Beleuchtung anleuchten die du nachher benutzen willst. Nachschauen wie der manuelle Weissabgleich mit der jeweiligen Kamera funktioniert, Manuellen Weissabgleich mit der auf dem Mikroskop montierten Kamera ausführen, und los gehts.

GA
Elmar

Offline Breker

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #2 am: 19 Feb 13, 08:20 »
Oder versuche es, wenn an Deiner Kamera kein manueller Weißabgleich möglich ist, mit einer individuellen Tonwertkorrektur bei der Bildnachbearbeitung. Das bringt zwar nicht absolut farbechte Bilder, ist aber am Original näher dran (Stelle doch mal eins dieser extrem gelbstichigen Bilder hier ein?)

Glück Auf!

A.B.

Offline Klinoklas

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #3 am: 19 Feb 13, 08:50 »
Hallo Michael,

welche Beleuchtung verwendest du denn an deinem Mikroskop?

Gruß
René

Offline Harzsammler

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #4 am: 19 Feb 13, 09:58 »
Hallo,

erstmal Danke für Eure Antworten!

Hier ist das Ergebnis von Heute:

Das Bild soll einen stahlblauen Anatas (0,5mm) auf graugrünen Chlorit mit Quarz vom Gabbrosteinbruch zeigen.

Kamera: Rollei, MAKRO Modus, ISO 64, Belichtung mittenbetont, Weißabgleich manuell, Qualität+Schärfe+Sättigung = Max, Auflösung 3200x2400

MBS-10 mit 20 facher Vergrößerung, Beleuchtung 2x 20Watt Halogenstrahler seitlich in weißer Box (mit Sonnenlicht oder LED kommt im Prinzip das gleiche Ergebnis raus)

Das eine Bild zeigt das Orginal das Andere ist bearbeitet, aber es lässt sich nicht viel rausholen.

Kann es sein, dass die Linsen des MBS-10 einen Teil des Lichtspektrums filtern, so dass man in einer anderen Farbe beleuchten muss?

P.S. habe noch einen goldglänzenden Pyrit und einen silbergrauen Safflorit von Hasserode angehangen, jeweils roh von der Kamera, Einstellungen wie oben. (Vergr. 10x)

Viele Grüße,

Michael
« Letzte Änderung: 19 Feb 13, 10:19 von Harzsammler »

Offline Krizu

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #5 am: 19 Feb 13, 10:03 »
Hallo,

an einen Linsenfehler mag ich nicht glauben. Optische Gläser sind seit der Zeit von Schott klar und farblos. Siehst du einen Farbstich durch das Mikroskop? Vermutlich nicht. Da das Vergleichsbild scheinbar auch nicht farbrichtig ist (Gelbstich) gehe ich von einer Kameraeinstellung aus.

Sry + MfG

Frank

Offline Embarak

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #6 am: 19 Feb 13, 23:41 »
Hallo,
Dieser Farbfehler ist aber wirklich schwer einzugrenzen !  ???
Ich hatte zuerst auf die Mikroskop-Beleuchtung getippt, aber stutzig machte mich dann das Vergleichsbild,
das ebenfalls einen Farbstich hat.
Bliebe die Kamera, da Du aber von 2 Kameras sprichst, wird es schwierig.

Ich habe für ein Anatas-Rohbild und das Vergleichsfoto das Histogramm nach RGB-Verteilung angesehen.
Es ist mir mit allen Tricks nicht gelungen, die Kurven anzugleichen.
Beim Vergleichsbild wird blau garnicht vollständig erfasst.
Jeweils oben Deine Vorlage, darunter mein misslungener Bearbeitungsversuch.
Danach habe ich zum Vergleich von mir einen (gestackten) Anatas rausgesucht, bei dem kaum Farbe zu sehen ist, um zu sehen,
wie das RGB-Histogramm dort eigentlich aussieht.
Ich bin gespannt, ob jemand das Geheimnis Deiner Farbfehler lüften kann.

Gruß
Norbert


Offline Harzsammler

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #7 am: 20 Feb 13, 09:53 »
Hallo Norbert,

erstmal Danke!

Ich habe hier noch zwei Vergleichsfotos; aufgenommen mit der FUJI-Kamera im MAKRO-Modus bei Tageslicht. Sie sind nicht durchs Mikroskop fotografiert und nur geschnitten.


Diese Kamera liefert mit dem Mikroskop genauso unbrauchbare Bilder.
« Letzte Änderung: 20 Feb 13, 10:03 von Harzsammler »

Offline berthold

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #8 am: 20 Feb 13, 11:19 »
Hallo,

Zitat
Das Bild soll einen stahlblauen Anatas (0,5mm) auf graugrünen Chlorit mit Quarz vom Gabbrosteinbruch zeigen.
Mein Bearbeitungsversuch im Anhang.

Meine Foto-Erfahrungen mit dem MBS-10 liegen zwar schon einige Jahre zurück (steht seit der Anschaffung des Zeiss-Stemi 2000c bei mir unbenutzt in der Ecke).
Die optische Leistung im Fototubus ist nicht der Hit, folgende Feststellungen:

- die Ausspiegel-Prismen für den Fototubus habe eine sehr starke blaue Vergütung - im Druchblick wirkt das Bild schon gelb (wie durch eine schwache Sonnenbrille betrachtet).
- die betenfalls erreichbare Auflösung reicht nicht mal für ein 1Megapixel Bild. Mit steigender Vergrößerung sinkt die Qualität extrem.
- die schwache Vergütung und schlechte Farbkorrektur führt zu rot-grünen Farbsäumen um Spitzlichter
- Streulicht im optischen System führt zu flauen Kontrasten.
- scheinbar fluoresziert der Linsenkitt ?

Was kann man machen:

Beleuchtung mit Halogen-Lampen (mit UV-Stop) ist optimal, den notwendigen Weißabgleich aber nicht (ohne Bino) mit weißem Papier machen sondern die Farbtemperatur in °K in der Kamera einstellen (ca. 1000° niedriger als die Angabe auf den Lampen - Experimente erforderlich). Mischlicht unbedingt vermeiden.
Im RAW-Mudus die Bilder aufnehmen (da ggf. hier eine höhere Farbtiefe vorhanden ist) 

Nachbearbeitung:
Farbkorrektur: Soweit noch notwendig in erster Linie den Blau-Gelb über Kurven anpassen (auf die RAW-Bilder anwenden und in diesem Schritt gleich den Farbraum auf 24 Bit stauchen/zuschneiden).
Die rot-grünen Farbsäume mit (z.B.  mit Purple Fringing-Plugin im Gimp) rausrechnen

Zur Schärfe helfen nur stacking-Verfahren. Einmal für jede Ebene (also ohne Tiefen-Verstellung) "Superresolution" (SR)-Technik (ca. 40 % mehr Auflösung ist realistisch machbar), für mehr Schärfentiefe dann (aus den SR-gerechneten) Bilderebenen via stacking-Software (Helicon, combinez, ...) zum Endbild. Farbkorrekturen -besonders Purple Fringing-Rechnung- unbedingt für jedes Einzelbild vor dem Stacking ausführen.

Gruß
Berthold

Offline Krizu

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #9 am: 20 Feb 13, 11:24 »
Hallo,

vielleicht ist wirklic hirgendwo ein Corex-D-Filter oder etwas vergleichbares eingeschoben?

MfG

Frank

Offline Harzsammler

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #10 am: 21 Feb 13, 09:28 »
@Berthold,
einen Fototubus habe ich gar nicht dran, ich nutze einen Adapter für ein Okular. Dabei finde ich auch nachteilig, dass ich die Kamera sehr weit aufzoomen muss, um das Bild formatfüllend zu bekommen. Evtl. liegt in dieser Methode schon der Fehler.

Mit welcher Software hast Du mein Bild bearbeitet?

Offline berthold

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #11 am: 21 Feb 13, 10:52 »
Hallo,

damit ich den Strahlengang richtig verstehe:
-Objektiv vom MBS-10
-Galilei-System (Vergrößerungs-Wahlschalter)
-Tubuslinse(n)
-Prismenpaar
-Okular (? - ist das auch noch dran oder ersetzt das Kamera-Objektiv das Okular?)
-Zoom-Objektiv der Kamera
-Sensor der Kamera

Das ist ein Haufen "Zeugs". Bei meiner Adaption fällt Okular und Kamera-Objektiv weg, statt dem Prismenpaar (4 Relexionen) steht der Strahlenteiler (2 Reflexionen). Jede Linse und jedes Prisma hat eine Vergütung und wirkt sich ggf. farbverändernd aus. Bezüglich der Schärfe ist zu beachten dass möglichst viel des (runden) Zwischenbildes im rechteckigen Ausschnitt des Kamerasensors landet.

Zitat
Mit welcher Software hast Du mein Bild bearbeitet?
GIMP (unter Linux)

Gruß
Berthold

PS: für alle, die eine deutsche Anleitung zum MBS-10 vermissen: http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/MBS-10 Bedienungsanleitung.pdf

Offline Embarak

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #12 am: 21 Feb 13, 11:37 »
Hallo,

Zitat
GIMP (unter Linux)
Die software ist nicht alles. Berthold wusste offensichtlich besser als ich, wie die Stufe auszusehen hat.  :)

Die RGB-Histogramme der zwei Vergleichsfotos mit der FUJI-Kamera im MAKRO-Modus sind übrigens sehr gleichmäßig und gut.
Da fehlt nur noch eine Tonwertkorrektur.

@Berthold. Ich habe chromatische Aberration bisher nur bei einzelnen Fotos beseitigt, nicht bei stacks.( mit Lightroom bzw. Camera Raw)
Warum die Empfehlung, purple fringing schon vor dem Stacken bei den Einzelbildern zu beseitigen, statt am gestackten Bild?
Klingt nach mehr Arbeit. Wird der Farbsaum beim gestackten Bild soviel breiter?

Gruß
Norbert

Offline berthold

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #13 am: 21 Feb 13, 12:20 »
Hallo,

Zitat
Warum die Empfehlung, purple fringing schon vor dem Stacken bei den Einzelbildern zu beseitigen, statt am gestackten Bild?
Klingt nach mehr Arbeit. Wird der Farbsaum beim gestackten Bild soviel breiter?

Ja, mehr Arbeit. Aus einer Kantenlinie werden durch einen Farbsaum zwei Kantenlinien, auch weitghend unscharfe Kanten geben so zwei relativ scharfe Farbkanten. Punktförmige Spitzlichter werden durch Unschärfe größer - und durch die Farbsäume nochmals größer. Das Stacking führt dazu, dass nicht (immer) die schärfste Ebene die Kante ins Endbild liefert sondern zufällig eine bliebige Ebene durchschlägt.

Gruß
Berthold

Offline Harzsammler

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Re: Mikro-Fotografie durch ein MBS-10
« Antwort #14 am: 21 Feb 13, 13:12 »
Hallo,

damit ich den Strahlengang richtig verstehe:
-Objektiv vom MBS-10
-Galilei-System (Vergrößerungs-Wahlschalter)
-Tubuslinse(n)
-Prismenpaar
-Okular (? - ist das auch noch dran oder ersetzt das Kamera-Objektiv das Okular?)
-Zoom-Objektiv der Kamera
-Sensor der Kamera

Das ist ein Haufen "Zeugs". Bei meiner Adaption fällt Okular und Kamera-Objektiv weg, statt dem Prismenpaar (4 Relexionen) steht der Strahlenteiler (2 Reflexionen). Jede Linse und jedes Prisma hat eine Vergütung und wirkt sich ggf. farbverändernd aus. Bezüglich der Schärfe ist zu beachten dass möglichst viel des (runden) Zwischenbildes im rechteckigen Ausschnitt des Kamerasensors landet.

genauso ist mein Aufbau. Scheint also ungeeignet zu sein.

 

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