Ich mach das mit meinem Billig-Bresser , man muss bissel üben , aber man bekommt das raus , wenn man das in bestimmten Stellungen verkantet werden die Farben verfälscht .
Die Farbverfälschung hat meist damit zu tun, dass die Farbkorrektur bei Billig-Mikroskopen a priori schon schlecht ist. Sogar bei teuren Stereomikroskopen ist man nicht gefeit davor. Auch wenn das Objektiv Apochromatisch ist erfolgt die finale Farbkorrektur am Okular und das wird meist umgangen wenn man eine Kamera anbringt. Das Ergebnis sind dann magenta-farbige Farbsäume antlang von hochkontrastigen Kanten. Das liegt daran, dass unterschiedliche Wellenlängen unterschiedlich gebrochen werden. Meist betrifft das den Blaukanal, der, wenn man sich die verschiedenen Farbkanaäle in Photoshop ansieht unscharf ist und, weil bei Stereomikroskopen nur einer der beiden Strahlengänge genutzt wird, auch noch nach rechts oder links verschoben ist. Dadurch entstehen dann die Farbsäume, die man aber in Photoshop wegkriegen kann (wenn man weiss wie) indem man nur den Blaukanal entsprechend verschiebt. Da die meiste Detailinformaton ohnehin im Grünkanal liegt, hat das auf die Bildschärfe kaum einen Einfluss.
Bei der Analogfotographie gibts noch dieses selten benutzte Verfahren , das ziemlich gut und mit minimalem monetärem Aufwand funktioniert - aber leider nur mit Spiegelreflex :
Ist nicht auf die Analog-Fotografie beschränkt - geht auch mit digitalen Spiegelreflex-Kameras. Und, so selten benutzt ist das gar nicht. Wenn man damit leben kann, dass die Bildqualität nicht erstklassig ist, ist das eine sehr billige Lösung um einmal den Einstieg in den Extrem-Makro-Bereich zu schaffen. Retroadapter gibt es für praktisch alle Bajonet-Typen. Man braucht dazu allerdings auch noch den entsprechenden Gewinde-Adapter der auf das Filtergewinde des Objektivs passt. Für die Methode verwendet man am besten Weitwinkel- bis Normal-Objektive (28-50mm Brennweite).
Der nächste (oder ein anderer) Schritt der nicht viel kostet wäre der Einsatz eines Balgens in Kombination mit einem Vergrösserer-Objektiv (EL-Nikkor, oder Rodenstock Apo-Rodagon, etc.), oder die schon erwähnten Lupenojektive (so man eins findet). Dazu ist aber noch ein Makroschlitten zum Fokussieren anzuraten, bei sehr starken Vergösserungen am besten mit einer vertikalen Spindel die Bewegungen in mm-Bruchteilen erlaubt. Man kann übrigens auch ein WW- oder Normalobjektiv in Retrostellung am Balgen anbringen.
Bei all diesen Lösungen wird man aber um das Stacken nicht herumkommen, denn die Schärfentiefe ist (auch abgeblendet) minimal - ausser man fotografiert sehr flache Objekte. Ausserdem sollte man zu starkes Abblenden vermeiden, denn darunter leidet die Schärfe - Auflösungsverlust durch Diffraktion (=Beugungsunschärfe). Speziell bei Arbeiten mit Balgen muss man einkalkulieren, dass die effektive Blende durch die Auszugsverlängerung wesentlich kleiner ist als am Objektiv eingestellt. Da kann es durchaus passieren, dass man sich trotz Offenblende bereits jenseits der Diffraktionsgrenze bewegt.
Blende weit zu , (wegen Tiefenschärfe)
Siehe oben!
Je nach finanziellen Möglichkeiten gibt es nach oben hin praktisch keine Grenze - aber Basteln ist immer angesagt, denn bis jetzt gibt es keine all-in-one Lösung, egal wieviel Geld man bereit wäre zu zahlen. Meist ist es sogar so, dass Fertiglösungen (z.B. von Leica) den Gegenwert eines kleineren Mittelklassewagens kosten, aber in der resultierenden Bildqualität mit wesentlich billigeren Lösungen nicht im geringsten mithalten können.
Eine einfache Lösung (kostet aber ein bisschen) die mir noch einfällt - wenn man nicht viel basteln will - wäre eine Canon Spiegelreflexkamera und das MP-E 65. Eine hervorragende Optik, die Abb-Massstäbe bis 5:1 erlaubt. Ein motorisierter Makroschlitten (z.B. Cognisys Stackshot) wäre auch noch zu empfehlen. In Kombination mit der Stacking Software ZereneStacker, kann man den ganzen Ablauf dann mehr oder weniger automatisieren.
Als Nikon-User kann ich leider keine verlässlichen Tipps geben welche der billigeren Canons momentan ratsam ist.
Was man bei all dem aber nicht ausser Acht lassen sollte ist die Beleuchtung. Du kannst eine noch so tolle Ausrüstung haben, wenn das Licht ein Mist ist kommt kein ordentliches Foto zustande.
lg