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Autor Thema: Artefakte bei der Bildverarbeitung und Schwingungsdämpfung - Theorie und Praxis  (Gelesen 12050 mal)

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Offline Harald Schillhammer

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Lutz, es wäre gut wenn du dazu schreiben würdest welchen stacking Algorithmus du verwendet hast und aus wievielen Aufnahmen der Stack besteht - das macht oft ein grossen Unterschied im Ergebnis.
Ausserdem habe ich das Gefühl, dass diese violetten Halos keine Stacking-Artefakte sind sondern Schatten die der lila Kristall auf den weissen Hintergrund wirft.

Zum Licht hat sich Josef ja schon richtig geäussert. Diffuses Licht (und u.U. ein anderer Stacking Algorithmus) ist der beste Weg um diese ausgebrannten Spitzlichter (Flares ist nicht der richtige Ausdruck) unter Kontrolle zu kriegen. Und wirklich scharf erscheint mir das Foto auch nicht. Aber es geht ja hier um trouble shooting  ....

lg

Offline loparit

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Ich zeige hier einmal zwei Fotos auf denen ich bei einem auch diese "wolkenartigen Bereiche" habe.
Ich habe die Aufnahme mit CombineZP und auch mit ZereneStacker zusammengerechnet.
Mit CombineZP bekomme ich sehr häufig diese "wolkenartigen Bereiche. So dass das Foto nicht zu gebrauchen ist.
Mit ZS habe ich diese Probleme nicht. Allerdings sind bei ZS im PMax-Modus die Fotos doch mehr oder minder verrauscht, aber immer noch besser als das fertige Foto mit CombineZP.
Woran könnte das bei Combine liegen oder anders kann man das in der Software umstellen bzw. abstellen etc.

Die beiden Aufnahmen sind lediglich um 180° gedreht und auf 1400 Pix kleingerechnet. Sonst in keiner Weise bearbeitet. Die Bildbreite beträgt 1,2 mm und der Abstand zwischen den einzelnen Aufnahmen war 5/1000 mm. Insgesamt habe ich 28 Aufnahmen zusammengerechnet.

Gruß loparit

Offline guefz

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Hallo,

ich vermute, dass der Algorithmus in den einzelnen Bildern zu wenig Kontrast hat, um dort noch zusammenhängende scharfe Bereiche erkennen zu können. Die Lücken werden dann mit unscharfem Material gefüllt. Wie man das abstellen kann, weiß ich aber auch nicht, ich habe nur auch immer wieder diesen Effekt.

bis denn

Günter

Offline Harald Schillhammer

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Wäre interessant zu wissen welchen Algorithmus du in CZP verwendet hast. Das erste Bild sieht nämlich genauso aus wie wenn man in ZS den DMap Algorithmus verwendet.
Grunsätzlich kann man sich folgendes merken: Bei einförmigen Oberflächen (ohne Strukturen die sich überlappen) -> DMap
Bei sehr steilen Flächen und Stukturen die sich überlappen -> PMax.

Bei Auftreten von sehr hellen Spitzlichtern -> DMap

Oft ist es hilfreich beide Algorithmen durchlaufen zu lassen und dann das beste aus beiden zu kombinieren - kann man über die Retouchefunktion in ZS machen oder beide Bilder in Photoshop in Ebenen übereinanderlegen und mittels Ebenenmaske die optimalen Bildteile zusammenfügen. Ich bevorzuge zweiteres 1) weil Photoshop responsiver ist, 2) weil ich jeden Schritt rückgängig machen kann, egal wann ich ihn ausgeführt habe. Die neueste ZS-Version hat zwar mittlerweile ein Undo-Funktion beim Retouchieren, aber die nützt mir nichts wenn ich erst 10 Schritte später draufkomme, dass ich einen Fehler gemacht habe.
Das verstärkte Rauschen bei PMax tritt nur in Unschärfebereichen auf und speziell wenn diese dunkel sind. Man kann die kombinierte Methode auch dazuverwenden um die verrauschten PMax-Partien durch die nichtverrauschten DMap-Ergebnisse zu ersetzen. Aber gerade Unschärfe-Bereiche werden in DMap meist sehr unsauber gerendert. Ich helfe mir oft mit einem sehr guten Entrauschungsprogramm (Noiseware Pro), das ich, ebenfalls über eine Ebenenmaske, nur auf die verrauschten Teile anwende.

Bei sehr schwierigen Fällen, kommt es auch schon vor, dass ich das gleiche Stück mit anderer Beleuchtung nochmal fotografiere um einzelne Kristalle, die sonst scheuslich aussehen würden besser zur Geltung zu bringen.

Ein Beispiel eines Stückes mit enormem Kontrastumfang: hochglänzender Grafit, dunkelbrauner Phlogopit, einigermaßen durchsichtiger Heulandit und sehr helle Blätterkalzite (Loja, Niederösterreich). Das in einem Durchgang zu schaffen ist nahezu unmöglich, v.a. die Transparenz des Heulandits hat unter der diffusen Beleuchtung sehr gelitten, daher habe ich ihn nochmal fotografiert und die Beleuchtung für den Heulandit optimiert (ganz ist es mir eh nicht gelungen) und dann in Photoshop zusammengeführt. Manche mögen sagen, das sei unlautere Manipulation, aber es ist die einzige Möglichkeit das Stück einigermaßen so wiederzugeben wie es mein Auge sieht :).

Bildbreite 2,9 mm, Stack aus 126 Aufnahmen, Nikon D4, Mitutoyo 10X Plan-Apo ELWD an Balgen, 160mm Auszug.

Offline Embarak

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Zitat
...-> DMap
...-> PMax.
...beide Bilder in Photoshop in Ebenen übereinanderlegen und mittels Ebenenmaske die optimalen Bildteile zusammenfügen.
Hahh. Das ist ein guter ZS-Tip. Das ist wesentlich schneller als start und commit retouching und hat den Maskenvorteil.
Habe den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen.  :D  :D

Kompliment für Deine detaillierten Beschreibungen .
So macht lernen Spaß und erleichtert trial and error.  ;D

weiter so
Norbert

Offline Josef 84,55

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Hallo

ich nehme bei ZS als Hintergrund meistens das unterste Bild mit der Retuchfunktion. Das hat weder die "wolkigen Bereiche" von DMap noch das Rauschen und die "Pixelfehler-Linien" von PMax. Bei der Retuchfunktion ist noch die Skalierung und Helligkeitsangleichung der Berechnungen vorhanden, deshalb ist sie auch wesentlich langsamer als Photoshop.

@ Harald, schön zu sehen, dass das Mitutoyo auch als endliche Optik gute Leistung bringt. Ich habe zwar leider kein Mitutoyo nur ein, von den Werten vergleichbares Optem-Objektiv, habe es bisher aber nur in Kombination mit Objektiven mit Brennweiten von 120-200 mm benutzt. Hast Du schon über eine Tubuslinse nachgedacht? z.B. eine von Thorlabs (eBay 111015464838)?

Grüße Josef

Offline loparit

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Hallo Harald
vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!
Die Anwendung der einzelnen Methoden in ZS sind mir, so wie Du diese beschreibst auch bekannt und ich versuche diese in den meisten möglichen Fällen entsprechend anzuwenden.
Das zusammenfügen von zwei Versionen in Photoshop habe ich bisher so noch nicht angewendet. Es klinkt auf alle Fälle sehr interessant.
Mit CompineZP mache ich immer ein "Align and Balance Used Frames (Quick)" und anschließend das "Pyramid Do Stack". Das ist in der überwiegenden Zahl meiner Aufnahmen auch gut im Ergebnis, vor allem sind die Aufnahmen einfach deutlich klarer und schärfer als mit ZS.
Mit CompineZP mache ich bei großen Bildpaketen Zwischenstapel. Also ich rechne jeweils z.B. 20 Fotos zusammen und zum Schluss rechne ich nochmals die Ergebnisse zusammen. Das ist allerdings nicht immer vom Ergebnis von Vorteil, aber eben doch sehr oft. 
Oft rechne ich die Bilder mit CompineZP und zusätzlich mit ZS. Aber überwiegend benutze ich dann die Fotos welche mit CombineZP gerechnet sind. Wenn man die beiden Fotos nebeneinander am Monitor sieht, ist das ein so deutlicher Unterschied, dass ich die ZS-Bilder entsorge.
Einzige Ausnahme sind Aufnahmen, welche einen großen Höhenunterschied aufweisen, da ist ZS klar im Vorteil, zumindest sehe ich das so. Und wie du beschreibst, bei nadeligen, büschligen Aggregaten kommt ZereneStacker im P-Max Modus irgendwie besser zurecht.
Mir fehlt einfach die Zeit mir die beiden Software-Pakete genauer anzuschauen um eben doch die Einstellungen in der Tiefe besser nutzen zu können. Wenn das überhaupt sinnvoll und auch möglich ist!
Zum entrauschen der Fotos habe ich NeatImage als Plugin für Photoshop im Einsatz. Zum Nachschärfen der Fotos benutze ich eine Aktion in Photoshop. Diese hat eine Fotograf aus Österreich (Subhash, nennt er sich) erstellt und stellt sie kostenlos auf seiner Homepage zur Verfügung. Wenn ich es richtig verstanden habe, wird das Photo zuerst groß gerechent, dann nachgeschärft und anschließend wie auf die Ausgangsgröße zurückgerechnet. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Allerdings ist auch das nachschärfen mit NeadImage sehr gut.

Irgendwie müsste man einfach mehr Zeit haben und sich ein ganzes Wochenende mal treffen und einen Erfahrungsaustausch machen !

Gruß
loparit



Offline Harald Schillhammer

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@ Harald, schön zu sehen, dass das Mitutoyo auch als endliche Optik gute Leistung bringt. Ich habe zwar leider kein Mitutoyo nur ein, von den Werten vergleichbares Optem-Objektiv, habe es bisher aber nur in Kombination mit Objektiven mit Brennweiten von 120-200 mm benutzt. Hast Du schon über eine Tubuslinse nachgedacht? z.B. eine von Thorlabs (eBay 111015464838)?

Die Tubusoptik habe ich in der Technikangabe weggelassen (erschien mir selbstverständlich) - ich verwende natürlich eine :) und zwar die Mitutoyo MT-1. Ist zwar sauteuer, aber da Geld zu diesem Zeitpunkt keine Rolle gespielt hat habe ich zum besten gegriffen. Was mir an den Mitutoyo-Linsen (arbeite mit 5X, 10X, 20X) so gefällt ist, dass sie nicht die geringste Spur von chromatischer Aberration aufweisen, auch bei noch so kritischen Objekten.

lg

Offline Embarak

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Anmerkung für die PS-fans:
Zitat
...Zum Nachschärfen der Fotos benutze ich eine Aktion in Photoshop. Diese hat eine Fotograf aus Österreich (Subhash, nennt er sich) erstellt und stellt sie kostenlos auf seiner Homepage zur Verfügung.
Die über mehrere Parameter einstellbare Aktion gibt es bei subhash.at als zip unter Schärfen (mittels Hochrechnen) 1.1.
Den entpackten Subhash-Schaerfen_mit_Hochrechnen.atn einfügen in Programme -> adobe-> photoshopCS.. -> Presets-> Actions.
Dann in PS zu finden unter -> Fenster--> Aktionen.
Diese Aktion schätze ich auch sehr.  :)
Norbert

Offline Harald Schillhammer

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Diese Technik ist mir zwar bekannt, habe sie aber nie ausprobiert. Ich habe mir meine eigene Action zum Schärfen geschrieben - arbeitet mit je einer "Aufhellen"- und "Abdunkeln"-Ebene. Vermeidet perfekt das Entstehen von Schärfungsrändern und Moiré-Effekten.

Werde die erwähnte action mal installieren und, wenn ich Zeit habe, auf Herz und Nieren prüfen. Ich bin etwas skeptisch, da ich die Schärfungswirkung im Ablauf der action gerne optisch kontrolliere und das stelle ich mir bei einem hochgerechneten Bild schwierig vor. Aber, ich lerne gerne dazu :).

lg

Offline EdgarM

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Hallo zusammen,

120 Tage kein Beitrag hier - ich schreibe trotzdem- weil das mit dem Holz zur Schwingungsdämpfungs ist mir heute extrem aufgefallen.
Eigentlich wollte ich nur die Verankerung meines Hubtisches stärker befestigen. Dazu musste ich mangels Material eine DMF-Holzplatte verwenden. Und siehe da, die Schwingungen dauern nur noch 2 -3 Sekunden nach Betrieb des Schrittmotors, der den Hubtisch antreibt. Vorher waren es quälend lange 15-20 Sekunden. Und das liegt sicher nicht nur an der stärkeren Verankerung, die macht eigentlich nicht viel weg.

LG, Edgar (Becheln)

Offline Roadrunner

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Hallo Lutz, Hallo Harald,

hier einmal Aufnahmen von meiner Fotostation. Die Funktionsweise bzw. der Aufbau Lampe etc. ist zu erkennen. Die Tischplatte aus Aluminium ist zwischenzeitlich allerdings schwarz. Die Lampe ist daran befestigt und die Platte wiederum am Stackshot. Die Lampe ist eine LED-Ringleuchte bestehend aus 8 Segmenten die jeweils regelbar sind. Auch habe ich die Fotostation zwischenzeitlich neben dem Tisch stehen. Als Sockel benutze ich ca. 250 kg Betonsockel, bestehend aus einzelnen Betonstufen.
Ich werde nun ebenfalls noch versuchen mit einer höheren ISO die Belichtungszeit zu erhöhen, wie es Harald bereits geschrieben hat. Mal sehen ob dass einen deutlichen Unterschied macht.

Gruß
loparit
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Hallo Edgar,
Mann ein echt super Dein Foto, eine glatte 10 meiner Meinung nach. Detailreich und scharf, einfach geil!
Hut ab, ich könnt direkt neidisch werden. Ich bin schon froh, wenn ich auch nur ansatzweise solche Fotos hinbekomme.
Bis dann
Gruß Roadrunner

 

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