Arbeitsmittel / Means for work > Exkursionsmaterial (Werkzeug etc.) / Field trip material (Tools etc.)
Fäustel+Meißel vs. Geologenhammer
Brodi69:
Hallo Jan
Mit deinen Ausführungen zum Einsatzgebiet bist du für einen guten Ratschlag noch etwas zu wenig präzise:
--- Zitat ---Das geplante Einsatzgebiet liegt zu 95% im präzisen Zerkleinern von Gesteinen am Aufschluss. Eigentlich steht die Anschaffung von Fäustel und Meißel nicht zur Debatte, firmentechnisch wird es bei Estwing bleiben.
--- Ende Zitat ---
Bist Du ein Steinbruch-Halden-Sucher, der frei liegende Blöcke grob zerkleinert, dann ist der 1800-er mit langem Stiel recht gut. Willst du hingegen kleinere Steine formatieren, kannst Du mit dem Ding nicht mehr viel anfangen. Auch eignen sich Estwing-Fäustel zur Schlagformatierung nicht besonders. Ihr rundliches Hammerformat erschwert das präzise schlagen erheblich. Dann ist ein möglichst kubischer Hammerkopf wesentlich vorteilhafter.
Arbeitest Du am Fels direkt, brauchst Du in der Regel Meissel, diesfalls ist der lange 1800-er kaum brauchbar, da du diesen nicht mit einer Hand führen kannst. D.h. der Meissel muss Platziert werden können, damit du draufschlagen kannst. Dies führt aber mit der Zeit gerne zum Bruch des Meissels. Zu einem Meissel passt dann eher ein 1200-er mit normalem d.h. kurzem Stiel.
Aus meiner über 20-jährigen Erfahrung würde ich dir folgende Empfehlung geben: Meissel: Spitz, Chrom-Vanadium, ca. 25-30 cm mit Handschutz (Plastikkrause); Hammer: Kubischer Hammerkopf, 1000-1200 g, Kunststoff-/Fieberglasstiel (nicht Billigware nehmen); und für das Grobe im Steinbruch dann einen 3-4 kg Vorschlaghammer mit Fieberglasstiel. (Estwing-Hämmer benutze ich nach 5 Jahren Einsatz generell nicht mehr)
Gruss
Christian
Alcest:
Hallo,
danke für eure Meldungen!
Ich grenze das Einsatzgebiet mal näher ein. Primär soll das Werkzeug nicht für die Suche nach Minerale verwendet werden. Ich studiere Geol. Wissenschaften und habe in diesem Jahr einige Exkursionen, die für ihre Berichte gescheite Gesteinsproben für meine Ansprüche fast unverzichtbar machen. Halde/Steinbrüche mit vorgefertigtem Material fallen weniger in mein Gebiet, anstehendes Gestein + größere Abbrüche sind relevanter.
Geologenhammer sind ganz nett, um frische Anbruchstellen auf angewitterten Gesteinen herzustellen - für den Rest halte ich sie in meinem Einsatzbereich jedoch für nahezu unbrauchbar. Für Arbeiten am Fels sind diese komplett unnütz in meinen Händen und das Zerkleinern größerer herumliegender Blöcke ist mehr Glückssache als Können. Natürlich will ich aus dem Fels keine 20 cm Blöcke prügeln, da müssen kleine Fetzen genügen.
Das Problem ist auch, dass wir immer in Gruppen unterwegs sind und ich wohl der einzige mit Schutzbrille bin, weshalb ich nicht minutenlang herumschlagen kann, bis was passiert. Ein Schlag und ein Ergebnis sollte absehbar sein.
Auf die Idee mit dem Vorschlaghammer bin ich noch gar nicht gekommen - die Kombination davon mit mittelschwerem Fäustel+Meißel hört sich aber sinnvoll an.
Wäre für meine Zwecke folgendes Equipment sinnig?
- 1250+- Gramm Fäustel kurz
- Meißel spitz+15 mm Schneide
- Vorschlaghammer (3 kg Kurzhammer wären bei meinen physischen Voraussetzungen eine Ecke zu mutig ;D)
Gruß
Jan
Brodi69:
--- Zitat ---- 1250+- Gramm Fäustel kurz
- Meißel spitz+15 mm Schneide
- Vorschlaghammer (3 kg Kurzhammer wären bei meinen physischen Voraussetzungen eine Ecke zu mutig )
--- Ende Zitat ---
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass diese Zusammensetzung passend ist. Schwere Fäustel (1200-1500g) ermüden einen schnell und ein zu leichter Hammer (<= 900g) erfordert eine sehr gute Schlagtechnik. Flachmeissel ist bei Schiefer (in Plattenrichtung) besser geeignet. Zum Vorschlaghammer noch folgendes: Im Rucksack auf langen geologischen Wanderungen schwer... darum ist ein langer Stiel und nur 3 kg zu empfehlen.
Gruss
Christian
Alcest:
Hallo Christian,
wir parken meist in unmittelbarer Aufschlussnähe und haben nur minimalste Laufwege.
Du solltest dir den Rest meiner Geologengeneration eher als Theoretiker, Praxisversager und "Hauptsache nicht schmutzig machen"-Vertreter vorstellen. Mehr als 1km "Wanderung" kann man 90% meiner Mitstreiter nicht zumuten.
Für mich bestehen diese Ausflüge meist aus 10 Minuten Bestandsaufnahme, 10 Minuten Fotos und anschließend Gesteinssuche/Mineralsuche. Wenn der Rest mit den ersten beiden Sachen fertig ist, geht es nach 3h weiter...
Gruß
Jan
Brodi69:
... dann ist das Studium der Erdwissenschaften in der Schweiz wohl etwas anders.... ;)
Gruss
Christian
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