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Autor Thema: Erdbeben heute Nacht  (Gelesen 10013 mal)

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Offline Robin

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  • Beiträge: 701
Re: Erdbeben heute Nacht
« Antwort #15 am: 01 Jan 05, 14:34 »
Tja, so ist die Natur...

Für die getroffenen Menschen ist es natürlich schrecklich, aber dagegen kann man nichts machen. :(
Ok, ein Warnungssystem würde helfen.

Mein Tip: nicht in tektonisch hoch aktive Zonen wohnen gehen! :-\

Offline McSchuerf

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  • Beiträge: 0
Re: Erdbeben heute Nacht
« Antwort #16 am: 01 Jan 05, 17:13 »
hier mal die wissenschaftlichen News zu den Tsunamis, etc.. (aus dem mtl. 'Krantz-Brief')..

Geologische Sichtweise des Tsunamis im asiatischen Raum
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Das schwere Erdbeben von Sumatra – man mag es angesichts
des Unheils, welches es im asiatischen Raum angerichtet
hat kaum aussprechen – könnte sich für die Untersuchung
des Erdinneren als sehr bedeutungsvoll herausstellen. Es
bietet Geowissenschaftlern eine außergewöhnliche Möglichkeit
zur Erforschung wie es sie seit mindestens 40 Jahren nicht
mehr gegeben hat. Unter den Naturwissenschaftlern stehen
insbesondere Geowissenschaftler vor dem Problem, dass
sich ihr Untersuchungsobjekt, die Erde, im Labor nur
schwer simulieren lässt.
Die Erde hat einen Durchmesser von mehr als 12700 Kilometern.
Aber selbst die tiefste Bohrung von zwölf Kilometern ist nicht
mehr als ein Pikser in die Haut der Erde. Der größte Teil
jener Informationen, die Geowissenschaftler in den vergangenen
hundert Jahren über den Aufbau der Erde zusammengetragen
haben, stammt aus der Analyse von Erdbebenwellen. Aus den
Schwingungen, welche die sehr selten auftretenden Erdbeben
mit Stärken von neun und mehr hervorrufen, können Forscher
nämlich im Detail den Aufbau der Erde berechnen. Die Forscher
nutzen dabei die bei einem Erdbeben entstehenden seismischen
Wellen. Diese Wellen durchleuchten die Erdschichten, von ihrer
dünnen Kruste bis zum 2900 Kilometer unter unseren Füßen
liegenden Erdkern. Es gibt zwei Gruppen von Wellen:
Jeder Kontakt der ersteren Art von Wellen, sogen. Raumwellen,
mit einer Schichtgrenze hinterlässt im Seismogramm seine
Spur als kleiner Ausschlag. Aus der Analyse vieler Tausender
solcher Ausschläge berechnen Seismologen dann nicht nur die
Tiefe der Schichtgrenze. Sie können vielfach auch ableiten,
welche Gesteine durch diese Grenze voneinander getrennt werden.
Die zweite Art von Erdbebenwellen, die sogen. Oberflächenwellen,
dringen im Gegensatz zu den Raumwellen nicht sehr tief ein.
Bei schwereren Erdbeben sind diese Oberflächenwellen so stark,
dass sie den Globus mehrmals umrunden können. Aus der Magnitude
dieser Wellen wird mittlerweile auch die Magnitude eines
Erdbebens berechnet. Nach einer gründlichen Auswertung der
Oberflächenwellen des Sumatra-Bebens korrigierten die Mitarbeiter
des Geologischen Dienstes der Vereinigten Staaten in Golden
(Colorado) am Montag (27.12.04) ihre Angaben leicht nach oben
auf 9,0.
Auch die Tsunamis, die an den Küsten des Indischen Ozeans
die schweren Verwüstungen angerichtet haben, gehören zu den
Oberflächenwellen. Sie breiten sich aber nicht im festen
Erdboden, sondern nur im Ozean aus. Auf ihrem Weg quer durch
einen Ozean büßen sie so gut wie nichts von ihrer ursprünglichen
Energie ein, weshalb ein Tsunami auch noch Tausende von Kilometern
von seinem Entstehungsort entfernt schwere Schäden anrichten kann.
Große Erdbeben erzeugen aber nicht nur elastische Wellen.
In der ruckartigen Bewegung einer riesigen Gesteinsscholle –
beim Beben von Sumatra verschob sich die indisch-australische
Platte auf einer Länge von etwa tausend Kilometern mit einem
Schlag um zehn Meter – steckt eine ungeheuer große Energie.
Der ruckartige Versatz ist vergleichbar mit dem kräftigen
Schwung eines Klöppels, der auf eine Glocke trifft. Die Erde
kann auch, durch kräftiges Beben angeschlagen, tagelang wie
eine Glocke läuten. Bei diesen sogenannten Eigenschwingungen
bläht sich die Erde wie ein Ballon auf, nur um sich dann wieder
zusammenzuziehen. Sie kann aber auch ihre Form ändern. Mit
empfindlichen Seismometern lassen sich diese Schwingungen messen.
Sie treten allerdings nur nach schweren Erdeben in den
Aufzeichnungen von besonders abgelegenen Erdbebenwarten
deutlich hervor. Eine in Frage kommende und inzwischen
weltberühmte Station zur Messung von Eigenschwingungen
ist die gemeinsam von den Universitäten Stuttgart und
Karlsruhe betriebene Erdbebenwarte in Schiltlach im Schwarzwald.
Aus der Auswertung dieser Aufzeichnungen können Geowissenschaftler
dann die Lage der Schichtgrenzen im Erdinneren sowie die Dichte
und die Verformbarkeit der dort vorkommenden Gesteinstypen berechnen.
Es werden spannend diese genauen Ergebnisse erwartet.
Quelle: FAZ 28.12.2004


 

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