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Autor Thema: Bitte um Hilfe / limonitisierter Pyrit (nach Markasit?)  (Gelesen 4899 mal)

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Offline Robert Hörmann

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Hallo Zusammen
War am Montag unterwegs auf einem Steinbruch um Fossilien zu suchen.
Dabei fand ich in einem Hohlraum ein Mineral ,das ich so gar nicht einordnen kann.
Deshalb bitte ich um Eure Hilfe.
Der Fundort ist: der alte Steinbruch von Beilgries (Altmühltal Bayern)
Das Mineral lag lose im Gesteinshohlraum ohne Verbindung zum Stein
Die Grösse ist :ca. 25 mm breit ca. 30 mm hoch
was mir noch aufgefallen ist ,vor dem reinigen war ein rostähnlicher Staub bzw. Belag auf der Stufe.

Robert
« Letzte Änderung: 27 Aug 16, 13:34 von oliverOliver »

Offline Haüyn64

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Re: Bitte um Hilfe
« Antwort #1 am: 28 Mar 13, 13:04 »
Hallo!Bin zwar erst 2 Jahre im Mineralienrausch glaub aber Hämatit!


Lg Haüyn64

Offline Tobi

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Re: Bitte um Hilfe
« Antwort #2 am: 28 Mar 13, 13:09 »
Hallo Robert,

du machst es den Experten einfacher, wenn du so viele Infos wie möglich gibst, bitte schau mal hier rein:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Fragen%20zur%20Bestimmung

Zumindest die Angaben Härte und Strichfarbe kann jeder schnell und ohne Aufwand herausfinden - und die können schon für eine recht sichere Bestimmung reichen, zumal wir den Fundort ja haben.

Der Fundort ist: der alte Steinbruch von Beilgries (Altmühltal Bayern)
Meinst du BEILNgries?

Gruß
Tobi

Offline stoanklopfer

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Re: Bitte um Hilfe
« Antwort #3 am: 28 Mar 13, 13:22 »
Sieht mir sehr nach limonitumkrustetem Pyrit (ev. pseudomorph nach Markasit) aus.

stoanklopfer

Offline Geomaxx

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Re: Bitte um Hilfe
« Antwort #4 am: 28 Mar 13, 13:46 »
Hi,
jau, Markasit ("Speerkies") als Konkretion;
Bildung: Ausscheidungen von Eisensulfiden aus migrierenden Porenwässern, die sich in Kalken oder Kalkmergeln unter reduzierenden Bedingungen, meist im eher sauren Milieu bilden. Als Kristallisationskeime dienen hierbei vormals organische Überreste (die aus der Zersetzung von Eiweißen über Schwefelwasserstoff den Schwefel liefern) und jetzt als sulfidische Fossilien überliefert sind ("Pyritfossilien").
Schönes Teil übrigens.
Glück Auf!
GEOMAXX

Offline Robert Hörmann

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Re: Bitte um Hilfe
« Antwort #5 am: 28 Mar 13, 14:22 »
Hallo Danke erstmal für die schnellen Antworten
Sorry da hat sich doch tatsächlich der Fehlerteufel eingeschlichen der Ort heißt natürlich Beilngries
Tobi : die Ritzprobe hab ich gemacht das Mineral lässt sich mit dem Messer nicht mehr ritzen,mit der Feile geht es schon,
die Strichfarbe ist silber glänzend.
und dann hab ich gleich noch eine Frage wie bekomme ich den Rest des rostigen Materials weg ?

Offline Roadrunner

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Re: Bitte um Hilfe
« Antwort #6 am: 28 Mar 13, 17:59 »
Hallo,
die Härte deutet auf Mooshärte zumindest größer als 6 hin. Quarz hat die 7 und der ist in der Literatur zum Vergleich mit einer Feile angegeben. Pyrit und Markasit mit 6-6,5 und somit weicher als eine Feile aber härter als eine "normale" Messerklinge. Die Kristalle deuten auf eine kubische Struktur hin, was wiederum auf Pyrit hinweist. Das würde auch den limonitischen Überzug erklären (Verwitterungsrinde).
Nur der silberfarbene Strich ergibt keinen Sinn, denn beide Eisensulfide haben grünlichgrauen bis fast schwarzen  Strich und nicht silberfarbenen! Das Thema Pseudomorphose ist auch nicht auszuschließen.
Nickelminerale haben soweit ich weiß keine limonitische Kruste sondern farbige Sekundärminerale gelblich, Rosa bis grünlich.
Wie hast Du die Strichfarbe denn bestimmt?
Ist der Limonitische Überzug auf eine Verwitterung zurückzuführen, oder ist es ein echter Überzug, am besten an einer Bruchstelle zu sehen. Ein Überzug ist deutlich vom Primärmineral abgegrenzt und lässt sich manchmal sogar abspalten. Eine Verwitterungsrinde ist meistens wie bei einem Baum und geht mit Verfärbungen in das primäre Mineral über, zumindest sind das meine Erfahrungen bisher.
Hämatit selbst schließe ich aus, der bildet völlig andere Kristalle und hat einen kirschroten Strich.
Hoffe ich konnte etwas helfen.
Bis dann und Glück auf!
Roadrunner

Offline Robert Hörmann

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Re: Bitte um Hilfe
« Antwort #7 am: 28 Mar 13, 18:48 »
Hallo Roadrunner
sorry bestimmt habe ich eigentlich nicht wirklich hab mit der lupe geschaut und einen silber schimmernden strich gesehen
hab ich da was falsch gemacht ?
und es gibt auf der Unterseite ein paar Kristalle wo der Überzug fehlt

Robert

Online Uwe Kolitsch

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Re: Bitte um Hilfe
« Antwort #8 am: 28 Mar 13, 19:16 »
Sieht eher nach (ex-?)Pyrit als nach Markasit aus.

Offline Roadrunner

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Re: Bitte um Hilfe
« Antwort #9 am: 29 Mar 13, 11:48 »
Hallo Robert,
die Strichfarbe kann man an einem "frischen" Mineral festzustellen. Am besten an einer recht frischen Bruchstelle, ohne Kruste oder Sekundärminerale. Das geht am besten auf einer unglasierten Porzellanscheibe, alternativ kann man die Unterseite einer Tasse nehmen. Die Ränder auf denen die Tasse steht sind meistens nicht glasiert, die Unterseite einer Fliese geht auch. Mit dem Mineral nur auf der Porzellanseite drüberstreichen, das gibt dann bei den meisten Mineralen einen farbigen Strich, die sogenannte "Strichfarbe", welche manchmal von der Mineralfarbe total abweicht. Bei Pyrit ist die Farbe ja bekanntlich mehr oder weniger stark messinggelb aber der Strich ist grünlichschwarz, bei Hämatit ist dieser recht kräftig rot. Bei manchen Mineralen kann man diese Strichfarbe dann mit einer zweiten Strichtafel nochmal verreiben um Unterschiede festzustellen, ich glaub bei Graphit und Molybdänit war das so, müsste ich in der Literatur nachlesen.
Das ist ein recht einfaches Mittel die meisten Minerale zu bestimmen.
Wie gesagt, ich tippe auch auf Pyrit oder zumindest eine Pseudomorphose nach Pyrit, da die Kristallform (würfelähnlich) und die limonitische Kruste darauf hinweist.
Da man als Laie noch nicht soviel Erfahrung hat, kann man nicht immer genau Sulfide erkennen.
Recht sicher lässt sich das bestimmen wenn man ein kleines Stück zerkleinert, auf ein Stück Holzkohle legt, in welches man eine kleine Vertiefung gebohrt hat, und dann mit einem Bunsenbrenner, Lötrohr oder ähnliches erhitzt. Bei fast allen Sulfiden wird Schwefeldioxid freigesetzt, welches einen stechenden unverwechselbaren Geruch hat. Wenn es dann zusätzlich noch etwas knoblauchartig riecht ist garantiert Arsen mit anwesend. Bitte am besten im Freien machen, da viele solcher Gase giftig sind! Wenn Du dann noch weiter erhitzt bleiben bei Eisen kleine magnetische Flitter übrig ( Magnet) und schon hast Du im günstigsten Fall bis zu 3 Elemente nachgewiesen. Eisen und Schwefel ohne Knobigeruch grenzt auf Pyrit und Markasit ein. In Deinem Fall eher Pyrit, da Kristallform! Eisen, Schwefel und Knobigeruch grenzt auf Arsenkies ein, hat aber auch eine andere Kristallform.
Siehe hierzu unter Lötrohrprobierkunst, ist ein Interressantes Thema. Damit hat man früher im Feld sehr gute Analysen gemacht. Man braucht dazu meistens nur eine kleine Menge des Minerals, Stecknadelkopfgröße reicht völlig aus.
Es muss nicht immer gleich eine Röntgenanalyse sein.
Wenn Du Interresse hast, ich hab zu dem Thema ein paar Seiten zu lesen, die kann man auch kopieren.
Bis dann und schöne Ostern
Roadrunner

 

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[erledigte Bestimmungen / completed determinations] Re: Koslenz ??? / FO nicht zuordenbar von Bruno80090 07 Feb 26, 18:29