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Analyse Gestein
MAlles:
Hallo,
ich habe ein Probe von magmatischem Gestein und würde gerne die Zusammensetzung davon kennen (chemisch bzw. welche Mineralien sind enthalten). Gibt es hierfür einen Dienstleister, der dies zu einem bezahlbaren Preis anbietet? Bin für jeden Tipp dankbar.
Besten Dank!
Wegschmeißit:
Wie stellst du dir das vor? Ein Magmatisches Gestein kann aus vielen einzelnen
Mineralien bestehen (Quarz, Glimmer, Feldspat usw.) d.h. jede einzelne Komponente
muß einzeln analysiert werden.
Frage: Was möchtest du damit? Zeig mal ein Foto des entsprechenden Stückes
mit Fundort und du wirst bestimmt viele hilfreiche Dinge erfahren.
Gruß Dirk
smoeller:
Hallo,
Zuerst würde ich eine RFA (Röntgenfluoreszenzanalyse) machen lassen Das geht im Prinzip an vielen Universitäten (mineralogische oder geologische Abteilungen oder Institute), die über eine entsprechende Gerätschaft verfügen. Damit kann man die chemische Zusammensetzung des Gesamtgesteins bestimmen. Hängt auch davon ab, was du bestimmen willst. Je geringer der Gehalt, desto größer der Aufwand. Bei magmatischen Gesteinen ist es erstmal v.a. nötig, die Hauptelemente (Silicium, Aluminium, Eisen, Kalium, Calcium, Natrium, Magnesium, Phosphor) sowie Titan zu messen, daraus lässt sich schon der Gesteinstyp (TAS-Diagramm) und einige Informationen zur Geochemie ablesen. Für weitere Aufgaben, etwa Differenzierungstrends oder Magmenquelle oder Alter sind Spurenelementmessungen nötig. Da brauchst du zusätzlich ein weiteres, massenspektrometrisches Verfahren (z.B. ICP-MS), da niedrige Gehalte mit der RFA evtl. nahe der Nachweisgrenze liegen und dann der Messfehler recht groß wird. Das wäre dann aber schon eine wissenschaftliche Arbeit.
Für den Mineralbestand würde ich einen Dünnschliff empfehlen, den man ebenfalls an vielen Unis machen lassen kann. Bei der Anfrage nach der RFA gleich mit fragen. Unter dem Polarisationsmikroskop ist es möglich, die einzelnen Minerale und tw. auch ihre Zusammensetzung (grob) zu bestimmen. Für die Mineralgehalte nimmt man entweder ein geeignetes Mikrofoto (oder mehrere) und legt ein engmaschiges Netz (Millimeterpapier o.ä.) darüber und zählt die Ecken der Quadrate des Millimeterpapieres, die auf den Körnern eines Minerals zu liegen kommen. Eine zeitraubende Methode. Es gibt auch Normierungsverfahren, mit denen man aus den RFA-Analysen (modale) Mineralbestände errechnen kann. Es sind dies aber nicht unbedingt die tatsächlich im Gestein vorhandenen (ausgebildeten) Minerale, sondern die nach der Gesteinschemie zu erwartenden. Letzteres wird bei sehr feinkörnigen oder glasartigen (Obsidian) Gesteinen angewandt, wo eine Bestimmung des Mineralbestandes im Dünnschliff und erst Recht eine Auszählung kaum oder gar nicht möglich ist.
Glück Auf!
Sebastian
Krizu:
Hallo,
warum für den Mineralbestand keine XRD?
MfG
Frank
smoeller:
Hallo,
@Frank (Krizu): Kommt auf die Genauigkeit an, mit der man die Ergebnisse haben will. Grundsätzlich ist natürlich auch eine XRD zur Bestimmung des Mineralbestandes möglich. Als Petrologe vergesse ich das immer, wir benutzen eher Dünnschliffe zur Erfassung des Mineralbestandes. Hat den Vorteil, dass man eine Menge optischer Parameter an den Kristallen bestimmen kann und damit z.B. bei Feldspäten und Olivinen die Zusammensetzung recht genau bestimmen kann, was tw. auch zur Benennung des Gesteins beiträgt (Anorthitgehalt in Plagioklas in Dioriten und Gabbros!).
Glück Auf!
Sebastian
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