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Polymorphie

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Schluchti:
Ja, die Möglichkeit einer neuen Form ist natürlich immer gegeben.

Solange man nur zwei Formen kennt, wäre das also dimorph und bei dreien dann trimorph bzw. spricht man ab da von polymorph?

Collector:
Nein, bereits ab zwei Formen = polymorph



collector

McSchuerf:
poly = griech.: viel.. :)

hier ist auch noch etwas Interessantes zur Polymorphie aber bei Siliziumdioxid steht eindeutig etwas Falsches bzw. Unvollständiges!

http://www.chem.tu-freiberg.de/~boehme/lehre/rksa/rksa014.html

Es gibt nicht nur 4 Polymorphe sondern mittlerweile 9 Modifikationen von Siliziumdioxid (Moganit kam als letztes Mineral dazu!); Quarz ist nur eine davon. Wenn man von Polymorphie spricht, muss man auch automatisch von Modifikationen sprechen.

McSchuerf:
http://www.mineralienatlas.de/phpwiki/index.php/Polymorphie

..ich sehe mal wieder, dass meine Definition von Polymorphie, die ich damals sicher auch für das Lexikon geliefert hatte, nicht übernommen wurde..schade..aber o.k. die Def. geht auch..

Entdecker der Polymorphie ist übrigens Chemiker Mitscherlich zu Beginn des 19. Jhd. gewesen; auch das steht nicht in o.a. Link..und noch vieles mehr nicht..sollte man evtl. mal ergänzen.. ::)... :)

..meine Def. lautete:

Polymorphie (griech. polys = viel, morphe = Gestalt) bezeichnet die Eigenschaft verschiedener Minerale gleicher chemischer Zusammensetzung in zwei oder mehr Modifikationen aufzutreten (bei veränderter Symmetrie, verschiedenartigen Kristallformen und gelegentlich auch in abweichenden physikalischen Eigenschaften).
Bedingung hierbei sind unterschiedliche Temperaturen und Drucke bei der Entstehung, die zu unterschiedlicher Anordnung der Atome im Kristallgitter führten.

Dann hattte ich 6 Bsp. mit Formeln beschrieben.. (darunter Pyrit-Markasit, Argentit-Akanthit, Calcit-Aragonit..das sind wohl die bekanntesten Bsp. außer Siliziumdioxid (Kieselsäure).

Da diese Minerale in zwei Modifikationen auftreten können, nennt man sie dimorph.
Kieselsäure SiO2 kann, je nach Druck und Temperatur, in einer amorphen und 8 kristallinen Modifikationen erscheinen (polymorph).

Entdecker der Polymorphie: Chemiker Mitscherlich zu Beginn des 19. Jhd.

rheinkiesel:
Vielen Dank für Eure Ausführungen,
jetzt seh´ich etwas klarer.

In einem alten Chemiebuch hab ich die Kristallgitter von Graphit und Diamant mit einer Stereo-brille als räumliche Darstellung nebeneinander betrachten können - da wird einem so richtig klar, daß Druck von außen zu einer Modifikationsänderung führen kann, das Diamantgitter wirkt wie ein gestauchtes Graphitgitter.

Ich bin überrascht, wie viele Beispiele es für das Thema gibt - wenn auch nicht alle so deutlich sind, wie das obige Beispiel, z.B. hab ich von verschiedenen Modifikationen von gediegenem Arsen gelesen, die praktisch nur im Labor zu unterscheiden sind.

Sogar im täglichen Leben gibt´s Beispiele für veränderte physikalische Eigenschaften verschiedener Modifikationen einer Stoffes:
wenn die Schokolade für den Kuchenüberzug beim Schmelzen zu stark erhitzt wird, geht die Kakaobutter in eine andere Modifikation über, die ewig lang nicht fest wird.
(Da seht ihr wozu es führt, wenn Frauen mitreden dürfen,  ;D ;D ;D
Bitte nicht steinigen, Mädels).

Gruß aus dem wilden Süden
Rheinkiesel

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