Es ist mir ein Anliegen, das selbstverständliche, die Moral, die Ehrfurcht vor der Natur, die Ehrlichkeit zu den Mitmenschen, das Masshalten - schlicht all das, was die Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft bildet - in Erinnerung zu rufen. All diese "Grundregeln" bilden Basis des Zusammenlebens jeder Kultur, jeder Religion, jeder Gruppierung.
Für uns Mineralien- oder Fosilliensammler gilt dies in speziellem Masse: Das Brauchtum und die ungeschriebene Regeln sind es, die helfen Verbote zu vermeiden, die Freundschaften bewahren, die die Freude an Funden erhalten und die gewährleisten, das wir unsere schöne Tätigkeit noch lange ausüben können.
Das Thema "Ehrenkodex" - er wurde hier schon Mehrfach diskutiert (
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,24617.0.html; der CH-Strahler
http://www.svsmf.ch/ehrenkodex) - stellt ein Versuch dar, dieses Brauchtum textlich zu erfassen.
(Bitte hier nicht eine weitere Diskussion über deren Inhalt anfangen!) Jedes Land, jede Region hat ihre eigenen ungeschriebenen Regeln. Wäre es nicht interessant und hilfreich zugleich, hier in diesem Treat einige dieser Brauchtümer beziehungsweise dieser ungeschriebenen Regeln einem breiten Publikum vorzustellen? Ich bitte grundsätzlich darum, die jeweils erwähnten "Regeln"
nicht zu zerreden, sondern sie als gegeben zu Kenntnis zu nehmen. Ich mache gerne den Anfang:
Anwendungsgebiet: Schweizweit / Thema: Strahler-teilete (Fundgutaufteilung unter Mineraliensammlern)
- Gehen zwei Strahler gemeinsam auf Tour, werden die Funde redlich geteilt. Der Finder der Kluft darf sich jeweils die schönste Stufe aussuchen, sein Partner die zweite. Dann werden entweder zwei gleiche Lot aufgeteilt und eine Münze geworfen oder abwechslungsweise je ein Stück ausgesucht.
- Geht ein Strahler an seine Kluft und nimmt einen Begleiter mit, der ihm Tragen hilft, so hat der Träger Anspruch auf eine gute Stufe, das übrige Fundgut gehört dem Strahler.
Gruss
Christian