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Autor Thema: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH  (Gelesen 6858 mal)

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Offline vanderheide

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Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« am: 21 May 13, 23:30 »
Ich habe hier die Rück- und die Vorderseite des Steines abgebildet.
Ob dieser Stein für die Benennung "Bündner Schiefer" stehen kann?
Was ist hier das Weissliche und was ist das Grünliche?
Gruss
Hans

Offline vanderheide

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Re: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« Antwort #1 am: 30 May 13, 22:05 »
Vielleicht schleife ich noch mal einen solchen Stein. Ich denke, die Bilder geben zu wenig her um schlüssige Antworte zu geben?

Aber aus der Rheinschlucht kam noch ein anderer Stein, der jetzt fertig wurde.
Vom Charakter ist es glaube ich ein Granit (Grösse: 70X60X25mm)
Ich habe versucht das Grün richtig einzufangen. Es ist sehr unterschiedlich, mal durchscheinend wie ein Schleier, dann plötzlich viel dichter oder dann gar richtig verdichtet. Ist alles dasselbe? Nennt man es Chlorit und kann das so unterschiedlich erscheinen?
Hier sind zwei Ansichten des ganzen Steines, dann auch Detailaufnahmen mit Digimicrocam.
Besten Dank für Hinweise
Gruss
Hans

Offline Brodi69

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Re: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« Antwort #2 am: 31 May 13, 22:37 »
Hallo Hans
Die Rheinschlucht liegt völlig im Bergsturz des Malm's, d.h. es handelt sich um Geschiebe aus der oberen Surselva. Es sieht nach granitischem Ursprung aus, unklar ob aus dem Aaremasiv (Surselva nordseitig, zB. Punteglias) oder aus dem Medelser Gebiet (Gotthardmassiv, Lukmanier).
Gruss
Christian

Offline vanderheide

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Re: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« Antwort #3 am: 01 Jun 13, 23:26 »
Besten Dank Christian. Jawohl, es ist der grösste Bergsturz in der Alpen und somit ist einiges durcheinander. Ich bin froh, deutest Du auch auf Granit. Dann bleiben meine Fragen nach dem Grün und bei den MicroAufnahmen, meint Ihr nicht auch, dass das Schwarze stäbchenförmig ausschaut und deshalb Hornblende sein kann?
Besten Dank für weitere Hinweise
Hans

Offline vanderheide

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Re: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« Antwort #4 am: 03 Jun 13, 09:49 »
Ich komme nochmals zurück auf das erste Foto. Ich nannte es "Bündner Schiefer".
Wenn die Bilder nicht gut genug waren: hier ist ein zweiter Stein derselben Sorte.
Was bei diesem Stein seltsam ist, ist die eingefärbte Ader. Ich habe alles mit Salzsäure angetippt: keine Reaktion!
Ob Eisen an der Einfärbung Schuld ist?
Ist dieser Ader Feldspat oder eher Quarz?
Vielen Dank für Hinweise, die mich weiterführen
Hans

Offline vanderheide

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Re: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« Antwort #5 am: 11 Jun 13, 23:00 »
Gestern habe ich verschiedene Abhandlungen über Bündner Schiefer gelesen und mir Bilder davon angeschaut. Übereinstimmend ist der Hinweis, dass es im Bündner Schiefer Kalk haben muss.
Da ich die HCL-Probe machte und keine Reaktion folgte, muss ich schliessen, dass diese Stück wie auch das erste Stück kein Bündner Schiefer sein kann.
Offensichtlich ist es nicht leicht dieses Gestein zu bestimmen sonst hätte ich nach … Aufrufe gewiss einen Hinweis erhalten.
Ob dieser Stein eher Merkmale von Glimmerschiefer hat?
Ob das Grünliche Epidot? Oder müsste es dafür ein helleres Grün haben? Ist es doch eher Chlorit?
Dann würde es Chloritschiefer sein. Quarz habe ich nicht gefunden, wäre mir aufgefallen, weil es viel härter ist.
Ich danke im voraus für Hinweise!
Gruss
Hans

Offline smoeller

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Re: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« Antwort #6 am: 12 Jun 13, 09:54 »
Hallo Hans,

Die bräunliche Ader in dem letzten Bild dürfte Dolomit mit einem gewissen Eisengehalt (Ferrodolomit) sein. Wenn man da verdünnte Salzsäure (10 %) nimmt, tut sich nichts. Selbst mit 25 % ist die Reaktion allenfalls sehr langsam. Um das zu testen braucht es entweder heiße konzentrierte Salzsäure (nicht zu empfehlen, giftige Dämpfe) oder man muss das Material vorher abkratzen und pulvern und es dann versuchen.

Das Gestein selbst scheint überwiegend Chlorit (das graugrüne), Quarz und viel Feldspat (weiß) zu führen.

Glück Auf!
Sebastian

Offline vanderheide

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Re: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« Antwort #7 am: 13 Jun 13, 22:38 »
Besten Dank Sebastian. Solche chemischen Versuche werde ich nicht machen, aber es kann fast nur in die angegebene Richtung gehen, wie Du es schilderst. Was für die Annahme "Dolomit" spricht, ist, dass dieser Gang aus weicherem Gestein war als das Umliegende. Auch gelang es mir nicht die Oberfläche dieses "roten Ganges" zu polieren. Sie blieb stumpf.

Ich habe noch einen Stein. Dieser sieht aus wie Brekzie. Das Stück war "nahrhaft" beim Schleifen, weil es so hart war, dazu noch Stellen, die ganz besonders hart waren.
Hier sind die Abbildungen dieses Steines. Ich habe nur eine Seite geschliffen (2. und 3. Bild). Die andere Seite ist roh belassen (1.Bild).
Gruss
Hans

Offline oliverOliver

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Re: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« Antwort #8 am: 14 Jun 13, 14:42 »
Dieser sieht aus wie Brekzie.

Aufgrund der überwiegend gut gerundeten Komponenten würde ich das eher als Konglomerat (in manchen Gegenden auch "Nagelfluh" genannt) bezeichnen.
Eine Diskussion zur Definition Brekzie/Konglomerat gabs hier ja unlängst schon mal.
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,32768.0.html
« Letzte Änderung: 14 Jun 13, 14:49 von oliverOliver »

Offline smoeller

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Re: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« Antwort #9 am: 14 Jun 13, 14:53 »
Hallo,

Würde das letzte Stück zu den Konglomeraten oder Fanglomeraten (ein Zwischending aus Brekzie und Konglomerat  mit überwiegend gerundeten, tw. aber auch noch recht eckigen Körnern) stellen.

Glück Auf!
Sebastian


Offline vanderheide

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Re: Fund aus Rheinschlucht bei Laax, GR, CH
« Antwort #10 am: 14 Jun 13, 23:24 »
Da bin ich froh, hast Du mir den Hinweis für das Thema gegeben Oliver. Habe gerade alles durchgelesen. Ist mir einleuchtend. Ich hatte diese Differenzierung wieder mal ganz aus dem Auge verloren, dabei wohne ich auf Nagelfluh!
Die Bezeichnung Fanglomerat ist mir neu, Sebastian. Hilfreich, wenn es auch solche genauere Bezeichnungen gibt. Besten Dank.

Ich komme mit einem letzten Stein aus der Rheinschlucht.
Er war schwierig zu fotographieren. Er ist so hell und wenn er geschliffen ist, spiegelt er stark. Ich stelle hier vier Fotos von diesem Stein ins Board. Die Grösse: 90X75X25 mm.
Ich frage mich ob ich es hier mit etwas Ähnlichem zu tun habe wie Blastomylonit?
Wäre sehr dankbar für Hinweise!
Gruss
Hans

 

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