Fossilien / Fossils / Fósiles > Bayern
Hilfe bei Bestimmung von fossilem Blatt - Pachypteris (Rhät/Lias)
Bode:
Hallo,
anbei eine Aufnahme eines Stückes das beim Kanalbau im Hafen von Nürnberg gefunden wurde. Das Stück ist verkieselt und ist 9 x 6 cm groß. Ein Hinweis es könnte auch aus dem Geschiebe des Urmain sein.
oliverOliver:
hallo,
also: ein fossiles Blatt ist es auf jeden Fall, so weit bin ich mir sicher.
verkieselt - da wäre ich etwas vorsichtiger, kommt auf die jeweilige Definition/Interpretation drauf an, was man darunter versteht.
Mir sieht das Gestein am Foto am ehesten nach Quarzit oder quarzitischem Feinsandstein aus. Wobei natürlich "verkieselter" Sandstein nicht auszuschließen ist, also Sandstein, bei dem die Körner in einer Matrix aus amorpher Kieselmasse liegen (SiO2 spielt dabei aber auf jeden fall eine tragende Rolle, soweit käme "verkieselt" schon hin).
Bezüglich des Fundgebietes hab ich leider keine Ahnung, was da so in Main- oder Urmaingeschieben an Gesteinen alles vorkommen kann.
Ich finde das Stück jedenfalls hochinteressant - erstens ohnehin etwas nicht alltägliches, und zweitens ausgezeichnet erhalten !
Ich hoffe mal, es meldet sich noch jemand, der mit den regionalen geologischen Gegebenheiten vertraut ist, und das Gestein identifizieren (und damit die Zeitstellung festlegen) kann - dann hätten wir einen Anhaltspunkt für weitere Recherchen zur Bestimmung der Pflanze.
Vorerst kann ich dir also nur zu dem super Fund gratulieren !
Bode:
Hallo Oliver,
danke mal für`s erste. Ich habe das Stück nochmals angesehen, so wie es aussieht dürfte es Quarzit sein. Bei der Ritzprobe ritzt es Glas, läßt sich aber nur minimal mit einem Bergkristall selber ritzen.
Grüße
Georg Bode
oliverOliver:
Aufruf an die Geologen im Forum (z.B. Smoeller, Geomaxx als bayerischer "Lokalmatador", und und .....):
Kann jemand mitteilen, was für ein Quarzit welcher Altersstellung das sein könnte, bzw. wo sich die primären Vorkommen davon befinden ? Ich hab leider keine Ahnung, welches Einzugsgebiet der "Urmain" hatte, und auch nicht, ob der Stein eventuell von anderen Fließgewässern an seinen Fundort verfrachtet worden sein könnte (Georg schreibt ja: .... könnte auch aus dem Geschiebe des Urmain sein).
Schon mal Danke im voraus ..... ;)
oliverOliver:
Es handelt sich offenbar um eine farnlaubige Pflanze, eventuell um eine farnartige Samenpflanze bzw. einen Farnsamer mit sphenopteridischer (Blatt-)Form.
Die Fiederchen weisen anscheinend Fächeraderung auf, obwohl es bei manchen Blättchen fast so scheint, als ob eine Mittelader doch ausgebildet wäre.
In Frage kämen z.B. Sphenopteris-Arten (Karbon), von denen manche relativ ähnlich aussehen können, etwa:
http://www.nrm.se/images/18.1f6f09991260798c5568000809/1263282899024/S138208-p03+Sphenopteris+pseudogermanica.jpg
Andererseits erinnert es mich sehr stark (stärker als an Sphenopteris) an manche Arten von Archaeopteris (Progymnosperme) aus dem Devon,
http://people.hofstra.edu/j_b_bennington/field_trips/IDEAS_SE_NY_06/IDEAS_SE_NY_06-Images/22.jpg
http://eweb.furman.edu/~wworthen/bio440/evolweb/devonian/archaeopteris.htm
http://www.amjbot.org/content/88/4/729.full
http://www.ucmp.berkeley.edu/seedplants/progymnosperms.html
http://www.thefossilforum.com/index.php?/gallery/image/22851-archaeopteris-stem-leaves-cone/
die manchmal aber auch breiter keilförmige Blättchen/Fiederchen haben:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/86/Archaeopteris.JPG
Aber bevor wir nichts über das Alter des Gesteins wissen, bleiben Bestimmungsversuche wohl ohnehin Spekulation gibt es im Einzugsgebiet des Ur-Mains devonische Quarzite ?
p.s.:
ich hab mal versucht den Kontrast etwas zu erhöhen
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln