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Niederösterreich: fossile Hölzer vom Eggenburgium bis zur Ottnang-Transgression

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oliverOliver:
Weiter mit den Museumsstücken – der „Ahorn“

Das von Hofmann als „Ahorn“ angesprochene Kieselholz (siehe oben AW #3) ist ebenfalls ein Superstück (kommt auf meinen Fotos aber nicht so gut rüber) – mit vielen kleinen Astabgängen !
Es ist ein Fund von 1888, Funde solcher großen Stücke sind heute aufgrund der gängigen landwirtschaftlichen Methoden – abgesehen mal von der generellen Seltenheit von Kieselholz in diesem Gebiet – kaum noch möglich.

Niederösterreich: fossile Hölzer vom Eggenburgium bis zur Ottnang-Transgression

Das ist jenes Stück, das nördlich von Retz bei Mitterretzbach „am Fuß des Manhartsberges“ gefunden wurde. Dort liegen aber unterschiedlich alte miozäne Sedimente direkt neben- bzw. übereinander, und zwar geringe Reste der Retz-Fm (oberes Eggenburgium), der Zellerndorf-Fm aus dem Ottnangium (die hier, wie eine Kontrollbegehung im Sommer 2014 zeigte, ebenfalls in einer sand- bis schotterhältigen Ausprägung vorliegen dürfte), und der Laa-Fm (Karpatium). Eine seriöse Zuordnung des Fundes ist also ohne nähere Angaben zum genauen Fundpunkt leider wirklich nicht möglich, wie ich nun auch aus eigener Anschauung (und nicht nur, wie zuvor, aus Kartenstudium und Recherche) weiß. Und in Anbetracht der Erosions- und Verlagerungsvorgänge am Hang, zusammen mit den anthropogenen Veränderungen zwecks Weinbau, wäre wohl auch bei Kenntnis des genauen Fundpunktes eine feinere geochronologische Einordnung mit Unsicherheiten behaftet. Mehr zu sagen als "Untermiozän, Burdigalium" wäre also sehr gewagt.
Zudem dürfte das Stück nach den geologischen Gegebenheiten eher aus der heutigen KG Oberretzbach stammen – die KG-Grenze verläuft hier sinnigerweise mitten durch die eigentlich zusammengewachsene Ortschaft, die aber im Allgemeinen als Mitterretzbach bekannt ist – und man weiß ja, wie das mit uralt-Fundortangaben so ist. Leider ist keine Parzellennummer dazu überliefert.

Niederösterreich: fossile Hölzer vom Eggenburgium bis zur Ottnang-Transgression

Das Fossil ist irgendwann im Lauf der Aufbewahrungsgeschichte zerbrochen (bei Hofmann ist es noch unversehrt abgebildet) und wurde jetzt im NHM Wien restauriert.
Zu bewundern ist es in der neu gestalteten Dauerausstellung des Stadtmuseums Retz (Znaimer Straße 7) !

(Fotos mit Genehmigung der Museumsleute veröffentlicht)

oliverOliver:
Und hier nun das von Hofmann als Taxodium bestimmte Holz („Taxodioxylon sequoianum “) – leider mittlerweile ebenfalls zerbrochen, und vermutlich wäre auch hier eine neuerliche Überprüfung nötig.

Niederösterreich: fossile Hölzer vom Eggenburgium bis zur Ottnang-Transgression

Als Fundort kann derzeit nur allgemein „Retz“ angegeben werden – es besteht aber die Hoffnung, dass das alte handschriftliche Geo-Inventarbuch des Museums, das derzeit nicht greifbar ist, im Laufe der Neuinventarisierungsarbeiten doch noch irgendwann mal auftaucht. Möglicherweise sind ja dort genauere Angaben zur Fundstelle vermerkt (gewesen), und vielleicht ja nicht nur zur Sumpfzypresse, sondern auch zu anderen Funden. Aber all zu viele Hoffnungen mach ich mir da eigentlich nicht.

oliverOliver:
Jetzt zu Stücken im Museum Retz, die nicht publiziert sind, und dementsprechend so gut wie unbekannt waren.

Am besten fand ich ein etwa kopfgroßes Stück, in dem dicht an dicht Teredinidae-Gänge liegen, bzw. das fast nur aus solchen besteht.

Niederösterreich: fossile Hölzer vom Eggenburgium bis zur Ottnang-Transgression     

oliverOliver:
Hier nun die oben angesprochenen schlecht erhaltenen Hölzer mit Bohrmuschelgängen.
Im Museum Retz gibt es davon einige kleine bröselige Stücke aus ehemaligen kleinen Sandgruben in der Bucht von Unternalb.

Niederösterreich: fossile Hölzer vom Eggenburgium bis zur Ottnang-Transgression

oliverOliver:
noch ein kurzer Kommentar zu den Retzer Altfunden, die Hofmann publiziert hat (Nadelholz + "Ahorn"):
ich hab ja den schlimmen Verdacht, dass die Stücke nicht durch Unachtsamkeit zerbrochen sind, sondern dass vielleicht für die Probenentnahme in den 1930ern, anstatt behutsam ein kleines Stückchen abzusägen, die Fossilien einfach brutal zerschlagen wurden - es fehlt nämlich an den Bruchstellen jeweils ein Stück (siehe z.B. das dritte Foto beim "Ahorn"),
und die nicht mittels Dünnschliff untersuchten Funde haben die Jahrzehnte im Depot schließlich auch heil überstanden .......

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