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Gitterparameter, Elementarzelle, Z-Wert, chemische Formel
Stefan:
Hallo,
ich habe da mal eine grundlegende Frage bezüglich chemischer Formeln.
Nehmen wir Ag3Hg2 für Paraschachnerit. Die CNMNC schreibt Ag3Hg2 in der Analys wird von Ag1.2Hg0.8 geschrieben. Im Prinzip die selben Mengenverhältnisse.
Die Elementarzelle hätte eigentlich Ag2.4Hg1.6 da sich dann ein Z-Wert von 1 einstellen würde. Welche Schreibweise ist nun zu bevorzugen. Es fällt schwer Gitterparemeter, Formel und Z-Wert zur Dichtebestimmung in Einklang zu bringen wenn neue Formelschreibweisen ohne die zugehörigen Daten veröffentlicht werden.
Welche verbindlichen Reglen gibt es für die Schreibweise der Formeln?
Besten Gruß
Stefan
Krizu:
Hallo,
in meinen Augen ein heikles Thema :-)
Du kannst verschiedene Elementarzellen des gleichen Gitters aufstellen (z.B. primitive die Z=1 haben oder gemäß der Konventionen mit höherem Z). Daher ist es imho wichtig, dass die Gitterparameter, dass Z und die genaue Raumgruppe mit der Aufstellung in der Quelle angegeben ist.
Also wenn Ag3Hg2 ein krummes Z gibt, kann das nicht zur Aufstellung passen - ist aber chemisch richtig. Was machen den Leerstellen?
MfG
Frank
Stefan:
Hallo Frank,
ich bin mir nicht sicher ob ich Deine Frage richtig verstehe.
Besten Gruß
stefan
Krizu:
Einige Kristalle haben Leerstellen fest in der Struktur, siehe den vorletzten Fall mit der Dichte 32g/cm3.
Wie gibst du eine Leerstelle in der chemischen Formel an?
MfG
Frank
Axinit:
Servus,
ich denke, ich verstehe die Frage bzw. das Problem.
Eine chemische Summenformel, wie z.B. Ag3Hg2 gibt ueblicherweise die Anzahl der Atome (als kleine, tiefgestellte, ganze Zahlen) der chemischen Elemente an, die in einer Verbindung enthalten sind. Die Ergebnisse von Elementaranalysen, z. B. Ag1.2Hg0.8 werden sinnvollerweise ebenfalls mit ganzzahlige Indices angegeben (Atome lassen sich schlecht teilen ;D); der Informationsgehalt ist natuerlich derselbe.
Im Fall von Schachnerit und Para-Schachnerit handelt es sich um Amalgame, d.h. intermetallische "feste Loesungen" (solid solutions) von Silber in Quecksilber. Die Besetzung der Atompositionen ist dabei statistisch, d.h. Ag und Hg sind im Gitter gegeneinander austauschbar.
Wie Krizu schon schrieb, koennen Einheitszellen verschiedenartig aufgestellt (= definiert) werden; hierzu gibt es Konventionen (s. WebPage der IUCr).
Die Zahl Z der Formeleinheiten pro Einheitszelle ergibt sich aus der Bestimmung der Elementarzelle; eine Ueberpruefung der aus den Roentgendaten berechneten Dichte mit der experimentell bestimmten Dichte ist zweckmaessig, insbesondere wenn Zweifel bez. der eindeutigen Festlegung der Raumgruppe bestehen (wie dies bei Schachnerit der Fall ist).
GA
Harald
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