Also die Echtheit eines Moldavits ist hier in erster Linie gemeint. Die Garantie für einen Lausitzer lässt sich nicht bei jedem Stück zu hundert Prozent festlegen, da es auch bei Lausitzer Moldaviten Abweichungen von typischer Form, Oberflächenbeschaffenheit und Größe gibt. Zudem sind mir Moldavite aus dem Egergebiet, aus Mähren, Südböhmen und aus Österreich bekannt, die von der Form und der Oberfläche nahezu identisch zu Lausitzer Moldaviten sind. Das ist aber durch ähnliche Umlagerungsbedingungen und Liegezeiten im Sediment erklärbar. Die Echtheit von Moldaviten kann natürlich über physikalische und chemische Methoden bestimmt werden, was leider meist mit der (teilweisen) Zerstörung des Stückes einhergeht. Daher bevorzuge ich die optischen Methoden und vertraue auf meine jahrelange Erfahrung (auch als Sammler und Finder von Moldaviten ) und auf mein erworbenes Wissen als diplomierter Mineraloge. Zudem habe ich Zugriff auf eine umfangreiche Vergleichssammlung. Die Lausitzer Moldavite sind bisher tatsächlich nur aus Altelbekiesen (auch nachträglich umgelagert) bekannt. Der Fundort ist ein erstes Kriterium. Ich schließe aber Funde in rezenten Elbkiesen nicht völlig aus. Ein Moldavit hat generell eine optisch gleichmäßige grüne bis bräunliche Farbe (Muong Nongs oder zweifarbige Moldavite mal ausgeschlossen). Es ist eben ein Glas. Selbst fast schwarz wirkende Moldavite (aufgrund von Größe bzw. erhöhtem Eisengehalt oder höherem Verhältnis von Fe3+ zu Fe2+) sind im Durchlicht mit einer Taschenlampe durchsichtig und nicht nur durchscheinend. Die Oberfläche ist durch mechanische Erosion bzw. chemische Verwitterung geformt. Lausitzer Moldavite zeigen eine sekundäre Oberfläche, also nicht die Oberfläche, die sie bei ihrer Entstehung hatten. Das gilt übrigens für fast alle Moldavite da alle (auch wenn teils nur geringfügig) umgelagert wurden und zudem chemischen Prozessen ausgesetzt waren. Reliktisch können Strukturmerkmale primärer Oberflächen bei südböhmischen Moldaviten auftreten. Bei Lausitzer Moldaviten ist derartiges nicht bekannt. Intern können symmetrisch geformte Blasen auftreten, die auch "geöffnet" an der Oberfläche liegen können. Vorsicht ist bei Immitaten aus China oder anderen Ländern geboten, die jedoch meist durch untypisch abgeflachte Formen auffallen. Ansonsten gibt es Obsidiane oder auch andere Tektite, die Moldaviten ähnlich sein können. Ich hoffe das genügt fürs erste. Zum Abschluss noch ein paar typische Merkmale Lausitzer Moldavite: Grübchen +- Striemung an Oberfläche (Ausnahme sind eiszeitlich umgelagerte Moldavite, die eher eine rauhe Oberfläche ähnlich wie Strandgläser haben). Die Formen sind meist deutlich abgerundet (Ellipsoide). Form und Oberfläche des hier abgebildeten Stücks entsprechen bis auf die in der Vertiefung glänzenden Grübchen der Form und Oberfläche Lausitzer Moldavite. Bei Moldaviten ist der Glanz an der Oberfläche gleichmäßig (Ausnahme: Druckstellen, Beschädigungen und offene Blasen). Außerdem enttarnt sich das Stück hier durch seine "Trübe"
MfG