Tach Männers
Galmei: Bergm.- hüttm. Sammelbegriff für nicht- sulfidische (schwefelfreie) Zinkerze. Hauptsächlich sind dies Zinkspat (Zinkkarbonat) u. Kieselzinkerz (Zinksilikat) bzw. Willemit. Abhängig davon, welcher der Erztypen jeweils dominant vertreten ist, spricht man von karbonatischem oder silikatischem Galmei.
Typischerweise ist Galmei ein durch Metasomatose entstandenes Sekundärerz (Galmei-Entstehung). Der Galmei liegt meist in fester, stückig-kompakter Form vor (Felsgalmei), kann jedoch auch, abhängig vom Verwitterungsgrad, als erdige Massen (Mulm) auftreten (Erdgalmei). Letzterer ist meist zwar weniger rein, ließ sich jedoch ohne vorhergehenden Mahlvorgang zum Messingbrennen verwendet (römisches Messing).
Während im Stbg. Raum der Galmei überwiegend karbonatisch ausgebildet ist, bestanden insbesondere die tiefer liegenden Erzlager im Altenberg vorwiegend aus silikatischem Galmei.
Im deutsch-belgischen Grenzgebiet war für Galmei der mundartl. A. Kelmis weit verbreitet, der sich auch in der Bezeichnung des im Gebiet des Altenberges gelegenen Ortes gleichen Namens widerspiegelt. Der franz. A. Calamine wurde als international übliche Bezeichnung für Galmei übernommen. Entsprechend trägt der Ort Kelmis in der franz. Variante den Namen La Calamine.
Galmei war bereits zur Römerzeit (römisches Messing) u. später auch zur Zeit der Kupfermeister unabdingbarer u. einzig möglicher Grundstoff zur Herstellung von Messing. Bei dem damals üblichen Verfahren der Messingherstellung (Zementation) war der Einsatz von metallischem Zink nicht erforderlich, sondern Galmei konnte direkt als Zuschlagsstoff (zusammen mit Stück-Kupfer) eingesetzt werden.
Neben der relativ einfachen metallurgischen Verarbeitbarkeit ließ Galmei sich recht leicht abbauen, da er als typisches Sekundärerz ( Metasomatose) in sehr geringen Tiefen bzw. direkt an der Oberfläche dort lagerte, wo der Gebirgskörper durch Störungen gelockert war.
Bezogen auf das einzusetzende Kupfergewicht benötigte man bei der Messingherstellung ungefähr die doppelte Gewichtsmenge an Galmei, was generell dazu führte, daß die Messingstandorte an Galmei-Lagerstätten gebunden waren.
Galmei wurde über lange Zeit nicht als Zinkerz erkannt, sondern galt als eine Art Farbstoff, der dem Kupfer eine goldgelbe Farbe verlieh (Zementation).
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Galmei-Entstehung: Die Bildung des Galmeis erfolgte durch Metasomatose (Umwandlung) der primär entstandenen Zinkblende (Schalenblende- Entstehung). Die ursprünglich entstandenen Primärerz- Lagerstätten (Schalenblende) gelangten, teilweise auch unterstützt durch allmähliche Hebung des Grundgebirges u. dessen Abtragung, in den Einflußbereich von Verwitterungsmechanismen, die durch sauerstoffhaltige Wässer eingeleitet wurden (Oxydationszone). Unter Einbeziehung der chem. Bestandteile des Nebengesteins wurde hierdurch über eine komplexe chem. Umsetzung die sulfidische Zinkblende zu Galmei umgebildet.
Da sich diese Umbildung auch auf die anderen Bestandteile der Schalenblende bezog, bildeten sich weitere Verwitterungsmineralien, welche in ihrer Gesamtheit als Sekundärerzparagenese bezeichnet werden.
entnommen dem Alphabet der Heimatkunde. Buchstabe G
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GALMEI wurde hier im heimischen Raum (Iserlohn) über einen sehr langen Zeitraum abgebaut und begründete die Messingindustrie und den Reichtum der Stadt. Die Erzlager waren bis 40 m (!) mächtig und der Abbau ließ im späten Mittelalter die halbe Stadt im Boden versinken.
Leider ist das Mineral im Lexikon nicht vertreten

Kann das bitte mal einer hinfummeln?
Habe aus dem Iserlohner Bergbau ein sehr interessantes Stück. Das könnte ich dann hinzufügen. Als Bild natürlich
