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Autor Thema: Brushit von Oberschlema?  (Gelesen 4646 mal)

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Offline McSchuerf

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Brushit von Oberschlema?
« am: 06 Feb 05, 13:37 »
Hallo ..

Ich habe damals in den 80ern eine Kleinstufe (lt. Etikett mit Brushit = gelblichweiße Beläge und unregelmäßige Körner und xx) auf  bzw. mit Kalkspat-XX erworben. Der Calcit ist farblos und jedenfalls klar bestimmbar.

Im 'Mineralfundstellen Atlas Sächs. Erzgebirge' aus dem Weise Verlag, wie gesagt, Fehlanzeige zu Brushit - im gesamten Erzgebirge überhaupt!

Brushit ist ja ein wasserhaltiges Calcium-Phosphat, das hauptsächlich als Neubildung in tierischen Skeletten und aus Phosphorlagerstätten bekannt ist.
Phosphor-Mineralien kommen aber aus dem Raum Schlema offenbar vor (z.B. Pyromorphit).. evtl. könnten sich ja andere Phosphor-haltige Mineralien zersetzt und zu Brushit umgewandelt haben? Der Calcit als ältere Bildung sitzt dann selbstverständlich unter dem Brushit..Teilweise zersetzter Calcit oder Ca-haltiges Nebengestein würde auch die benötigten Calcium-Ionen für die Brushit-Bildung liefern..

..also - wer kann's bestätigen oder zu 100% verneinen?

Danke.

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 08 Mar 07, 23:32 von Erik »

Offline uwe

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Re: Brushit von Oberschlema?
« Antwort #1 am: 07 Feb 05, 19:29 »
Jetzt hast'de uns gefordert.

Also ehrlich gesagt, ich habe von Brushit aus dem Erzgebirge noch nichts gehört. Aus dem mir zugänglichen Index, in dem alle erzgebirgischen Fundstellen aufgelistet sind und der eigentlich sehr genau ist, wird bei Brushit kein Fundort angegeben.

Das muß allerdings nichts bedeuten, denn Brushit ist ja nicht so spektakulär, das er sofort auffallen würde. Oberschlema geht lagerstättenmäßig in das Schneeberger Revier über und dort sind Phosphate keine Seltenheit. Eine sekundäre Haldenbildung ist nicht unwahrscheinlich. Es wäre interessant, wo Du die Stufe erworben hast - vielleicht wäre das ein Hinweis, ob die Fundortangabe korrekt ist. Ich denke aber, absichtlicher Betrug ist es nicht, denn dazu ist Brushit nicht teuer genug.

Leider kann ich Dir nichts konkretes sagen  :-[

Glück Auf
Uwe

Offline McSchuerf

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Re: Brushit von Oberschlema?
« Antwort #2 am: 07 Feb 05, 19:37 »
Hallo uwe,

danke für Deine erste Einschätzung.. ;)

Ich habe die Stufe damals auf einer Börse gekauft und zwar von:
Siegfried Flach, auf dem Etikett wurde, wie gesagt, Oberschlema angegeben.

ich könnt natürlich dort nochmal anrufen..habe auch eine Tel.-Nr. aber ob da noch jemand lebt?.. ???..

Gruß Peter

« Letzte Änderung: 08 Mar 07, 23:31 von Erik »

Offline geomueller

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Re: Brushit von Oberschlema?
« Antwort #3 am: 07 Feb 05, 21:12 »
Hallo alle,

Brushit (Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, CaHPO4·2H2O) ist (auch) ein wesentlicher Bestandteil von Harnstein, im ernst! Da wird doch nicht der Schlemaer Obersteiger auf die Halde gepinkelt :-X haben  :o :o :o ;D ;D ;D ;D
Mal im ernst, von Brushit aus Oberschlema hab ich auch noch nichts gehört. Aber möglich wäre es als sekundäre Bildung schon, das Phosphat kommt aus den Kiesel- und Alaunschiefern und Ca ist z.B. vom Calcit auch da.

Jürgen
« Letzte Änderung: 09 Mar 07, 18:02 von slugslayer »

Offline raritätenjäger

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Re: Brushit von Oberschlema?
« Antwort #4 am: 08 Mar 07, 23:12 »
Oha. Ist ja schon sehr lange her. Aber so richtig zu einem Ergebnis ist das ja hier nicht gekommen. Also, Brushit von Oberschlema scheint´s wohl tatsächlich zu geben. Ich hab mir ein winziges Stüfchen von Fritz Schlegel aus Schneeberg erworben. Die Matrix ist ein 2 mm Stück mit Nickelin mit einem grünen Annabergitanflug. Darauf setzen zwei winzige weißliche Aggregate, die so ähnlich aussehen wie Spiegeleier. Soll wohl XRD analysiert sein, aber ich denke, die Quelle wird schon recht sicher sein. Genauer Fundort ist der Gang Pawel des Marx-Semmler-Stolln. Der zählt ja bekanntlich politisch zu Oberschlema und bergrechtlich zu Schneeberg (oder wars andersrum?).

Glückauf
Andreas

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Brushit von Oberschlema?
« Antwort #5 am: 09 Mar 07, 18:07 »
Ein Artikel über diesen Brushit-Fund und andere Neufunde aus dem Erzgebirge demnächst bei der Mineralien-Welt eingereicht. Die XX sehen Gips sehr ähnlich!

Offline raritätenjäger

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Re: Brushit von Oberschlema?
« Antwort #6 am: 09 Mar 07, 19:43 »
Hallo,

Ja, stimmt, Könnte man für kleine Gipsaggregate halten. Aber da gibts ja einiges in der Gegend, was wie Gips aussieht. Rößlerit zum Beispiel. Naja, wie auch immer, auf den Artikel freue ich mich. Dann scheinen sich ja die Unklarheiten über den Status des Schneeberger, respektive Oberschlemaer Brushit so langsam zu lichten.

Offline Schluchti

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Re: Brushit von Oberschlema?
« Antwort #7 am: 09 Mar 07, 20:03 »
Wird sicher interessant. Habe gerade mal meine Nickeline von Gang Pawel rausgekramt und dort sitzen tatsächlich eine ganze Menge wasserklarer bis weisslicher Kristalle neben grünen Krusten drauf, die ich bisher nicht wahrgenommen habe. Aber optisch wird da keine Chance bestehen, die Kristalle zu bestimmen.

Offline raritätenjäger

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Re: Brushit von Oberschlema?
« Antwort #8 am: 09 Mar 07, 21:24 »
Hallo,

Könnte in der Tat schwierig werden. Es gibt wie gesagt den Rößlerit dort auch in klaren, gipsähnlichen xx und auch Arsenolith in weißen xx-Krusten. Alle kommen auf dem gleichen Nickelinmaterial mit pulverigem Annabergit vor. Die größeren, klaren xx werden wohl meistens Rößlerit sein, aber wie gesagt, letztlich kommt man da nur mit ner handfesten Analyse weiter.

Glückauf
Andreas

Offline stollentroll

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Re: Brushit von Oberschlema?
« Antwort #9 am: 09 Mar 07, 22:31 »
Rösslerit konnte ich von Schlema bisher keinen einzigen nachweisen, alles Material was ich als solcher bekommen und analysiert habe, war Gips, Pharmacolit oder Sainfeldit .....
Bin ja gespannt, wieviele Gipse nach dem Artikel als Brushit angeboten werden.

Offline raritätenjäger

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Re: Brushit von Oberschlema?
« Antwort #10 am: 09 Mar 07, 22:39 »
Hmm. Das mit dem Rößlerit wusste ich noch nicht. Klingt ja interessant. Versteh mich nicht falsch, ich will hier keineswegs ne "Brushitlawine" lostreten. Bin ja nur ein Amateursammler, der sich auf seine Bezugsquellen verlassen muss. Und wenn die noch halbwegs bekannt ist...nun denn. Aber jeder Mineraliensammler kennt dieses Dilemma mit Analyse hier, Analyse da. Man bemüht sich ja, zu schauen, ob das, was man erwirbt einen einigermaßen fundierten Hintergrund hat. Wie auch immer...

mit einem etwas nachdenklichen Glückauf
Andreas

 

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