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Autor Thema: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?  (Gelesen 8737 mal)

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Offline ManuelM

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Hallo Zusammen,

ich komme aus Zeitgründen und schwieriger Vereinbarkeit mit der Familie immer seltener zum Mineraliensammeln. Ich überlege jetzt, seltener, dafür aber "besser" Mineralien zu suchen - alle paar Jahre mal, dann aber richtig! Und hey, wenn ich fünf Jahre darauf warte und spare, wieso nicht gleich weltweit und mit hoffentlich schöneren Funden?
Ich sammle, was ich selbst gefunden habe. Dementsprechend habe ich leider einen sehr hohen Anteil Quarz, Olivin, Krusten und Krümel in der Sammlung. Als "Traumziel alle fünf Jahre" sollte es dann schon etwas "edles" sein, was vielleicht auch Laien ein Begriff ist. Und hübsch, also üblicherweise Kristalle, klar und farbintensiv. Und groß genug, dass man sich auch ohne Lupe daran erfreuen kann :-)

Jetzt ist es leider so, dass Edelsteine nicht einfach so rumliegen. Entweder sie wurden schon weggesammelt, werden professionell abgebaut und/oder bewacht, oder sind in Gegenden, wo ich als offensichtlich (für lokale Verhältnisse) reicher Tourist vermutlich schon am zweiten Tag überfallen werde.

Eingefallen sind mir bisher:

Smaragd: Habachtal
Da habe ich selbst gesehen, dass langjährige Sammler große, klare, prächtig gefärbte Smaragde finden. Für meine Begriffe museumsreif.

Hauyn: Eiffel
Hauyn ist einmalig intensiv blau, und mit der Eiffel gibt es das wohl beste Fundgebiet direkt in Deutschland.

Moldavit
Gut, fällt jetzt etwas aus der Rolle, da nicht kristallin, "nur" Glas und auch eher unscheinbar, die Entstehungsgeschichte ist aber einfach schön. Da muss man aber wohl sehr viel Durchhaltevermögen beim Suchen haben.

Opal: Australien
Opale werden wohl in Australien durchaus auch noch von Einzelpersonen professionell abgebaut. Da findet sich doch sicher ein Digger, der einem für eine Pacht und/oder Gewinnbeteiligung mal ne Woche in seinen Claim lässt. Es gab mal eine schöne Doku darüber.

Roter Beryl: Wah Wah Mountains, Utah
Da gibt es wohl insgesamt nur sehr wenige Fundstellen weltweit, und die beste ist wohl in Utah. "Nur einer auf 1000 Diamanten" wäre eine schöne Anekdote dazu. Wenn es auch wohl ausgeschlossen ist, einen Roten Beryll in der Qualität eines schönen Habachtaler Smaragden zu finden.

Diamant
Stichwort Diamant: Die Diamantenindustrie macht mich wütend, Diamant wäre als Selbstfund trotzdem ganz weit oben auf meiner Liste. Und ist wohl auch das aussichtsloseste Sammelziel.
Es gibt den "Crater of Diamonds State Park" in den USA, wo man mit nahe 0 Fundwahrscheinlichkeit auf einer Pipe buddeln darf.
Viele Größenordnungen mehr Aufwand wäre, einen "neuen" diamantführenden Schlot zu finden. "Dan Hausel" erklärt schon seit Jahrzehnten auf seinen Blogs, wo er in den USA dutzende solcher gefunden hat, noch hat wohl niemand das Projekt in Angriff genommen.
Und zu guter letzt, wenn man 16.000 Euro übrig hat: https://gcaptain.com/you-can-scuba-dive-for-diamonds-but - eine Tauchsafari vor Namibia, mit beinahe Fundgarantie, geschliffene Einkaräter als Durchschnittsertrag. Ob man anstelle des Brilliantrings auch den Rohstein mitnehmen dürfte..?

Wo würded ihr für zwei Wochen Sammelurlaub machen, wenn Ort, Anreise, Geld keine Faktoren wären?

Oder ist die ganze Idee zu naiv? Ist die Zeit der tollen Selbstfunde vor 50 Jahren abgelaufen? Ginge es nur noch mit Minenbetreiber-bestechen, Lebensgefahr und einem Bein im Knast? Ist zum Selbersammeln nur noch "Systematik" oder "mein Landkreis" realistisch?

Liebe Grüße,

Manuel



Offline Blackminer

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #1 am: 06 Aug 18, 12:35 »
Mal zu den Diamanten.
In Namibia und Südafrika ist es Privatpersonen verboten Rohdiamanten zu besitzen! Stichwort: Schmuggel aus den Minen und sog. Blutdiamanten aus Angola.
Es ist aber möglich mal nen Griff aufs Kimberlit-Förderband zu machen(wenn keiner hinguckt), bei ner Führung in einer Mine. ;D
Die in den Souvenirshops angebotenen Diamanten in Kimberlit sind alles geschliffene Steine, welche in den Kimberlit montiert wurden.

Die Ausfuhr von Mineralien aus o.g. Ländern ist auch nicht ohne. Ohne Permit vom Ministerium geht z.B. in Namibia gar nix. Könnte immernoch heulen, wenn ich daran denke, wie am Flughafen ne Tasche mit Fluoriten aus Okuruso beschlagnahmt wurde. :'(

Und die Opale... zuviel DMAX geguckt? >:D

Offline giantcrystal

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #2 am: 06 Aug 18, 13:57 »
Hallo aus Mittelfranken

@ Blackminer  : so wie du es beschreibst, ist es in Namibia nicht...

Ansonsten halte ich den Ansatz schon für naiv. Aus eigener Erfahrung weiß ich, das es hunderte und wahrscheinlich auch tausende von Fundstellen gibt, in denen man hervorragende Minerale in sehr guten Stufen ohne besonders große Mühe finden und auch (mit mitunter etwas mehr Mühe) auch ausführen darf.

Nur macht sich eben kaum jemand die Mühe, solche Länder - ich nenne jetzt einfach mal die Türkei, den Iran, Albanien oder auch Sambia als Beispiele - zu bereisen ! Gerade eben kommen erst wieder Freunde von mir aus Tansania zurück und haben dort an einer wenig bekannten, aber in der älteren mineralogischen Literatur gut beschriebenen Fundstelle ganz hervorragend gefunden....

In diesem Sinne : Einfach mal - mit guter Vorbereitung - in weniger bekannte Fundgebiete fahren

Glück Auf

Thomas


Offline Harzsammler

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #3 am: 06 Aug 18, 14:51 »
Wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen und Fundgarantie gewünscht ist, dann melde dich doch mal hier:

https://www.mikon-online.com/shop/index.php/mikon_de/mineralienreisen

« Letzte Änderung: 06 Aug 18, 14:57 von Harzsammler »

Offline Blackminer

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #4 am: 06 Aug 18, 18:47 »
@giantcrystal
Wie läuft es denn dort heute?
1999 war ich dort mit der TUBAF zur Exkursion (auch im Sperrgebiet). Am Flughafen "durften" viele Teilnehmer ihre Eigenfunde (incl. Sandproben aus der Namib) beim Zoll abgeben. Postpakete kamen problemlos in D an.

Im Anschluss gings nach Südafrika (eigene Orga), dort wurde uns das mit dem Besitzverbot von Rohdiamanten für Privatpersonen erzählt.
Lag warscheinlich daran, dass beide Länder noch "sehr eng miteinander verbunden" waren.

Der einzige "Lichtblick" waren die Kalahari-Manganerzfelder. Aber, die Preise waren für einen armen Studenten astronomisch.

Ein Jahr später waren Kollegen nochmal in beiden Ländern (incl. 11Monate Vorbereitung)
In der Wessels Mine durften sie sammeln und auch alles mitnehmen.
In Okuruso durften sie sammeln, aber am Werkstor wurde ihnen alles abgenommen. So ist das Leben...
Der Versand per Schiff war auch kein Problem.

Nächstes Jahr in den USA und Mexiko hatte der eine Kollege, bei der Vorexkursion+ Kontakte knüpfen, das zweifelhafte Vergnügen in einen Lauf Kal.12 zu gucken. Bei der Sammelexkursion durften dann, beide Koll., auf dem Claim am Pikes Peak suchen. Incl. gebratener Klapperschlange beim Claim-Eigner.

Solche Dia-Vorträge bleiben in Erinnerung....
Wie du schon schriebst:  "Eine sehr gute Vorbereitung ist alles! " 
GA
Raik


Offline Steinjäger

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #5 am: 06 Aug 18, 20:53 »
Hallo!
"Und die Opale... zuviel DMAX geguckt?"
Warum auch nicht, ist ja grundsätzlich keine schlechte Informationsquelle! Vor ein paar Jahren hat mich die Sendereihe "Goldrausch in Australien" (auch auf DMAX!) so begeistert daß ich mich für einige Monate selbst auf die Goldsuche auf die WA Goldfields begeben habe - ein kleiner Bericht darüber findet sich hier im MA. Ein schönes Abenteuer war es in jedem Fall und etwas gelbes Metall gab es auch :). Opale habe ich damals auf der Lease eines australischen Freundes ebenfalls suchen (und finden!) können, allerdings Feueropale, keine "bunten" wie auf den bekannteren Opalfeldern in South Australia und NSW. Jener Freund besitzt aber auch einen Claim in Coober Pedy und hat mir glaubhaft versichert daß auch heute noch Funde möglich sind. Einfach und problemlos ist die Suche nach Edelsteinen eigentlich nie, aber ein solches Abenteuer erlebt zu haben ist wertvoller als jeder Stein. Wichtig erscheint mir vor allem vor Ort Kontakt mit den einheimischen Suchern aufzunehmen, daraus ergeben sich eigentlich immer Möglichkeiten. Also Manuel, lass dich nicht entmutigen, gehe (d)eine Sache an (australische Opale sind sicher schon mal eine Reise wert) und wir freuen uns schon jetzt auf einen schönen Bericht darüber hier im Forum.
Viel Erfolg und Glück auf!

Uwe

Offline ManuelM

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #6 am: 06 Aug 18, 23:29 »
Vielen Dank für eure Einschätzungen und Berichte!
Ja, das mit dem "sehr gute Vorbereitung" ist halt wieder eine Frage von Zeit und Kontakten. In Lapis und Mineralienatlas stehen die Geheimtipps nun mal nicht :-)

Zu Australien und den Opalen: In der Doku (DMAX gab es damals noch nicht?) sah die Landschaft aus wie ein schweizer Käse, inklusive Warnschildern und Unfällen, bei denen Leute in die Löcher gestürzt sind.. Ein monströses Bohrgerät bohrt ein etwa 1 Meter weites Loch in den Boden, der Digger lässt sich abseilen, und schaut nach, ob es beim wenig cm dünnen Opalhorizont irgendwo glitzert. Dann mit Hammer rauspicken, und/oder gleich zum nächsten Bohrloch.

AUstralien scheint toll für Gold und Opal zu sein, sicher auch, weil es so ewig weitläufig, wüstenhaft und menschenleer ist.
Nordamerika hat sehr viel verschiedenes zu bieten, da gibt es aber sicher auch mehr Sammler. Was im Zweifelsfall, für Hobbyisten, mehr hilft als schadet.
..und beide mit diamantführender Tektonik, im Gegensatz zu Europa.
Südamerika und Afrika scheint mir nur in einer langjährig organisierten Struktur (Mikon?) sinnvoll und risikominimiert genug zu sein.
Aber was ist mit Fernost? Wo von vielen der edelsten Steine die meisten oder gar die besten herkommen? Myanmar, wo sich politisch viel tut? Indien, ein quasi  Kontinent mit legendären (antiken) Fundstellen, und mit friedfertigen Menschen? Thailand, touristisch zu 120% erschlossen?

Es gibt sie aber offenbar, die Exkursionen zu kaum bekannten Fundstellen, und die professionell geplanten Exkursionen inklusive Zugang zu aktiven Minen. Vielleicht läuft es bei mir also darauf hinaus, an "regulären" Exkursionen wie von Mikon (danke, Harzsammler) teilzunehmen, oder in Vereinen und hier nach Exkursionen zu fragen, wo man sich anschliessen dürfte.

Irgendwann stellt sich natürlich die Frage, wie viel Aufwand man für den Beipackzettel "selbstgefunden in XY" betreiben will. Für mich ist es die Ganz-oder-Garnicht-Frage zum Mineralienhobby.
Oder doch gleich in die Vollen, und ein einschlägiges Geologen- o.Ä. Studium dranhängen?  :P

Ich sehe schon, ich stelle hier langfristige Weichen..

Manuel

Offline Collector

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #7 am: 07 Aug 18, 15:31 »
Hallo Manuel

ich kann mich der Antwort von Thomas Krassmann zu 100% anschließen: Dein Ansatz ist - ohne die geringst Absicht, Dir auf die Füße treten zu wollen - leider sehr naiv. Es gibt, wie Thomas schon schrieb, hunderte, wenn nicht tausende von ergiebigen Fundstellen; allerdings nur von Interesse für engagierte Mineraliensammler und nicht für total Unerfahrene, die von Diamanten, Smaragden, Opalen und Moldaviten träumen (Apropos, Moldavite sind Gesteine und keine Mineralien). Bei diesen genannten Mineralien wirst Du wohl weltweit kein Glück haben, etwas selbst zu finden, außer einem evtl. Glücksfund im Habachtal.
Aber - müssen es denn Diamant, Smaragd, Opal und Moldavit sein ? Hier dürfte es wirtschaftlich sinnvoller sein, wenn Du dir im Schmuckladen Brillanten kauft oder am Flughafen von Bogota ein kleines aber feines Smaragdcollier.

Für echte Sammler (d.h., Leute, die außer Diamanten, Smaragde, Opalen etc. noch die anderen 4000 Mineralien sammeln, gibt es fantastische Fundmöglichkeiten für Selbersammler:
In Namibia wasserklare Topase, gut ausgebildete Kassiterite, schöne blaue Lepidolithe, Granatkristalle, Zeolithe etc etc
In Marokko Hämatite als Glasköpfe und als Spiegelglanz, Malachit, Azurit, Vesuvian, Epidot, Pyrolusit,  Fluorit, Mikroklin etc etc.
In Ägypten Top-Wüstenglas (tw. schöner als Moldavite), Hämatitkonkretionen etc.
Die mineralreichen Minen in Myanmar sind für Sammler unzugänglich und Thailands Bergbau ist schön so lange zu Ende, dass die Halden (u.a. mit super Stibnit-Fluoritstufen) vom Urwald überwuchert sind.
In Indien gibts, mit entsprechender Vorbereitung, gute Zeolithfunde, schöne Granate, wunderbare Quarze und große Rubinkristalle
In Pakistan kannst Du, direkt neben Deinem Hotel, exzellente Rubine in weißem Marmor finden, etwas weiter Aquamarine (zusammen mit Führern) sowie eine Vielzahl der schönsten Kristalle der Welt
In Sri Lanka kannst Du mit Bergleuten in die Mondsteingruben untertage steigen, sowie im Zentrum cm-lange Titanite, Spinelle und Zirkone fínden.
In Vietnam kannst Du mit lokalen Bergleuten untertage Spinelle klopfen.

Und so könnte man die Liste immerweiterführen.
Was Du - neben den notwendigen finanziellen Mitteln - unbedingt benötigst, ist, je nach Region, mindest ein geringes Maß and Gebrauchs-Englisch- oder französisch. Deutsch versteht außer in Österreich und evtl. Luxemburg niemand. Auch ein gewisses geologisches Wissen zu der besuchten Region oder einem bestimmten Vorkommen ist sehr hilfreich.  Ganz wichtig ist jedoch, dass Du ohne Vorbehalte gegenüber den Menschen, Sitten, Gebräuchen und Religion bist; das ist wichtiger, als das beste Mineralienwissen.
Das heißt, wenn Du abenteuer- und unternehmenslustig bist, wenn Du keine Angst untertage hast (meist und oft in sehr primitiven Minen) und keine Probleme mit Höhen über 3.500 m - dann solltest Du mal an ein Projekt herangehen.
Im übrigen: Selbstverstänlich kann "man" oder "Frau" auch mit Mikon nach Mexikon und Namibia fliegen - die Meinungen dazu sind geteilt; es gibt aber auch andere, echt erfahrene Leute, die Mineraliensammlerreisen durchführen (einer davon ist Mitglied hier im Atlas):

Ich selbst habe, neben mehr als hundert Sammelreisen in der gesamten Welt, ein einziges Mal an einer geleiteten Exkursion auf die Halbinsel Kola in Russland unternommen. Unsere kleine Gruppe europäischer Sammler wurde geführt von 3 echten russischen Geologen, einem Mineralogen, einer Proessorin für Mineralogie und einer Dolmetscherin. Es waren 14 außergewöhnlich erfolgreiche und super-super gastfreundliche Sammeltage, jeder von uns schickte (wohlorganisiert) mehr als 200 kg Mineralien vom allerfeinsten nach Hause.
Manuel, wenn Du Dich in einer Gruppe wohler fühlst als individuell Reisender - such Dir eine gute Tour, vor allen Dingen eine, welche keinen Teil für Verkaufsaktivitäten beinhaltet.

Gruß
collector

Offline ManuelM

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #8 am: 08 Aug 18, 22:00 »
Hallo Collector,

nun ja, ich fühle mich schon etwas auf die Füße getreten. Als ganz so blutigen, naiven Sammler sehe ich mich nicht. In meiner selbstgefunden-Sammlung bin ich knapp vor "Sammlungsstück 100", mit Granat, Schörl, Topas, Smaragd von Minnesund und Habachtal, Aktiniloth, Chromdiopsid, Forsterit, Korund, einem halben Dutzend anderen, und den restlichen Quarz und Olivin (diese seit ich 6 Jahre alt bin). Ja, sicher lächeln die "richtigen Sammler" über so eine putzige Sammlung, zumindest aber bin ich nicht in der Eso-Ecke, oder ein "ich sammle alles funkelnde vom Straßenrand, und träume von Brillianten und Riesenklunkern". Meinen 1 cm Habachtaler Glücksfund habe ich schon, und werde auch sicher nochmal dort mein Glück versuchen. Meinen Norwegen-Diamantfund habe ich um wenige Wochen verpasst, die Fundstelle war dann schon abgebaggert. Und "kauf dir doch was am Flughafen", na, dann kann ich das Hobby auch ganz sein lassen. Mit den Mehrkosten, mit denen ich Ausflüge und Urlaube auf "Mineralien" getrimmt habe, hätte ich auch tollen geschliffenen Edelsteinschmuck kaufen können. Unerwartet, das in einem Mineralienforum empfohlen zu bekommen.
Gut, woher soll man wissen, wer im Forum wie an das Hobby rangeht, und mit welchem Ziel. Und nein, ich habe kein Problem mit Gelegenheits-Straßenrandsammlern. Und ja, ich habe sogar Bernstein in meiner "Mineralien"-Sammlung, und auch ein Moldavit oder andere Tektite würde trotzdem mit reinkommen  :P

Wie gesagt, ich möchte mein Hobby intensivieren, mein Zeithaushalt geht dem aber entgegengesetzt. Meine Idee in diesem Thread war dann eben meine Exkursionen zu professionalisieren, und im Zweifelsfall einfach mehr Geld und erfahrene Mitsammler, Mitreisende auf meine Situation zu werfen.

Da ist deine Aufzählung Gold wert! Bei der Liste bekomme ich schon glänzende Augen und kribbelnde Finger! Natürlich müssen es nicht nur die "Top 4" Diamant, Smaragd, Rubin, Saphir etc sein. Ein gut auskristallisierter Spinell wird schöner sein als alles, was ich realistischerweise von den "Top 4" jemals aufsammeln werde. Vermutlich wird jeder einzelne gute Fund von den aufgezählten Fundstellen meine bisherige Sammlung in den Schatten stellen. Mehr kann ich mir nicht wünschen.

Englisch ist bei mir nah an meinem Deutsch, und mit Menschen komme ich gut klar - ob "fremd" oder nicht. Nur, ohne erfahrene Menschen vor Ort oder als Gruppe stehe ich halt ahnungslos im Wald. Mir macht es auch mehr Spaß mit Gleichgesinnten zusammen die Reise, das Abenteuer und Funde zu erleben und zu teilen.

Wie "üblich" sind solche ernsthaften, zielgerichteten Mineralienexkursionen? Eine Gruppe, die mehrere Wochen mit dem alleinigen Ziel in die Welt fährt, Mineralien zu sammeln? Hier im "Verabredungen" Forum ist wenig los, und dann fast alles innerhalb Deutschlands. Wo finde ich Anschluss an die großen Exkursionen?
Sobald ich mehr regelmäßige ZEit habe, möchte ich zum z.B. VFMG oder anderen lokalen Gruppen Anschluss suchen, aber auch da ist es ja eher Glücksasche, wer welche Kapazitäten und Sammelinteressen hat. Davon abgesehen natürlich, dass ich eh wieder Anschluss an Gleichgesinnte suche (nach meinem Umzug nach Leipzig).


Ich schweife ab.
Collector, vielen Dank für die konkrete Liste, aber auch für die weitergehenden Tipps, und die Ermutigung, dass doch noch viel mehr Möglich ist, als ich anfangs befürchtet habe!
Wenn es soweit ist, hätte ich Bedarf an konkreterer Unterstützung zu vorab-Planung, und vielleicht sogar Exkursionsdurchführung bzw Begleitung. Wer eröffnet ein Mineralienreisebüro? Oder, da sich ja jetzt jeder "Consultant" nennt, eine direkte Beratung für Exkursionswillige? Ich buche schonmal Pakistan, nochmal Indien, Namibia und Australien  ;D
(in den nächsten 20 Jahren)


Manuel
« Letzte Änderung: 08 Aug 18, 22:07 von ManuelM »

Offline lichtenauer

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #9 am: 04 Sep 18, 22:17 »
Hallo Manuel,
Deine Anfrage ist zwar schon etwasher, aber ich habe sie erst heute gelesen. Eine immer noch (und heute besonders) fündige Region sind die Granitbrüche von Strzegom (Striegau) in Polen. Dort stehen  z. Z. ca. 30 Brüche im Abbau, man kommt zwar nicht in alle rein, aber wenn man sich einer Gruppe anschließt, die dort hinfährt, sind die Fundmöglichkeiten in der Regel gut. Auch besteht ab und zu die Möglichkeit, von Steinbrucharbeitern gute Stücke u bekommen. Ich war selbst schon fünfmal dort und bin nie leer ausgegangen.

Glück Auf!

Jörg Mathusek

Offline ManuelM

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #10 am: 06 Sep 18, 21:18 »
Hallo Jörg,

vielen Dank für den Tipp! Das klingt wirklich nach einer tollen Gegend, endlich mal nicht ewig weit weg oder "na, da gabs vor 40 Jahren tolle Funde, jetzt ist alles renaturiert"  ::)
Wenn ich mal über eine Gruppe stolpere, die dorthin unterwegs ist, werde ich mich anschliessen.

Dankeschön,

Manuel

Offline Uwe Kolitsch

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    • Uwe Kolitsch, NHM Wien
Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #11 am: 07 Sep 18, 10:32 »
Nachträglich noch ein Kommentar:

"Die mineralreichen Minen in Myanmar sind für Sammler unzugänglich."
Dem kann ich aus eigener Erfahrung absolut nicht zustimmen. Mit einem guten Führer (der z.B. für das Mogok-Gebiet sowieso vorgeschrieben ist) und vor Ort bei der zuständigen Behörde eingeholten Genehmigungen (kostenpflichtig) war Betreten und Sammeln sowohl in privaten als auch staatlichen Minen möglich. Detaillierte Organisation und etwas Geduld sind natürlich vonnöten.

Offline uwe

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #12 am: 07 Sep 18, 15:20 »
Selber suchen kann man überall. Aber zum selber finden empfehle ich unbedingt das relativ leicht zugängliche Haupental oberhalb des Schlegeisspeichers im Zillertal. Ich bin mir dort immer wie im Lager eines Mineralienhändlers vorgekommen.

Gruß
Uwe

Offline harzgeist

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #13 am: 07 Sep 18, 15:49 »
Selber suchen kann man überall. Aber zum selber finden empfehle ich ...

Gruß
Uwe

Gut gesagt Uwe  ;D ;D ;D

Offline alfredo

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Re: Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
« Antwort #14 am: 09 Sep 18, 00:13 »
Wenn genug Geld vorhanden wäre, dann unbedingt nach Rapid Creek, Yukon. Schöne Fosfatkristalle viele Arten. Leider kostet ein Sammelreise so um die 8,000 Euro.