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Nakrit

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Axinit:
Servus Micha,

soeben habe ich noch einmal nachgesehen: KAOLIN und KAOLINIT koennen offensichtlich synonym verwendet werden (so beschreibt es auch unser MA-Lexikon  ;D).

Insofern sollte es egal sein, welchen der beiden Begriffe Du benutzt. Beides sollte richtig sein.

Aber: nicht jedes weisse oder helle Ton-Mineral, das durch Zersetzung von Feldspat entsteht ist ein Kaolin. Ist denn das Material aus Woelsendorf einmal genauer untersucht worden ?


Herzliche Gruesse

Harald

Manfred Früchtl:
Hallo Micha
Zu Deiner Frage zum Nakrit.
Viele Sammler hatten das weiße Zeugs auf den Stufen aus dem Wölsendorfer Revier. In der Regel wurde es weggeputzt.
Aber es ist vorhanden, und wird weder als Kaolinit noch als Nakrit geführt, es könnte auch noch Dickit sein. Kein Mineral aus dieser Gruppe wird in der Literatur erwähnt, obwohl sie häufig vorkommen.
Nein ich bin mir nicht sicher dass das ein Nakrit ist, aber dieser bildet am häufigsten solche schöne sechseckige Kristalle. Es ist wie schon erwähnt eine optische Bestimmung von mir.

Ebenso fehlt der 1979 in Lapis erwähne Sapionit.
Auch einen Anatas habe ich ganz tief in der Halde gefunden, den gibt es nicht in der Literatur. Aber im Granit sollte man immer mit Anatas rechnen, man muß ihn nur finden.
Irgendwann bekam ich den Hinweis dass das weiße Nakrit sein soll, aber ich habe keine Unterlagen dazu und die sechseckigen tafeligen Kristalle passen am besten zu Nakrit.
Ich hoffe ja immer noch dass mal ein anderer Sammler meinen Fund bestätigen oder ihn als ein anderes Mineral bezeichnen kann.
Interessante Bilder, besonders das vom Roland mit dem Kaolineinbruch.  :)

Hallo Harald
Scheinbar ist das weiße Mineral ignoriert worden. Es wird in den schön bebilderten Fachzeitschriften nicht beachtet.

Herzliche Grüße
Manfred

openpit:
Hallo,

Kaolin und Kaolinit stellen keine Synonyme dar und sollten auch nicht entsprechend verwendet werden. Wie Harald schreibt:

--- Zitat ---Kaolin ist die Bezeichnung fuer die bergbaulich-industriell abgebaute "Kaolin-Erde", aus der das Mineral KAOLINIT, ein Phyllosilikat, nach Abtrennung von Quarz und Glimmer, gewonnen wird.
--- Ende Zitat ---

ist Kaolinit die korrekte Bezeichnung des Minerals. Kaolin hingegen die Bezeichnung eines (Residual-)Gesteines. Hier können weitere Tonminerale, diverse Feldspäte, Quarz, Eisen(hydr-)oxide und weiteres auftreten.
Um einen Ton (sicher) zu bestimmen genügt es nicht die Form der Aggregate zu betrachten. Hierfür sind Analysen notwendig. Nakrit und Kaolinit sind zudem chem. identisch, lediglich strukturelle Unterschiede bestehen. Eine XRD ist hier angebracht, wobei eine genaue Charakterisierung sehr zeitaufwendig ist.
Deshalb ist es durchaus angebracht solche Bildungen als Kaolin zu benennen.

Glück Auf!
openpit

smoeller:
Hallo,

zu dem Wölsendorf-Bild:

Solche Letten (alte Bezeichnung für weiche, oft tonige (Korngröße, nicht Mineralzusammensetzung) hydrothermale Zersetzungsprodukte von Gesteinen in der Nähe von Klüften und Gängen) sind meist nicht einfach ein Mineral, sondern ein Gemenge. Das können natürlich Tonminerale (Kaolinit, Dickit) im engeren Sinne sein. Dann aber meist auch, in vielen Fällen sogar vorwiegend, Glimmer. Vor allem erstmal feinschuppiger niedrigthermaler Muskovit, sog. Sericit und das hydratisierte Glimmermineral Illit. Ohne zumindest eine XRD (Röntgendiffraktometrie) kommt man da nicht weiter.

Weiße Beläge auf Stufen sind meist meiner Erfahrung nach entweder Muskovit (Sericit), Illit oder Kaolinit, seltener Dickit. Auch hier lässt sich ohne Analytik nix sagen.

Glück Auf!
Sebastian

woelsendorfer:
Guten abend,

hab die Antworten von Sebastian (smoeller) und Micha (openpit) mal studiert, weil einfach nur durchlesen reicht da nicht mehr  :)

Das Ergebnis von euch beide ist, dass man ohne Analyse nicht weiter kommt, ... bedeutet für mich aber auch, dass wenn ich Kaolin als Mineral unter eine Fundstelle eingebe, dass System vom Atlas nicht hergehen kann und daraus Kaolinit macht, weil Kaolinit u.U. nur ein Bestandteil aus dem weißen Gemenge ist.

Zeitaufwendige Analysen wird von uns normalen Mineraliensammlern keiner machen und daher finde ich Kaolin als Oberbegriff angebrachter als Kaolinit und wie von Micha schon erwähnt:


--- Zitat ---Deshalb ist es durchaus angebracht solche Bildungen als Kaolin zu benennen.
--- Ende Zitat ---

Kaolin würde ich deswegen eingeben, weil das weiße Gemenge und die Beläge allgemein als Kaolin angesprochen werden. Allgemein bedeutet, dass nicht nur "einfache" Bergleute von Kaolin sprechen, sondern Kaolin auch in der Bergamtssprache, bei Erstellung von Grubenrissen und deren Zusammensetzung der Gemenge gebräulich ist und das betrifft nicht nur das Wölsendorfer Revier, sondern im Steinkohlenbergbau hatten wir auf dem Bergwerk Westerholt, Baufeld Polsum im Steinkohlenflöz ebenfalls einen bis zu 20 cm breiten Kaolinstreifen. Bedeutet das auch hier das Wort Kaolin gebräulich war.

Manfred
Im Ergebnis bedeutet das, dass das Mineral Nakrit für die Fundorte mit einem Haken für "zweifelhaft" versehen werden müßten, solange wir keine genaue Analyse vorliegt.

Netten Gruss
Micha

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