https://www.geolitho.eu/finanziell-unterstuetzen/https://www.mineraliengrosshandel.comhttps://crystalparadise.de/

Autor Thema: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz  (Gelesen 5689 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline karlov

  • ***
  • Beiträge: 158
Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« am: 17 Nov 13, 19:25 »
Hallo,

hier noch ein paar Fotos aus meiner kleinen Geschiebesammlung, die ich nicht einordenen kann. Vielleicht mag jemand was dazu sagen.
Das erste Gestein (Breite 12cm) ist eher ein metamorph überprägter Vulkanit? Fundort Kiesgrube Oderberg-Bralitz. Braunrote Grundmasse mit ausgewalztem Quarz und teilweise undeutlichen grünen Einsprenglingen, typisch eutaxitisches Gefüge ist aber nicht zu beobachten, also kein Ignimbrit. Habe das mal einem Geologen gezeigt, der meinte, es könnte auch aus etwas Sedimentärem hervorgegangen sein.  Wie spricht man das Gestein am treffendsten an? Hälleflinta?


« Letzte Änderung: 18 Nov 13, 01:53 von karlov »

Offline karlov

  • ***
  • Beiträge: 158
Re: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« Antwort #1 am: 17 Nov 13, 19:35 »
Das zweite Gestein (Breite 6cm) enthält mehr grauen Quarz als weißen Kalifeldspat und jede Menge streifige schwarze Minerale (Hornblende). Erinnert an einen Uppsala-Granit, Smed sagt, ohne blaue Quarze ist das Gestein unbestimmbar. Der Fund stammt von der Insel Mön.



Offline karlov

  • ***
  • Beiträge: 158
Re: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« Antwort #2 am: 17 Nov 13, 19:40 »
Aus den "roten" Moränen (Warthe-Stadium) stammt dieser Lesesteinfund aus der Nähe von Thunpadel/Wendland. Ich habe noch nichts von Geschiebefunden von Riesenbelemniten gehört, zumindest hat diese Belemnitenspitze eine beachtliche Größe (Länge: 9cm, Breite 4,5 cm). Er besteht komplett aus grauweißem Feuerstein. Aus welcher Schicht könnte er stammen, gibt es in der Oberkreide so große Belemniten?

Offline karlov

  • ***
  • Beiträge: 158
Re: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« Antwort #3 am: 17 Nov 13, 19:52 »
Das letzte Stück stammt auch aus der Kiesgrube Oderberg/Bralitz, ein porphyrischer Granit mit seltsam violetter Grundmasse, einmal mit der Handykamera direkt vor Ort fotografiert, einmal besser auflösend, allerdings ein bißchen dunkel. Direkt ist kein Quarz zu beobachten, er steckt wahrscheinlich in der Grundmasse. Dachte zuerst an einen Ragunda-Quarzporphyr, aber ohne eigenständige Quarzkristalle wird das wohl nichts...vielleicht ist es auch eher ein Lemland-Granit?
« Letzte Änderung: 22 Nov 13, 10:31 von karlov »

Offline Sprotte

  • ***
  • Beiträge: 328
Re: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« Antwort #4 am: 21 Nov 13, 18:58 »
Hallo Karlov,

ich würde das erste Geschiebe auch als (streifige) Hälleflinta ansprechen wollen (unter Umständen mit Herkunft als Smaland). Streifige Hälleflinta kann sowohl aus einem Sediment entstanden sein, wie die Gestreifte Hälleflinta von Dannemora, viel häufiger ist jedoch von Vulkaniten (inkl. Ignimbriten) als Edukten auszugehen (vgl. z.B. http://www.skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/metamorphite/haelleflinta/smalandhaelleflinta.html).

Viele Grüße
Sprotte

Butzze

  • Gast
Re: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« Antwort #5 am: 22 Nov 13, 04:55 »
Deine "Belemnitenspitze" ist keine Solche. Nur ein schnöder Feuerstein.

Offline Jörg

  • *****
  • Beiträge: 669
  • Machmal kommen sie auch von oben
    • Homepage
Re: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« Antwort #6 am: 22 Nov 13, 09:12 »
Hallo Karlov,

beim ersten Geschiebe möchte ich mich Sprotte anschließen. Dem gibt es nichts mehr hinzu zu fügen.

Der prophyrische Granit sieht für mich eher aus wie eine (vulkanische) Brekzie, wobei die Klasten angeschmolzen wurden und dadurch deutlich kantengerundet in Erscheinung treten.

Beste Grüße
Jörg

Offline karlov

  • ***
  • Beiträge: 158
Re: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« Antwort #7 am: 23 Nov 13, 14:53 »
-
« Letzte Änderung: 23 Nov 13, 15:15 von karlov »

Offline karlov

  • ***
  • Beiträge: 158
Re: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« Antwort #8 am: 23 Nov 13, 15:14 »
Hallo Sprotte, die Bilder auf skan-kristallin kommen gut hin, vielen Dank! Die foliierte Hälleflinta von Maleras kommt diesem Exemplar recht nahe.

Deine "Belemnitenspitze" ist keine Solche. Nur ein schnöder Feuerstein.
Hallo Butzze, warum ist es kein Belemnit, woran machst du das fest, ist es zu groß für ein norddeutsches Geschiebe?

Hallo Jörg,
auf die Idee mit der (vulkanischen) Brekzie bin ich noch gar nicht gekommen, für mich hatte das Gestein einen granitoiden Charakter.
Schaut man sich die Bestandteile an, dann ist der graue Quarz schlierig, aufgeschmolzen, xenomorph. Die weißen (teils auch leicht grünlichen) Einsprenglinge sind ebenfalls undeutlich begrenzt. Das Gestein wirkt recht schwer, andere akzessorische Mineralien konnte ich mit der Lupe nicht finden.

Butzze

  • Gast
Re: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« Antwort #9 am: 23 Nov 13, 18:35 »
1.die Größe
2.die Form
3.die Farbe
4.die fehlenden Ringe
und die Bruchfläche wäre auch sehr untypisch

Andersrum: Warum hältst du das für ein Belemnit?


Dir ist sicher klar das Feuersteine die skurilsten Formen haben können und die Nummer 1 und den Pseudofossilien sind. (Die Dendriten mal ausgenommen)

Offline karlov

  • ***
  • Beiträge: 158
Re: Weitere Geschiebe unbekannter Provenienz
« Antwort #10 am: 23 Nov 13, 19:54 »
Hallo Butzze,
gut, dann bin ich dem schönen Schein erlegen. Die Form brachte mich ja auf einen Belemniten, das mit der Größe war die Frage (ob denn sowas überhaupt vorkommen kann), aber der Gedanke, daß es ein Scheinfossil sein könnte, ist mir ehrlich gesagt noch nicht gekommen. Aber klar, es fehlen die Wachstumsringe, die radialstrahlige Struktur und der zentrale Kanal. Wenn Scheinfossilien wie Hasen oder Enten aussehen können, warum nicht auch wie ein simpler Belemnit.  :)
Vielen Dank!

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge