Hi Hans,
Christian hat ja schon eine perfekte "Einführung in die Geologie am Oberalppass" gegeben

Dein Stück würde ich von der Mineralzusammensetzung her gesehen als Zweiglimmergneis ansprechen (ich sehe dunklere Glimmer wie Biotit und untergeordnet helle Glimmer - Muskovit), der Anteil an hellen Gemengteilen wie Feldspat und Quarz ist noch ziemlich hoch.
Nach dem Gesteinsgefüge fällt es in den Übergang Zweiglimmergneis zu stärker geschiefertem Gneisphyllit (als Begriff für stark tektonisch durchbewegte Gneise mit schiefriger Lagentextur). Zu den Glimmerschiefern aber würde ich das Teil nicht stecken.
Die am Oberalp anstehenden Gneise sind präkambrischen Alters, haben als Ausgangsgesteine alte Sedimentgesteine und sind somit - was ihre Entstehung angeht - in die Gruppe der "Paragneise" einzustufen.
Viele Mineralien, die in diesen schiefrigen Zweiglimmergneisen vorkommen, enthalten Eisen, wie z.B. der Biotit. Durch die Einflüsse der Verwitterung werden die eisen-führenden Mineralbestandteile mit Bildung von Eisen-Hydroxiden und -oxiden umgewandelt, sie "rosten". Da der Einfluss der Verwitterungslösungen von außen auf die Gesteine einwirkt, ist im Kern noch die unverwitterte Mineralsubstanz vorhanden, deswegen ist Dein Stück im Kern noch grau.
Wow, was man zu einem Stück Gneis alles schreiben kann...
Grüßle und Glück Auf!
GEOMAXX