Traut sich immer noch niemand ? Nach dem ersten Beitrag von Andreas sollte doch die Hemmschwelle schon deutlich geringer sein ……
Na gut, dann mach halt ich weiter – allerdings ungern, denn das soll ja schließlich kein reiner Moderatoren-Wettbewerb werden !
Heuer war die Auswahl ziemlich schwierig – ich hatte schon erwogen, diesmal gar nicht teilzunehmen. Ich hab zwar einige interessante bzw. „gute“ Stücke gefunden, aber es war kein so eindeutiger „Spitzenfund“ dabei wie im Vorjahr.
-- Eventuell einen der beiden „Frühlingsfunde“ aus der Laa-Formation ? (
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30395.msg254508.html#msg254508 ) Das sind zwar meine bisher besten Hölzer von dort, andererseits aber auch nicht wirklich umwerfend.
-- Oder schon wieder einen Astabgang, wenn auch diesmal aus dem Pannonium ? (
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30292.msg256175.html#msg256175 ) Auch nur mäßig aufregend, und vor allem im Vergleich zu den Altfunden in den Museen etwas mickrig.
-- Vielleicht eines der beiden Hölzer aus den Eggenburgium-Brandungszonen ? (
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,33634.0.html) Das sind zwar echte Raritäten, aber wahrlich keine Prunkstücke. Also auch nur für die extreme Minderheit interessant, die sich ausgerechnet für Hölzer aus ausgerechnet diesem Gebiet und diesem speziellen Zeitabschnitt interessiert.
Also hab ich mich für eine kleine (im doppelten Wortsinn) Besonderheit entschieden – das Stück mit den Steinkernen von Eintagsfliegenlarven-Wohnbauten auf einem Limonit-Holzabdruck aus dem Pannonium (nähere Infos und weitere Fotos siehe:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30292.msg260679.html#msg260679 ). Das ist zwar auch nicht weltbewegend, aber in der HMF anscheinend doch selten, und zudem mein erstes Stück in dieser Art. Für mich ist`s also was besonderes, und die Kombination von Holz und Lebensspuren mag ich ohnehin sehr, weil sie auch was über die damaligen Lebensgemeinschaften aussagt. Ist also diesmal nicht nur was für die botanisch Interessierten, sondern gleichzeitig auch was für die Zoologie- bzw. Insektenfreunde – und für die Liebhaber von Spurenfossilien auch. Ob allerdings der Limonit bei den Mineralienfreunden gut ankommen wird – na ja, da hab ich so meine Bedenken …

Das dritte Foto zeigt die Fundstelle am Fundtag.
Gefunden hab ich das Stück Anfang Mai 2013 im Weinviertel östlich von Hollabrunn, an einem allerdings ganz und gar nicht frühlingshaften Tag mit intensivem Dauerregen und Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Meine Freundin ist ohnehin nach kürzester Zeit gleich zum Auto zurückgegangen, und auch ich war nicht sonderlich begeistert (aber eben doch vom Jagdfieber gepackt), und habe einfach alles, was irgendwie verdächtig oder fossilartig aussah, in den binnen Minuten lehmverschmierten und triefnassen Rucksack geschmissen – wirklich „entdeckt“ hab ich die Insektenspuren dann erst zuhause beim Waschen und Sortieren der Funde. Da war die Freude aber dafür umso größer.