Gesteine / Rocks / Rocas > Schweiz / Switzerland

Lesestein_Anfängerfrage_ Steinbestimmung

(1/1)

Thomas Schaffner:
Es handelt sich um einen ca. 6 cm breiten Feldstein von einem im Herbst gepflügten Acker. Der Fundort 10 km nördlich von Bern liegt über einem Moränengrund, in der näheren Umgebung (1-3 km) finden sich Aufschlüsse von Schottern der Aare- und Rhonegletscher, welche in den letzten Glazialen hier wirkten. Lesesteine und grosse Findlinge sind häufig. Der unregelmässig geformte Stein fiel durch seine dunkle Farbe auf, deshalb trennte ich ihn mit einer Diamanttrennscheibe und schliff ihn bis 600er Korn mit Korundpapier.  Die Makro-Aufnahme erfolgte unter Wasser. Das vorliegende Schliffbild habe ich hier noch nie gefunden.  In einer dunkelroten Matrix, die nur auf den ersten Blick an roten Radiolarit  (hier häufig) erinnert, sind grüne und rote z.T. mit anderen farbigen bis schwarzen Komponenten durchsetzte, mehrheitlich nicht gerundete, unregelmässige wenige mm bis einige cm messende Einschlüsse vorhanden. Das Gestein ritzt harten Stahl und lässt sich mit Korundpapier nur mühsam schleifen. Salzsäure reagiert erwartungsgemäss nicht. Im Mikroskop, 8-fach vergrössert und trocken fotografiert erscheint die rote Matrix feinkörnig, mit kleinsten dunklen Einsprengseln, von schmalsten Spalten durchzogen und angedeutet porig. In den bunten grösseren Einschlüssen vermutet man Quarz- und Feldspat-Kristalle.  Das spezifische Gewicht beträgt ca. 2,8.
Ist das eine Porphyr- Brekzie?
Woher stammt dieses Gestein, es müsste eigentlich aus den Alpen hierher verfrachtet worden sein?
Danke für Ihre Hilfe

stoanklopfer:
Hallo!

Sieht mir ganz nach einem Verrucano-Konglomerat aus. Es ist nicht ganz klar ersichtlich, ob die Komponenten aus Quarzporphyr bestehen (zumindest teilweise).

Volkmar

vanderheide:
Hallo Miteinander,
Habe mich die letzte Zeit viel mit Serpentinit beschäftigt. Serpentinit kann auch als Brekzie erscheinen und kann auch grosse Granate in sich aufnehmen. Ich meine, diese ganze Ummantelung rechts, sieht sehr nach Serpentinit aus und auf das microscopische Bild sehe ich  täuschend ähnliche Granate. Die rote Farbe? Ich fand unweit von Finero (Fortsetzung vom Centovalli in Italien hinein) einen Serpentiniten, der die Umwandlung von Grün ins Rotbraun vollzog. Nun habe ich lediglich noch ein Problem mit der Härte. Sind es die Granate, die hart sind und ist das Umliegende weicher? Bin bespannt, wer sich noch meldet und was gemeldet wird!
Gruss
Hans

Thomas Schaffner:
Geschätzte Steinkundige

für die Antworten auf meine Frage danke ich. Ich sehe, dass ich noch ausserordentlich viel lernen kann und muss.
Ich werde den Stein weiter präparieren und vielleicht bessere Bilder einstellen.

Grüsse

Thomas S.

Navigation

[0] Themen-Index

Zur normalen Ansicht wechseln