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Autor Thema: Nattheim - Seeigel, Korallen, Schwamm  (Gelesen 12629 mal)

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Offline Jürgen

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Re: Nattheim
« Antwort #15 am: 05 Apr 08, 13:18 »
An alle Präparierer,

bei den ausführlichen Berichten wird von einer verdünnten Säure gesprochen.
Wer kann mir helfen und definiert mir das Verfahren etwas deutlicher.
Vorab vielen Dank

Jürgen
« Letzte Änderung: 15 Jul 13, 16:41 von oliverOliver »

Offline triassammler

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Re: Nattheim
« Antwort #16 am: 15 Apr 08, 03:19 »
Hallo Jürgen!

Für die Salzsäure-Präparation von verkieselten Fossilien aus Nattheim gibt es kein Standardrezept. Das hängt stark vom Grad der Verkieselung ab. Kurz zusammengefasst ist das Prinzip Folgendes: Die Korallen der Nattheimer Gegend sind durch (noch nicht ganz genau geklärte Prozesse)  verkieselt, d. h. das ursprüngliche Kalkskelett ist mehr oder weniger vollständig durch Chalzedonkieselsäure ersetzt und ist, im Gegensatz zum umgebenden Kalkstein, nicht durch verdünnte Säuren löslich. Das macht man sich zu Nutze, indem man Brocken des Korallenkalks in verdünnte Salzsäure legt bzw. hängt und wartet, bis sich der Kalk aufgelöst hat.
Leider ist das ganze recht kompliziert, weil manche Bereiche stark, andere schwach oder kaum verkieselt sind, und man sieht es den Stücken im Gelände nicht unbedingt an. Ein ganz gutes Indiz für starke Verkieselung (und damit ein gutes Präparationsergebnis) sind bläulich gefärbte Korallenreste, hier ist besonders viel Chalzedon vorhanden. Die Konzentration der Salzsäure sollte zwischen 5% und 10% liegen - ist sie zu gering konzentriert, müssen die Brocken zu lange darin liegen, und die Korallen werden auch bei guter Verkieselung angegriffen; ist sie zu hoch konzentriert, löst die Säure auch den Chalzedon sehr rasch auf. Man muss hier ggf. erst mal durch Anätzen in eher starker Verdünnung ausprobieren, was das Stück abkann. Fängt die Koralle an zu bröseln oder bekommt lauter Löcher, war es zu viel Säure. Am besten probiert man mit ein paar unscheinbaren Stücken herum und sammelt Erfahrung, bevor man sich an die vielversprechenden Funde macht, und kontrolliert den Fortschritt in kurzen zeitlichen Abständen. Schöne Stufen kann man übrigens dadurch erzeugen, dass man den Brocken an einer über ein Querholz gebundenen Paketschnur nur teilweise in das Säuregefäss hängt - man erhält dann einen Sockel, der noch das ursprüngliche Gesteinsgefüge zeigt, und auf dem die freigeätzten Korallen dann aufsitzen.
Man muss durchaus mit einigen Litern verdünnter Säure rechnen, und der Vorgang kann Stunden dauern, wobei es Sinn macht, immer wieder frische Säure nachzugeben, damit die Lösung nicht zu dünn wird und die Stücke nicht unnötig lange darin liegen. Nach dem Vorgang unbedingt gut (am besten tagelang) in regelmäßig gewechseltem Wasser wässern. Nur in gut belüfteten Räumen und mit Handschuhen und Schutzbrille arbeiten.

Ein paar mehr Details habe ich hier mal zusammengestellt, das sind so meine Erfahrungen mit der Chemie-Geschichte: http://www.palaeo-online.de/d/praeparation/chemisch.html

Offline Jürgen

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Re: Nattheim
« Antwort #17 am: 15 Apr 08, 19:46 »
Hallo triassammler

Danke schön.
hab dir ne´ PN geschickt
Gruß

Jürgen
« Letzte Änderung: 15 Jul 13, 16:42 von oliverOliver »

Offline oliverOliver

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Re: Nattheim - Seeigel, Korallen, Schwamm
« Antwort #18 am: 29 Jan 14, 23:56 »
in Ergänzung zu den von Marco angeführten, hier noch ein Link:
http://www.nattheimerkorallen.de/

 

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