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Autor Thema: Feuersteinlinie Sachsen  (Gelesen 3996 mal)

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Offline Uwe E

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Feuersteinlinie Sachsen
« am: 21 Apr 14, 17:08 »
Hallo,

ich bin Mineraliensammler, stoße bei Feldbegehungen aber ab und an auch auf Geschiebehinweise.

Laut Literatur verläuft die sog. Feuersteinlinie in meinem Umland zwischen Tharandter Wald/Tharandt und Wendischcarsdorf.
Nun habe ich schon kurz vor Freiberg (ca. 1 km von Naundorf entfernt) und kürzlich bei Weißenborn (unweit Freiberg) auf einer Hochebene mehrfach Flint gefunden und das sind mehr als 10 km südlicher.

Hat jemand Infos zu Literatur, die sich detailiert mit der Feuersteinlinie, vor allem im Bereich Sachsen, befassen?

Viele Grüße
Uwe

Offline Sprotte

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Re: Feuersteinlinie Sachsen
« Antwort #1 am: 23 Apr 14, 09:17 »
Hallo Uwe,

aufgrund der geringen Witterungsanfälligkeit ist das Vorkommen von "nordischem" Feuerstein im gesicherten geologischen Kontext (was genau genommen oberflächliche Vorkommen ausschließt) behanntermaßen ein gutes Indiz für die Maximalausdehung des Inlandeises. Flint auf der Oberfläche allein ist jedoch keineswegs hinreichend, da in der Vergangenheit auch die Verschleppung durch menschliche Aktivitäten zur Werkstoffherstellung sehr wahrscheinlich ist. Hier wäre also erst noch zu prüfen, ob außer Flint auch andere (nordische) Geschiebe vorhanden sind.

Viele Grüße
Sprotte

Offline Mark77

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Re: Feuersteinlinie Sachsen
« Antwort #2 am: 24 Apr 14, 22:26 »
Hallo Ralf & Uwe,

allerdings ist die Versschleppung durch den Pflug nur gering. Prähistorische anthropogene Einflüsse sind leicht zu erkennen. Der frühe Mensch hat sich gerne aus den Knollen Artefakte hergestellt. Wenn du auf dem Acker nur Bruch findest und keine Artefakte, ists ein eher natürliches Flintvorkommen.

Viele Grüße
Markus

Offline Sprotte

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Re: Feuersteinlinie Sachsen
« Antwort #3 am: 29 Apr 14, 20:15 »
Hallo Uwe,

ein Artikel (vielleicht wird dort auch Bezug auf die Feuersteinlinie genommen), der sich mit Geschiebefunden an der Grenze der Maximalausdehung des Inlandeises beschäftigt:

BARTHOLOMÄUS WA, SKOWRONEK A & HORNUNG J (2005): Ein hochlagerndes Rapakivi-Geschiebe im Bober-Katzbach-Gebirge (Niederschlesien). Geschiebekunde aktuell 21 (3): 69-78

Viele Grüße
Sprotte (Ralf)

Offline geomueller

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Re: Feuersteinlinie Sachsen
« Antwort #4 am: 01 May 14, 15:19 »
Hallo Uwe,
die Feuersteinlinie bzw. die südliche Grenze der nordischen Geschiebe ist auf jeden Fall auf den alten geologischen Karten M = 1 : 100 000 von Watznauer, "VEB Kartographie Leipzig " aus den 1950er Jahren dargestellt. Ich habe gerade das Blatt Altenburg vor mir liegen da ist sie drauf, das Freiberger Blatt habe ich jetzt nicht hier >:(.

 Auf neueren Karten wie z. B. 5240 Zwickau M = 1: 25 000, überarbeitet 2005, ist sie schon nicht mehr dargestellt. Also auf die guten alten Karten zurückgreifen ;)

Gruß Jürgen

 

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