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Autor Thema: Rote Einschlüsse in Basalt (frische Bruchfläche)  (Gelesen 5251 mal)

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Offline Lothar Schuh

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Hallo
ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen´ Ich wohne in der Nähe von Heidelberg. Seit rund einem Jahr beschäftige ich mit der Bestimmung von Gesteinen. Ich habe mal Chemie studiert /Kristallografie. Beruflich habe ich nichts damit zu tun.

Ich habe in der künstlichen Uferbefestigung des Neckar (Felsbrocken) einen ziemlich aphanitischen Basalt gefunden, der in frischer Bruchflächen rote Einschlüsse hat. Diese sind weich (herauskratzbar) und unregelmäßig geformt (2-4 mm Durchmesser). Der Basalt (???) enthält keine sichtbaren Olivine. den Grad der Verwitterung kann ich nicht einschätzen. Ich habe das Gleiche (keine frische Bruchfläche) übrigens auch bei einem Lavamantel eines Dunits von Lanzerote gefunden.

Hat jemand eine Idee??

Schönen Gruß und danke

Lothar

Offline waldi

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Re: Rote Einschlüsse in Basalt (frische Bruchfläche)
« Antwort #1 am: 11 Jun 14, 19:20 »
Hallo Lothar
Das Gesteinsstück sieht mir nicht nach Basalt aus.  Es könnte was mit Hornblende sein.
GA waldi

Offline Harzsammler

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Re: Rote Einschlüsse in Basalt (frische Bruchfläche)
« Antwort #2 am: 11 Jun 14, 22:58 »
Hallo,

das Gestein sieht aus wie Diabas und die roten Einschlüsse bestehen sicher aus Hämatit.

Grüße,
Michael

Offline Lothar Schuh

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Re: Rote Einschlüsse in Basalt (frische Bruchfläche)
« Antwort #3 am: 12 Jun 14, 13:55 »
Hallo und danke für die bisherigen Antworten.
Wenn das Diabas wäre, dann sollte es ein extrusiver Diabas sein, da bilden sich Hämatite und Zeolithe. Dann sollte das Gestein aber mehr Poren haben. Das Material ist aber ziemlich dicht. Die bei Diabas oft erkennbare Schieferung hat das Material nicht.
So was hab ich nun schon 2mal an verschiedenen Orten (Neckaruferbefestigung & Straßenschotter) gefunden und das kann nicht selten sein; das Aussehen ist markant, aber via Google habe ich nichts finden können.

Hat jemand so was schon mal gesehen (das Rote Material hat eine rote Strichfarbe, ist aber wachsweich und opak).

Schönen Gruss
Lothar

Offline smoeller

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Re: Rote Einschlüsse in Basalt (frische Bruchfläche)
« Antwort #4 am: 12 Jun 14, 14:34 »
Hallo,

Die Einschlüsse sollten dann ein Gemenge von Hämatit und Bolus sein. Bolus ist eine alte Bezeichnung für dichte, wachsartige Tonminerale (Montmorillonit, Nontronit o.ä.), die aus der Verwitterung von Silikaten entstehen. Könnte u.a. mal Olivin gewesen sein, da sind solche Pseudomorphosen nicht selten.

Das Gestein bereitet mir allerdings in dieser Beziehung noch Kopfschmerzen. Ein sehr dunkler Diorit, Gabbro, Diabas lassen sich von den Fotos her nicht unterscheiden. Grundsätzlich kommt zumindest Diorit und Gabbro auch im Odenwald vor. Diorit, das häufigste dieser Gesteine in der Gegend, enthält allerdings kaum Minerale, die so rot verwittern, v.a. kaum Olivin.
Evtl. käme auch sehr dichter, granulitischer Biotitgneis in Frage, mit rot verwittertem Cordierit.

Glück Auf!
Sebastian


Offline Lothar Schuh

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Re: Rote Einschlüsse in Basalt (frische Bruchfläche)
« Antwort #5 am: 12 Jun 14, 19:15 »
Hallo,
danke für die Interpretation. Ja-für einen Basalt ist das Gefüge zu grob. Pla/Fsp und Pyx/Hb (nicht im Mikroskop unterscheidbar, da zu klein) ist da. Aber das rote Material ist immer noch rätselhaft. Die Idee mit Bolus/Ton könnte hinkommen. Ob das Gestein ein Diorit, Gabbro darstellt ... schwierig zu entscheiden.
Wie entsteht so ein Bolus. Weder in Dio noch in gab ist Eisen in "Nestern", dass sich so viel Hämatit bilden könnte. Mich interessiert der Entstehungsmechanismus.

Kann Gab so viel Olivin enthalten - der verwittert ja auch unterintermediärer  Bildung  von Schichtsilikaten (?).

Hier noch ein anderes Foto:

Danke und Gruss

Lothar

Offline smoeller

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Re: Rote Einschlüsse in Basalt (frische Bruchfläche)
« Antwort #6 am: 12 Jun 14, 20:08 »
Hallo,

Das Eisen stammt aus der Zersetzung der Silikate. Sowohl Olivin als auch Cordierit (die beiden halte ich wegen ihrer recht starken Verwitterung für recht wahrscheinlich) haben immer mindestens 10-15 % Eisen. Magnesium kann meist in die sekundären Produkte (Tonminerale) eingebaut werden. Zusätzlich ist evtl. auch die Zersetzung von Magnetit zu Hämatit möglich, allerdings würde das im Allgemeinen eine starke Erhitzung (Frittung) des Gesteins voraussetzen und das sehe ich hier eher nicht (gefrittete Gesteine sind meist im Ganzen rötlich gefärbt, wegen Oxidation von Eisen in den Glimmern und dunklen Gemengteilen). In Gabbros kann es schon mal sein mit dem Olivin, anders sieht es allerdings bei Diorit aus. Ich halte allerdings nach dem letzen Foto einen sehr massigen Gneis für sehr wahrscheinlich. ranulitische Gneise können durchaus schon mal sehr schwach geschiefert sein, der Gneischarakter macht sich bisweilen nur noch an der Anordnung der Glimmer bemerkbar. Im Grundgebirge des Schwarz- und Odenwaldes sind viele Gneise so massig. Ein gutes Gebiet, solche Gesteine zu beobachten ist das Tal bei Oberried (bei Freiburg)  bis rauf zum Schauinsland. Dort finden sich Übergänge von Gneisen bis hin zu fast granitartigen hellen Partien. Cordierit ist in solchen Gesteinen recht häufig.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Lothar Schuh

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Rote Einschlüsse in Mafit
« Antwort #7 am: 15 Jun 14, 18:49 »
Nochmal zum Thema von vorher "Rote Einschlüsse in Basalt..Gabbro??

Hallo,
ich hab die roten Einschlüsse, die mir Kopfzerbrechen bereiten, nochmal vergrössert. Inzwischen hab ich auch mal in Richtung Klinoptilolith /Heulandit/Zeolith gedacht. Aber das sollte in Sedimentiten und nicht in Magmatiten /Ganggestein vorkommen ??Der Strich ist tiefrot (wie Hämatit, das Material ist  jedoch wachsartig),  kann aber bei Klinoptilolith/Zeolith so sein. 
Was denken ihr??

Schönen Gruss

Lothar

Offline CRYSTALLOGIC

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Re: Rote Einschlüsse in Mafit
« Antwort #8 am: 15 Jun 14, 22:23 »
...Inzwischen hab ich auch mal in Richtung Klinoptilolith /Heulandit/Zeolith gedacht. Aber das sollte in Sedimentiten und nicht in Magmatiten /Ganggestein vorkommen ??...

Hallo,

tatsächlich ist es genau andersrum ;)

Gruß