Hallo Zusammen,
kein Problem sein, die Mineralsubstanzen der Farbpigmente eindeutig zu bestimmen
Doch. Meistens wehren sich die Eigentümer bei einer Probenahme, zweitens muss das Vorhandensein von Atacamit und seinen Verwandten ja nicht heissen, dass es ein Korrosionsprodukt von Azurit ist, es wurde ebenfalls als eigenständiges Pigment verwendet. (Die Eigentümer lassen sich meistens mit Raman besänftigen, die Literatur zum Thema Gemälde+Raman steigt überproportional an).
Die Kupferverbindungen können auch mit organischen Substanzen (Ölen, Harzen) in der Farbe reagieren, es muss nicht immer eine Umwandlung sein.
Zur eigentlichen Frage:
Die Beziehung Malchit-Azurit ist hier gut beschrieben:
Stability relations of malachite and azurite
http://www.minersoc.org/pages/Archive-MM/Volume_50/50-355-41.pdf"Eigentlich" braucht es nur Wasser, um eine Umwandlung zu bewirken, es ist aber eine Gleichgewichtsreaktion. Generell schieben hohe pH-Werte und niedrige CO
2/CO
32- Konzentrationen die Gleichung Richtung Malachit, neutrale pH-Werte und hohe CO
2/CO
32- Konzentrationen gehen Richtung Azurit:
2Cu
3(OH)
2(CO
3)
2 + 2H
2O <=> 3Cu
2(OH)
2CO
3 + CO
32- + 2H
+Es kommt letzlich darauf an, wieviel CO
2/Hydrogenkarbonat/Karbonat bei welchem pH-Wert verfügbar ist. Der pH-Bereich in dem Azurit gebildet wird bzw stabil ist, ist ziemlich klein. Ein weiterer interessanter Artikel dazu ist
http://cool.conservation-us.org/jaic/articles/jaic44-02-004_5.html. Dort wird schön gesagt, das Bronze an der Luft zu Malachit verwittert, während Azurit nur bei vergrabenen Gegenständen gebildet wird. In der Erde ist sind die pH/Pufferverhältnisse eher geeignet, Azurit entstehen zu lassen.
Gruss,
Stefan