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Typlokalität Fluorit
Schluchti:
Ist es richtig, daß man als Typlokalität von Fluorit Breitenbrunn im sächsischen Erzgebirge und Jachymov, im böhmischen Erzgebirge ansehen kann?
Die Erstbeschreibung taucht wohl bei Agricola 1530 in "Bermannus sive de re metallica".- Basel, p. 125-127 auf. Dort wird er wohl von Breitenbrunn und Joachimstal (Jachymov) beschrieben.
Siehe hier: http://tw.strahlen.org/typloc/fluorit.html
Was meinen die Experten?
Wollte es bei einem so "prominenten" Mineral nicht ohne eine Diskussion einfach so ins Lexikon eintragen.
Chris18:
Hallo Schluchti
Hab das selbe bei Mindat gesehn, weiß auch nicht ???
popeye:
Hallo Schluchti,
ich glaube ,man sollte/kann nicht für alle Mineralien Typlokalitäten angeben:
Steinsalz/halit,Gold,Fluorit und viele mehr sind glaube ich nicht erstbeschrieben im eigentlichen Sinn.
Hab mal kurz im Fluorit-Extralapis nachgelesen,dort wird eine erste Definition des Begriffes Flußspath von 1778 angegeben-ohne Lokalität, der Fluorit wurde (steht viel weiter hinten) schon von den Römern gekannt und genutzt-als Murrinische Gefäße,wobei Murrha=Flußspat sein soll,gewonnen in der heutigen Türkei.
Aber was zitier ich hier groß rum-ich glaube nicht, dass es für z.B. o.g. Minerale eine ernstzunehmende Typlokalität ("Der Fundort, von dem ein Mineral erstmals untersucht und beschrieben wurde, wird als Typlokalität bezeichnet") geben kann.
::)
Vielleicht kann mich ja noch einer/eine eines Besseren belehren.
Tobias ;)
giantcrystal:
Hier noch ein paar mehr Minerale, die bereits aus der Antike bekannt sind und somit wohl keine Tpylokalität im heutigen
Sinne haben :
Calcit
Auripigment
Realgar
Antimonit
Quarz
Quecksilber
ZInnober
Hämatit
Galenit
Cassiterit
und andere mehr
Glück Auf
Thomas
berthold:
Hallo,
also, ohne Dr. Witzke (siehe Link oben) zu nahe treten zu wollen, aber eine Typlokalität für Fluorit anzugeben ist schon sehr gewagt und meiner Ansicht nach auch nicht richtig oder gerechtfertigt. Fluorit war/ist von alters her bekannt (es ist absolut richtig, was popeye schreibt). G. Agricola beschreibt zwar zwei Fundorte und nennt eine praktische Verwendung jedoch muss man davon ausgehen, dass damals erstens sicher Flußspat auch von anderen Orten bekannt war, zweitens Agricola (sozusagen als Technik-Chronist) den Wissensstand der damaligen Zeit festgehalten hat. Weder wurde Fluorit von Agricola an den genannten Lokalitäten erstmals gefunden noch analysiert.
Ähnliche Probleme mit der Typlokalität sehe ich für viele "altbekannte" Minerlien. Wer möchte / könnte für Quarz eine Typlokalität nennen? Nein, ich denke, das muss nicht sein.
Andererseits sollten wir Mineraliensammler uns mal fragen warum wir zu einem Mineral überhaupt eine Typlokalität angeben. Ich denke, der wissenschaftliche Zweck ist es z.B. für vergleichende Untersuchungen sagen zu können woher die Proben für die erste Untersuchung/Neubestimmung kamen. Und aus diesem Gesichtspunkt heraus macht eine Typlokalität für Fluorit ganz sicher keinen Sinn.
Gruß
Berthold
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