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Kühlmittel ? Stein/ Achat-Säge

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kugel-frank:
Hallo Gemeinsam!

Wie sind denn Eure Erfahrungen?
Mit welchem Kühlmittel arbeitet Ihr beim Achatschneiden? Ich meine sowohl u. a. hinsichtlich der Qualität des Schnittes, der Standzeit des Sägeblattes als auch (s. u.) der gesundheitlichen Bedenken bei der Verarbeitung.

Ich möchte mal (vorerst) mich mit meinen Erfahrungen etwas zurück halten um eine gewisse Voreingenommenheit zu vermeiden.

Nur mal soviel; In der letzten Zeit höre ich aus verschiedenen Richtungen von mehreren Sammlern und/ oder professionellen `Stein-Schneidern`gesundheitliche Schlechtmeldungen die mich doch etwas nachdenklich stimmen...

Vielen Dank für Eure Rückmeldung/ en

Frank

Harzsammler:

--- Zitat von: kugel-frank am 24 Sep 14, 12:26 --- In der letzten Zeit höre ich aus verschiedenen Richtungen von mehreren Sammlern und/ oder professionellen `Stein-Schneidern`gesundheitliche Schlechtmeldungen die mich doch etwas nachdenklich stimmen...

--- Ende Zitat ---
:o dafür verwendet man doch den normalen wassermischbaren Kühl-Schmier-Stoff (KSS), der auch beim Drehen Fräsen und Bohren verwendet wird. Oder irre ich mich hier?

Ich arbeite jedenfalls schon über 20 Jahre beruflich mit diesen Kühlmitteln und habe lediglich in wenigen Fällen bei anderen Personen Hautausschläge gesehen, die allerdings auch von den nickelhaltigen Werkstücken, die wir bearbeiten herrühren können.

Natürlich muss mit KSS auch sachgerecht umgegangen werden...

@Frank, die Probleme mit dem Kühlmittel würden mich sehr interessieren.

Grüße,
Michael

kugel-frank:
Hallo Michael und alle anderen Interessierten!

Achtung; Es wird jetzt ein bischen theoretisch:
Hinsichtlich der medizinischen Probleme: Bei den meisten Sägen (übrigens auch beim Schleifen und Polieren) entstehen Aerosole (= feste Teilchen in Gasen, sprich Luft), in den meisten Sägen die ich kenne werden diese nicht abgeleitet (z. B. per Absaugung).

Voraussetzungen für die negative Wirkung (die ich meine, also nicht die Probleme beim direkten Kontakt mit der Haut wie die Entfettung oder Ekzeme) sind (mindestens):
1. Der Inhaltsstoff muss in die Lunge gelangen; dazu muss er kleiner 10 mikro meter groß (bzw) klein sein (grössere Inhaltsstoffe werden am Kehlkopf= Glottis soz. aufgehalten).
2. Der Inhaltsstoff muss in den Lungenbläschen= Alveolen resorbiert werden (für eine negative systemische Wirkung) oder seine unerwünschte Wirkung direkt in den Alveolen entfalten.
3. Der Inhaltsstoff selber ist giftig, sprich toxisch (Das Prinzip der medizinischen Anwendung von Aerosolen wird natürlich auch in postiver Weise also als Therapie genutzt).

Jetzt muss mir nur noch einer sagen; Gibt es Untersuchungen über die Größe von Aerosolen die beim Steine Sägen entstehen?!? Ich kenne bisher keine.
... Und Welches sind die Inhaltsstoffe der Kühlmittel?!? In gar manchen Fällen weiß man dies ja gar nicht und wenn man es weiß wie toxisch also giftig ist dies für uns als Anwender?!?

Soweit von meiner Seite (erst mal)

Beste Grüße aus Thüringen

Frank

jürgen lange:
Hallo Leute,

früher wurden hier im Forum auch schon die Aspekte der Brandgefahr bei den Kühlmitteln diskutiert (--> suchen)

Es ist auch noch an den Allergiker zu denken. Ich erinnere mich an das Gespräch mit einem Glasfaser-Hersteller. Dort wurden sog. Schlichten eingesetzt. Dies sind Öle/Öl-Wasser Gemische, die beim Bearbeiten der Glasfasern Verwendung finden. Der Betreiber hat damals keine rothaarigen Menschen eingestellt. Da sie nach seiner Erfahrung häufiger unter Ausschlag etc. leiden. Diese Schlichten haben vermutlich ähnliche Zusammensetzungen wie die Schleif-, Schneid- und Bohröle. Diese Schleif-, Schneid- und Bohröle enthielten für Metallanwendungen früher Amine, die dann Blasenkrebs zur Folge hatten.  IN den Ölen sind vermutlich auch Stabilisatoren und Emulgatoren enthalten. Die Stabilisatoren sind dann Biozide, die eine Verkeimung der Öle verhindern. Die Emulgatoren sind dann wie z.B. Fettsäuren aufgebaut.

Man müsste mal ein Datenblatt der Schneidöle sehen.

Beim Inkorporieren der Aerosole bitte auch an den Feststoffabrieb denken, der neben der flüssigen Phase mit ausgetragen wird.

Gruß und Glück Auf j.



Harzsammler:
Hallo,

bei den (wasserlöslichen) Kühlschmierstoffen gibt es praktisch für jede Anwendung ein extra abgestimmtes Produkt.
Dann gibt es das Ganze noch als herkömmliches, teilsynthetisches und vollsynthetisches Mittel. Und alles auch noch von zahlreichen Herstellern.
Dort den Überblick zu haben stelle ich mir schwierig vor.

Als Inhaltsstoffe sind im wesentlichen Öl (mineralisch oder Rapsöl) und Emulgatoren drin. Dazu dann noch zahlreiche Additive (Bakterizide, Fungizide, Korrosionschutz, Esteröle, Entschäumer etc.)

Die schädlichen Nirosamine sind und waren auch früher schon nicht von vornherein drin, sondern sie bilden sich erst während des Gebrauchs durch Nitrateintrag (Anmischwasser, Verschmutzung, Bakterienbefall) und die Hitze bei der Bearbeitung aus den im KSS enthaltenen Aminen. (Heute soll ? das nicht mehr das Problem sein)

Brandgefahr besteht bei KSS überhaupt nicht.
Die Aerosolbelastung ist natürlich vorhanden, (auch in lungengängiger Größe !!! ) dafür gibt es aber Grenzwerte, die regeln, ab wann abgesaugt werden muss.
Je nach der bei der Bearbeitung entstehenden Temperatur bildet sich auch Rauch (das sollte jedoch immer verhindert werden).

Beim Steineschneiden wird im Aerosol sicher auch Quarzstaub mit drin sein. (Silikose !!! )

Es ist so, dass KSS, wenn sie nicht "gepflegt" werden umkippen, verpilzen und regelrecht faulen können.
Auch auf die richtige Konzentration kommt es an, wir fahren beim Schleifen zwischen 2,5-4,5% beim Drehen/Fräsen 4,5-7,5%.
(im Privatgebrauch wird meist viel zu fett angerührt !!! )

Nun, die Luft am Arbeitsplatz hat sicher keine Sanatoriumsqualität aber es ist so, dass bis auf ein paar vereinzelte Hautprobleme die Belegschaft nicht reihenweise krank wird. Das könnte sich, glaube ich, auch kein Unternehmen leisten.

http://www.arbeitssicherheit.de/de/html/fachbeitraege/anzeigen/49/K%C3%BChlschmiermittel/

Grüße,
Michael



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