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Autor Thema: grünliche Matrix, weisse runde Strukturen  (Gelesen 2212 mal)

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Offline Lothar Schuh

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grünliche Matrix, weisse runde Strukturen
« am: 28 Sep 14, 20:24 »
Hallo,
was könnte das sein? Keine HCl-Reaktion. Grösse der weissen "Dinger"_ 100-300 my. Relativ weich. Herkunft: unbekannt (im Wegschotter). Ich denk mal kein Oolith-Kalk.

Gruß
Lothar

Offline Sprotte

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Re: grünliche Matrix, weisse runde Strukturen
« Antwort #1 am: 03 Oct 14, 00:14 »
Hallo Lothar,

da ich einen Feldspateinsprengling zu erkennen glaube, kann es sich möglicherweise um einen Sphärolithporphyr handeln (siehe hier zum Vergleich: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,30148.msg232605.html#msg232605).

Viele Grüße
Sprotte

Offline Lothar Schuh

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Re: grünliche Matrix, weisse runde Strukturen
« Antwort #2 am: 03 Oct 14, 08:16 »
Hallo Sprotte,
danke für die Antwort. Einige Feldspate sind im Gefüge. Die Farbe, wenn man auf das Gestein blickt, ist allerdings grünlich. Leichte Metamorphose?? Ja-ich weiss, ohne Fundort uns Gelände ein Problem...
Gruß
Lothar

Offline Sprotte

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Re: grünliche Matrix, weisse runde Strukturen
« Antwort #3 am: 06 Oct 14, 16:35 »
Hallo Lothar,

die Grünfärbung könnte (!) auf Alteration bzw. geringfügige Metasomatose hinweisen. Höheren Temperaturen und/oder Drücken oder gar einer Scherung ist das Gestein jedoch nicht ausgesetzt gewesen. Das Auftreten von Porphyren mit (mikro)sphärolithischem Gefüge ist (zumindest in Skandinavien) wohl an anorogene Bedingungen gebunden.

Viele Grüße
Sprotte

Offline smoeller

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Re: grünliche Matrix, weisse runde Strukturen
« Antwort #4 am: 08 Oct 14, 10:17 »
Hallo,

Muss nicht unbedingt Metamorphose sein. Häufig kommt es zu sog. Autohydrothermalen Prozessen am Ende einer Kristallisation von magmatischen Gesteinen. Der Wassergehalt des Magmas muss bei der Kristallisation ja irgendwo hin. Das können Flüssigkeitseinschlüsse in den Mineralen sein oder das Wasser kann aus dem Gestein entweichen. Häufig aber reagiert das heiße Fluid (Wasserdampf, Wasser oder überkritische Fluide je nach Druck, Temperatur und Zusammensetzung) mit den Mineralen. Wir sprechen hier von häufig mit aggressiven Ionen beladenem H2O von meist über 300 °C!! Dabei kann Glimmer chloritisiert werden oder Feldspäte werden in Hellglimmer (Sericit) +/- Klinozoisit/Epidot umgewandelt. Solche Umwandlungen erscheinen dann grünlich.
Der Übergang zur Metamorphose ist dabei fließend. Ein Beispiel für eine solche grünschiefermetamorphe Überprägung nach obigem Schema ist der Diabas, da diente allerdings Meerwasser, das in Spalten in das noch heiße Gestein eindrang, als Fluid.

Glück Auf!
Sebastian

Glück Auf!
Sebastian