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Hydrothermale Erz- und Mineralgänge - warum senkrecht ?

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giantcrystal:
Hallo aus Mittelfranken

Beim heutigen Morgenspaziergang ging mir folgender Gedanke durch den Kopf

Warum stehen hydrothermale Erz- und Mineralgänge eigentlich fast immer senkrecht ?

Wenn in heissen Wässern gelöste Mineralphasen durch die Gesteine transportiert werden, dann sollten sie sich doch an allen möglichen Schwächezonen : Klüften, Schichtflächen, Störungen etc. in verschiedenen räumlichen Orientierungen abscheiden. Tatsächlich beobachtet man aber, das Mineralgänge fast immer ein steiles bis senkrechtes Einfallen haben.

Warum eigentlich ? Gibt es dafür eine logische Erklärung ?


Ein schönes Wochenende wünschend

Thomas

uwe:
Es gibt durchaus auch "schwebende" Gänge, welche in einen Winkel zwischen 0 und 15° zurm Horizont einfallen. Daneben gibt es noch flach fallende (15 bis 45°) und tonnenlägige (45° bis 75°).

Gruß
Uwe

giantcrystal:
Hallo Uwe

das weiß ich wohl...ist aber auf die Menge der +/- senkrechten Gänge gesehen die große Ausnahme

Ich schrieb daher ja auch "fast immer" senkrecht  ::)

Glück Auf

Thomas

Jochen1Knochen:
Hallo!
Wenn du nur an die größeren Erzgänge denkst! ;D
Da gibt es doch schließlich genug Nebentrümer, welche imprägniert sind.
Gruß Jens

helgesteen:
Hallo Thomas,


--- Zitat von: giantcrystal am 11 Oct 14, 10:17 ---Wenn in heissen Wässern gelöste Mineralphasen durch die Gesteine transportiert werden, dann sollten sie sich doch an allen möglichen Schwächezonen : Klüften, Schichtflächen, Störungen etc. in verschiedenen räumlichen Orientierungen abscheiden. Tatsächlich beobachtet man aber, das Mineralgänge fast immer ein steiles bis senkrechtes Einfallen haben.

--- Ende Zitat ---

ich würde mal vermuten, dass zumindest folgende Punkte eine Rolle spielen:

- Irgendeine Kluft, Scherfläche oder Störung reicht nicht aus, um zu einer hydrothermalen Mineralisiation zu führen. Sie muss im Laufe ihrer Entwicklung "klaffend" werden, um Zirkulation von wässrigen Lösungen zu erlauben. Dies ist bei uns im Schwarzwald vor allem bei nicht exakt gerade verlaufenden Blattverschiebungen der Fall, wodurch mineralisierte, linsenförmige Zonen entstehen, die eine relativ geringe streichende Länge haben, aber in große Tiefe reichen.

- Die Zone muss so tief reichen, dass hydrothermale Lösungen tatsächlich zirkulieren. Es ist meines Wissens nicht ganz klar, welche Parameter hier die wesentliche Rolle spielen, aber thermische Einflüsse sind sicher mit beteiligt: Je senkrechter, desto tiefer, desto wärmer. Und vor allem: Je ausgedehnter und homogener eine Spalte, je weniger "zetrümert" sie ist, desto besser. Daher gibts bei uns im Granit kaum bedeutende Mineralisationen - die meisten wichtigen Mineralgänge treten im Gneis auf. Granit mit seinen drei Hauptkluftrichtungen bringt einfach nicht genug Flüssigkeitstransport, da eher Kluftnezte entstehen.

- Wenn Du die Lithosphäre als isotrope Körper vereinfachtst, dann sollte man doch erwarten, dass Brüche, die auf tektonischen Zug- oder Scherstress zurückgehen, am ehesten senkrecht verlaufen, oder? Die Scherben, die entstehen, wenn Du eine Glasscheibe zerbrichst, sind doch auch überwiegend senkrecht zur Oberfläche gebrochen.

Nur so ein paar Gedanken zu em Thema ;)

Viele Grüße,
Helge

 

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