Das Okular projiziert das reele Zwischenbild im Mikroskop auf die Netzhaut und wie bei einer 10 x Lupe kommt man dann mit dem Auge sehr nah an dieses Bild ran und es ist "groß".
Wenn ich also bei meinem Mikroskop das 10 x Okular rausnehme, dann sehe ich nicht ein 10 x kleineres Bild, sondern gar kein Bild, es sei denn, ich blicke aus etwa 30cm Entfernung oder mehr in das Mikroskop und dann ist das Zwischenbild weit weg und sehr klein.
Deshalb gibt es spezielle Projektionslinsen für Fotoapparate, die das Bild entsprechend dem Sensor vergrößern, oder sie sind, wie Günter schon erwähnt hat, im Adapter integriert. Die haben nicht unbedingt 10x Vergrößerung. Ich habe z.Z. eine 2,5x Projektionslinse im Fototubus meines trinokularen Mikroskops für eine Vollformatkamera. Vorher hatte ich eine APS-C-Kamera auf dem Mikroskop, da war es eine 1,6x Projektionslinse.
Edit:
Es kommt natürlich auch darauf an, ob der Fotoapparat selbst noch ein Objektiv hat (Kompaktkamera), dann kann mann ihn evtl. auch direkt auf das Mikroskop setzen. Eine Kamera ohne Objektiv ist dagegen wie ein Auge ohne Linse, da muss man mit einer Projektionslinse nachhelfen.
Gruß
Amir