https://www.lithomania.dehttps://crystalparadise.de/https://www.mineral-bosse.de

Autor Thema: Markasit aus Ronneburg  (Gelesen 15198 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Nathan

  • ******
  • Beiträge: 1.128
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #15 am: 20 Nov 14, 14:54 »
Hallo,

Danke für die weitern Ausführlich Berichte. Die besagte Stufe scheint an sich allerdings recht stabil zusein, da seit mehreren Wochen nichts mehr abgepröselt ist. Wenn es schlimmer werden sollte werde ich eine Enscheidung fällen, welche wahrscheinlich zu Gunsten des Pyritkonservierers ausfallen sollte. Ich habe zwar die besagten Dinge (außer einen Exikator + Vakuumpumpe aber vllt. kommt das in den nächsten Monaten dazu) aber die Durchführung erscheint mir, wenn die Stufe es zulässt, beim Pyritkonservierer einfacher zusein.

Hätte jmd. vllt. genauere Infromationen, was genau bei der Zersetzung abläuft. Gerne auch per PM.

Gruß und vielen Dank
Philipp

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #16 am: 22 Nov 14, 21:45 »
Hallo Philipp,

was da genau bei der Zersetzung abläuft, kann ich Dir auch nicht sagen. Aber wie außerordentlich reaktiv Pyrit bzw. Markasit sein kann mag die folgende (traurige) Geschichte verdeutlichen:
In den frühen 80ern bekam ich eine schöne Pseudomorphose von Pyrit (oder Markasit) nach Pyrrhotin. Ein kleines Türmchen in Form einer 6-seitigen Pyramide von ca  6 cm Höhe und 4 cm Durchmesser, frisch aus der damals noch aktiven Grube Brachmannsberg im Harz. Der Pyrit war sehr feinkörnig und die Körner untereinander nur locker verbunden, also porös und schwammig - wie das bei manchen Pseudomorphosen eben der Fall ist. Der Zerfall setzte schon nach wenigen Monaten ein, und ich habe versucht, den Zerfall durch langes und ausgiebiges Wässern zu stoppen. Als nach dem Trocknen die Stufe immer noch nach Schwefel roch, habe ich es mit heißem Wasser versucht. Verblüfft habe ich festgestellt, dass aus der Stufe Gasblasen aufstiegen, die um so mehr wurden, je heißer das Wasser wurde und die (allein von der Menge her) unmöglich Luft aus den Poren sein konnte. Einzig mögliche Erklärung: Wasserstoff !  Pyrit ist also (wenigstens in der Wärme) in der Lage, Wasser (und sich dabei selbst) zu zersetzen! Das sollte auch bei Normaltemperatur der Fall sein, nur eben viel langsamer. Die Aussage, dass zur Zersetzung von Pyrit Wasser UND Sauerstoff nötig sind, dürfte also nicht ganz richtig sein: WASSER ALLEIN REICHT AUCH !
Ein weiterer Versuch, die Stufe mit Oxalsäure zu retten, war dann das endgültige Aus. Meine damalige Hoffnung auf eine äquivalente Ersatzstufe erfüllte sich NICHT bis zur Schließung der Grube. (Auch wenn Du es vielleicht nicht gerne hören magst: Unter Öl würde die Stufe heute noch existent)

Aber auch noch was Positives, von einer (bis jetzt) gelungenen "Notoperation":
Eine Stufe aus Gernrode, die komplett aus würfeligen Pyritkristallen besteht, zeigte bereits sehr deutliche Risse und wäre beim Kontakt mit Wasser mit Sicherheit zerfallen. Um das Auseinanderfallen wenigstens noch eine gewisse Zeit zu verzögern, habe ich von der Rückseite her vorsichtig dünnflüssigen Cyanacrylat-Kleber laufen lassen. Dabei zeigte sich, dass der erstaunlich gute Kriecheigenschaften aufwies und von den Rissen förmlich aufgesogen wurde, bis er an der Vorderseite zwischen den Kristallen wieder sichtbar wurde, ohne aber auf die Kristallflächen zu laufen (passiert das doch, kann man ihn sofort(!) mit Hygienepapier oder nach Aushärtung mit Aceton entfernen). Diese Behandlung habe ich ein paar mal (nach zwischenzeitlichen Pausen zur Aushärtung) wiederholt. Das ist inzwischen so um die 5 Jahre her, und es zeigen sich bis jetzt noch keine weiteren Zersetzungserscheinungen. Das ist aber m.E. nur eine Frage der Zeit. Dann geht es nur noch unter Öl.
Ein Foto der Stufe, wo bei genauem Hinsehen auch die schon erheblich breiten Risse zu sehen sind, findest Du hier (und auf den benachbarten Fotos):
http://www.mindat.org/photo-550119.html
Der Cyanacrylat-Kleber ist bei einem bekannten Elektronik-Verand unter seiner Hausmarke im 50 ml Fläschchen sehr preisgünstig erhältlich. Von den 3 angebotenen Viskositäten ist nur die dünnflüssigste geeignet!

Gegen die von Marcus vorgeschlagene Methode ist prinzipiell nichts einzuwenden. Sie funktioniert ja offensichtlich!! und basiert auf einer soliden Theorie.
Nur muss jeder Schritt seeehhhr sorgfältig erfolgen und ggf. öfters wiederholt werden. Die Behandlung von Pyrit mit wässrigen Flüssigkeiten erinnert aber trotzdem irgendwie an den Versuch, Feuer mit Benzin zu löschen (siehe Beispiel oben).
Besonders die Trocknungs-Vorgänge sollten m.E. im Exikkator im Vakuum über CaCl2 oder konz.H2SO4 und ausreichend lange(!) erfolgen. Auch und gerade die abschließende Trocknung nach dem Ponal-Bad.

Die Behandlung mit Pyritkonservierer ist auch alles andere als eine schnelle Angelegenheit. Der wird mit Alkohol verdünnt und die Stufe darin eingelegt. Der Vorgang wird so oft wiederholt, bis alles Sulfat entfernt ist und sich die Lösung nicht mehr violett färbt. Das kann schon mal Wochen und Monate dauern!

Gruß
Thomas

Offline helgesteen

  • ***
  • Beiträge: 329
    • Erzbergbau
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #17 am: 23 Nov 14, 18:18 »
Hallo Philipp,

ich habe bei vielen verschiedenen Stufen ganz hervorragende Ergebnisse mit Pyritkonservierer (von Krantz) erzielt. In den meisten Fällen erwiesen sich die Stufen anschließend auch ohne weitere Imprägnierung als stabil, nur in einem Fall (bisher) ist der Zerfall wieder losgegangen. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, welchen Anteil der Pyritkonservierer selbst hat, und welchen das lange Bad in Ethanol. Nach gegenwärtigem Wissensstand sind an dem Pyritzerfall möglicherweise sulfidreduzierende Bakterien beteiligt, und denen bekommt zu viel Alkohol bestimmt nicht. Gefährdete Stufen sollten jedenfalls NIEMALS in Wasser gewaschen werden, wenn danach nicht weitere Bäder in Ethanollösung (am Ende am besten aufsteigend bis 98%) erfolgen, um das Wasser gründlich zu entziehen und evtl. Mikroorganismen abzutöten. Da die Pyritkonservierer-Prozedur genau so abläuft, steht einem solchen Versuch nichts im Wege. Du wirst für eine typische Handstufe allerdings zusäzlich zum Konservierer mehrere Liter Ethanol brauchen.

Viele Grüße,
Helge

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #18 am: 23 Nov 14, 22:16 »
Helge, Du bringst es auf den Punkt: Wasser ist der Erzfeind von Pyrit und Markasit!

Vielleicht kam es nicht deutlich genug heraus: das Ethanol muss am Ende eine Konzentration von nahe 100% aufweisen. Normaler Spiritus ist nur dann geeignet, wenn ein geeignetes Trocknungsmittel beigegeben wird. Calciumclorid ist ungeeignet, weil es sich in Ethanol löst. Calciumoxid, wasserfreies Kupfersulfat oder auch Calciumkarbid sollten jedoch geeignet sein.

Auch fällt es mir nach wie vor schwer, an eine dauerhafte Wirksamkeit von Ponal zu glauben, da es sich eben um eine wässrige Dispersion handelt, die ihren eigenen Trocknungsvorgang selbst behindert oder sogar unterbindet, wenn man bedenkt dass die Trocknung von außen nach innen fortschreitet und die getrocknete Schicht dabei -wie beabsichtigt.- wasser(dampf)undurchlässig wird. Der logische Schuss daraus wäre, dass entweder die Stufe innen zwangsläufig feucht bleiben muss oder aber die beabsichtigte Versiegelung nicht erreicht wird.
Sehr gut vorstellen kann ich mir allerdings, dass Ponal in der Lage ist, die von außen sichtbaren Anzeichen einer Zersetzung zu verbergen, während der Prozess im inneren (evtl verlangsamt) munter weiter geht.
Außerdem gebe ich zu bedenken, dass eine solche Impregnation nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Wenn überhaupt, erscheint mir die Anwendung  einer Lösung von Wachs oder ähnlichen hydrophoben Substanzen in wasserfreien organischen Lösungsmitteln mehr erfolgversprechend.

Thomas

Offline Nathan

  • ******
  • Beiträge: 1.128
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #19 am: 23 Nov 14, 22:29 »
Hallo,

genau daran habe ich auch schon gezweifelt, Thomas, schließlich handelt sich um eine wässrige Ponal-Lösung.

Wie sieht es eigentlich mit den typischen Vergällungsmitteln aus wie ETBA, MEK, usw. aus? Machen die Markasit etwas aus?
Schließlich ist absoluter Ethanol extrem teuer, wie ich am Mittwoch feststellen musste.
Würde also normaler Spiritus oder Bioethanol, evtl. 1-2 mal destilliert, genügen?
Ich glaube nämlich nicht, dass ich 50€ für absoluten Ethanol ausgeben kann.

Gruß
Philipp
« Letzte Änderung: 23 Nov 14, 22:40 von Nathan »

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #20 am: 23 Nov 14, 23:20 »
Hallo Philipp,

Zur Reaktivität der Vergällungsmittel habe ich keine Kenntnis, denke aber, dass man davon ausgehen kann, dass sie gegenüber Markasit inert sind bzw. eher reduktiv wirken.
Durch Destilation kann nur eine Konzentration von max. ca. 96% erreicht werden, da hier ein Minimum der Siedetemperatur gegeben ist. Deshalb sollte auch ein Trocknungsmittel zum Einsatz gebracht werden. Es entsteht dadurch quasi absoluter Alkohol - und bleibt es auch, selbst wenn aus der Stufe Wasser aufgenommen wird.
96%-iger Alkohol sollte aber auch zu einigermaßen erschwinglichen Preisen erhältlich sein. Den Aufwand mit der Destilation wirst Du Dir sparen können.
Über eine Substitution durch Methanol habe ich noch nicht weiter nachgedacht, sollte aber auch gehen und ist evtl. billiger ...und enthält auch keine Vergällungsmittel. Es kommt ja nur darauf an, dass das Thioglyconat (hoffentlich richtig geschrieben) und die Reaktionsprodukte darin löslich sind. Evtl. die erste Behandlung mal damit durchführen  ... und bei Erfolg dann auch die weiteren.

Gruß
Thomas

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #21 am: 26 Nov 14, 02:53 »
Moin

Das Pyrit und/oder Markasit in der Lage sind, Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zu spalten, wage ich erstmal zu bezweifeln, werde das aber mal in einem Versuch testen.
Meiner Erfahrung nach erfolgt die Zerstörung von Pyrit/Markasit durch den Luftsauerstoff, ansonsten ließe sich ja schon die Bildung derselben aus hydrothermalen Lösungen nicht erklären. Das Pyrit/Markasit bei erhöhter Sauerstoffaktivität (sprich, in Wasser gelöstem Sauerstoff) nicht mehr stabil sind, ist kein geologisches oder mineralogisches Geheimnis. Genau so entsteht der "eiserne Hut" von Sulfidlagerstätten. Demnach ist - und das entspricht auch meiner bisherigen Erfahrung - der Ausschluss von Sauerstoff ausreichend für eine erfolgreiche Konservierung von besagten Sulfiden. Theoretisch sollte es auch möglich sein, Pyrit/Markasit unter z.B. mit Schwefelwasserstoff gesättigtem Wasser zu lagern, das ist jedoch nicht auf Dauer möglich, da Luftsauerstoff allgegenwärtig ist und der Lagerungsaufwand entsprechend groß ist.
Wasser und Luftsauerstoff arbeiten Hand in Hand bei dem Zerfall von Pyrit/Markasit, daher reicht es aus, einen von beiden sicher auszuschließen und deshalb scheint (!) auch die Ponalmethode zu funktionieren: Die Versiegelung härtet gewiss komplett durch. Zudem enthält Ponal schwermetallbindende Komplexbildner, welche ebenfalls günstig einem Zerfall entgegenwirken (das der Zerfall von Pyrit/Markasit durch Fe3+-Ionen katalysiert wird, ist bekannt). Wichtig ist, das die Imprägnierung möglichst vollständig passiert, damit es in (wenigsten für den Sammler absehbarer) Zukunft zu keinen Austauschreaktionen und somit zu keinem weiteren Angriff kommen kann.
Mein Langzeitexperiment läuft noch und wird es wenigstens so lange tun, bis entweder der Markasit zerfällt oder ich - derzeit sieht es so aus, als wenn ich den Kürzeren ziehen würde (was nicht heißen soll, das ich in absehbarer Zeit in die Kiste springe - bitte nicht falsch verstehen  :P ).
Cyanacrylat sollte übrigens wenigstens ebenso gut wenn nicht vielleicht besser zum Imprägnieren geeignet sein, da die Aushärtereaktion Wasser verbraucht. Leider ist Cyanacrylat nicht wirklich billig (vor allem in den benötigten Mengen um darin ganze Stufen zu tränken) und durch einmal ausgehärteten Kleber diffundiert kaum noch nötiges Wasser, was bei größeren Stücken dazu führt, das im Kern der Kleber für lange Zeit flüssig bleibt.

@harzgeist: Du schreibst "Einzig mögliche Erklärung: Wasserstoff !". Das ist leicht experimentell zu beweisen: Hast Du das Gas gesammelt und es ließ sich entzünden oder wie kommst Du zu der Schlussfolgerung ?

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #22 am: 26 Nov 14, 05:13 »
Hallo,

@ cmd.powell:
zum Thema Wasserspaltung. Aufgefangen habe ich das Gas natürlich nicht. Kann nur meine Beobachtung hier noch mal wiederholen: Die Stufe war, wie gesagt, eine Pseudomorphose aus sehr feinkörnigem Pyrit, wobei die einzelnen Körner keine kompakte Masse bildeten, so dass die Stufe insgesamt wasser- und auch luftdurchlässig war, wie ein Schwamm. Die Gasentwicklung setzte erst nahe der Siedehitze ein und dauerte auch ohne Wärmezufuhr noch minutenlang(!) an und zwar so, dass Blasen wie Perlenschnüre an verschiedenen Stellen aus der Stufe austraten. Luft hätte schon während der Erwärmung austreten müssen, und auch nicht in dieser Menge. Eine Wirkung als "Siedestein" schließe ich auch aus, dann hätte die Dampfentwicklung nicht so lange angehalten bzw die Bläschen hätten die Oberfläche nicht mehr erreicht.
Ich habe jedenfalls keine andere Erklärung Wasserstoff, bin aber für alles offen!  Natürlich habe ich mir auch schon Gedanken darüber gemacht, wie das mit den Bedingungen für die Bildung von Pyrit vereinbar ist. Wenn man davon ausgeht, dass die Reaktion erst bei höheren Temperaturen stattfindet, wäre es zumindest kein Widerspruch zur Pyritisierung von Fossilien, die i.a. wohl bei tieferen Temperaturen stattgefunden hat. Bei hydrothermalen Bedingungen herrschen höhere Temperaturen, aber auch wesentlich höhere Drücke. Andererseits ist eventuell(?) ein Überschuss an H2S in der Lage, das Redox-Potential so zu beeinflussen, dass -in Verbindung mit dem Druck- das Gleichgewicht zugunsten des Pyrits verschoben wird. Ist zugegebenermaßen nur ein kläglicher Versuch einer Erklärung!!

Zum Ponal:
Ist natürlich allemal besser als nichts zu machen und zuzusehen, wie die Stufe zerfällt!! Ich bezweifele nur die Langzeitwirkung. ... und möchte anmerken, dass  mir schon mal eine Stufe, der man kaum was an sah, trotz ausgiebigen Wässerns im Ammoniakbad vom Eisenhydroxid förmlich gesprengt wurde. Aber mit so was muss man wohl immer rechnen, spricht nicht gegen die Methode an sich.

Zum Cyanacrylat:
Eine Tränkung von Stufen üblicher Größe und Form(!) sollte doch, wenigstens theoretisch, mit vertretbarem Aufwand möglich sein. Dazu müsste die in eine Plastiktüte verpackte Stufe in ein Granulat (z.B. Sand) "eingegraben" werden. Wenn jetzt in die Tüte das Cyanacrylat einfüllt, dürfte eine relativ geringe Menge ausreichen, um die wenigen verbleibenden Räume zwischen Tüte und Stufe zu füllen. Das Ganze sollte dann noch im Exikkator unter Vakuum gesetzt werden. Ultraschall fällt natürlich wegen der Sand-Verpackung aus. Anschließend die Stufe mit Aceton abwaschen.
Gummihandschuhe sollte man aber schon benutzen, sonst macht man sich ganz schnell selbst handlungsunfähig  ;D
Der Aufwand lohnt sich aber sicher nur für wirkliche Schaustufen, die auch gefährdet sind (also schon erste Anzeichen einer Zersetzung zeigen).
Dieser Kleber ist erwiesenermaßen geeignet und preislich (relativ) günstig: 20ml für knapp 5 Euro.
http://www.conrad.de/ce/de/product/886512/TOOLCRAFT-ROPID-100-Sekundenkleber-20-g?ref=searchDetail
 
Auch wenn ich mich jetzt zum X-ten mal wiederhole: "Ölsardinen" sind immer noch am haltbarsten, wenn man auf Nummer sicher gehen will und z.B. unersetzliche Stufen erhalten möchte.

Gruß
Thomas


Offline helgesteen

  • ***
  • Beiträge: 329
    • Erzbergbau
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #23 am: 26 Nov 14, 20:55 »
Wie sieht es eigentlich mit den typischen Vergällungsmitteln aus wie ETBA, MEK, usw. aus? Machen die Markasit etwas aus?
Schließlich ist absoluter Ethanol extrem teuer, wie ich am Mittwoch feststellen musste.

Spiritus (vergällt) reicht für die Behandlungsbäder mit dem Pyritkonservierer völlig aus, das Vergällungsmittel ist inert. Nur für die letzten Bäder zum Ausspülen des Konservierers verwende ich höher konzentrierten (96-98%) Ethanol, den man aber auch vergällt erhalten kann. Dann ist der Preis natürlich erheblich günstiger.

Viele Grüße,
Helge

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #24 am: 27 Nov 14, 02:33 »
zum Thema Wasserspaltung. Aufgefangen habe ich das Gas natürlich nicht. Kann nur meine Beobachtung hier noch mal wiederholen: Die Stufe war, wie gesagt, eine Pseudomorphose aus sehr feinkörnigem Pyrit, wobei die einzelnen Körner keine kompakte Masse bildeten, so dass die Stufe insgesamt wasser- und auch luftdurchlässig war, wie ein Schwamm. Die Gasentwicklung setzte erst nahe der Siedehitze ein und dauerte auch ohne Wärmezufuhr noch minutenlang(!) an und zwar so, dass Blasen wie Perlenschnüre an verschiedenen Stellen aus der Stufe austraten. Luft hätte schon während der Erwärmung austreten müssen, und auch nicht in dieser Menge. Eine Wirkung als "Siedestein" schließe ich auch aus, dann hätte die Dampfentwicklung nicht so lange angehalten bzw die Bläschen hätten die Oberfläche nicht mehr erreicht.

Ich denke dabei weniger an Wasserstoff als vielmehr an z.B. Schwefeldioxid. Je nach Länge der Bläßchenbildung kommen auch im Wasser gelöste Gase in Frage - es ist schon recht erstaunlich, wieviel Gas in Wasser gelöst sein kann ! Aus Wasser welches kurz vorm Sieden steht, perlen praktisch kontinuierlich Gase aus, bevorzugt an als Kondensationskeim wirkenden Fremdkörpern (z.B. dem Pyrit). Schwefeldioxid würde am meisten Sinn machen, da dieser direkt bei der Oxidation vom Pyrit/Markasit entsteht und in heißem Wasser erheblich weniger löslich ist als in kaltem. Hinzu kommt sicherlich auch, das die Oxidation bei höheren Temperaturen schneller abläuft als bei niedrigen, so das auch mehr Schwefeldioxid entsteht.

Würde Pyrit/Markasit Wasser tatsächlich spalten, wäre eine hydrothermale Bildung wahrscheinlich gänzlich unmöglich. Aber grade Pyrit kommt als "Durchläufer" in fast allen Temperaturbereichen vor, selbst im pneumatolytischen Bereich. Spätestens hier sollte die Spaltung von Wasser und die Bildung von Eisenoxiden die Bildung von Pyrit vollständig verhindern. Es gibt aber einige "exotischere" Reaktionen, an denen ist dann zwar nicht direkt FeS2 beteilig, sondern FeS, aber bei den feinkörnigen, ja teils gelförmigen Konkretionen im z.B. Mergel sind auch solche Phasen durchaus zu finden. Das ist übrigens auch eine meiner Beobachtungen: Die Zersetzung findet fast immer nur in besonders feinkörnigen Aggregaten oder feinkörnigen Zonen der Matrix statt und breitet sich dann langsam über die ganze Stufe aus. Wäre denkbar, das hier neben FeS2 auch Phasen mit der Zusammensetzung nahe FeS existieren, die bekanntlich deutlich Oxidationsempfindlicher sind. Hier beginnt die Zersetzung und Freisetzung von Fe3+-Ionen, welche den weiteren Zerfall katalysieren und hierbei auch die stabileren FeS2-Phasen angreifen. Feinkörne Ausbildungen lassen auf eine schnelle Ausfällung und hohe Kristallisationsgeschwindigkeit schließen, was Gitterfehler begünstigt was wiederum die Anfälligkeit der einzelnen Kristallite erhöht.
Das wäre im wesentlichen meine persönliche Theorie zu dem Thema, wobei ich auch die Mitwirkung von Mikroorganismen nicht ausschließen kann/will.

Was das Cyanacrylat betrifft: 5 Euro für 20ml  ??? Ich habe für meine Markasitstufe etwa 500ml Ponal/Wasser 1:3 benötigt, das wären allein 125 Euro und den Rest muss ich dann wegkippen, weil der durch die Luftfeuchte langsam aushärtet. Das ist doch ganz schön happig. 500ml Ponal kosten keine 20 Euro und reichen für 2 Liter und sind problemlos mehrmals verwendbar. Also Cyanacrylat wäre demnach die Luxusmethode !

Offline raritätenjäger

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.837
  • Mineraliensammler
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #25 am: 27 Nov 14, 16:23 »
Hallo,

zwar etwas off-topic, aber der Hinweis sei gestattet: wenn die Kosten der Rettung den "Materialwert" um ein Beträchtliches übersteigen, sollte man Abstand nehmen... Dasselbe dürfte für die Komplexität einiger Rettungsmethoden stehen. Meine Devise dabei immer: murkele nicht selber dran herum, sondern lass es einen Experten machen. Kostet auch etwas Geld, aber sieht im Zweifelsfalle besser aus und macht nicht so viel Arbeit...

Gruß
Andreas

Offline Emil Box

  • ***
  • Beiträge: 388
« Letzte Änderung: 30 Nov 14, 00:55 von Emil Box »

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #27 am: 29 Nov 14, 23:32 »
Zum Beitrag von Andreas (raritätenjäger)
Ich finde das in keiner Weise "off-topic". Es kommt immer darauf an, was man erreichen will. Es macht sicher keinen Sinn, an billiger Massenware (z.B. aus Peru), die sich auf jeder beliebigen Börse für wenig Geld wiederbeschaffen lässt, irgend einen Rettungsversuch unternehmen zu wollen. Weiterhin gehört Pyrit (und Markasit) nicht gerade zu den mineralogischen Kostbarkeiten - von Ausnahmen und (seltenen) Fossilien mal abgesehen.
Andererseits sind derartige Stufen auch Bestandteil der Paragenese einer Lagerstätte und können so, auch wenn sie selbst nur einen geringen Wert darstellen, als erhaltenswert erachtet werden. Nicht zu vergessen die Fälle, wo Pyrit die Matrix für seltenere und somit sammelnswerte Minerale darstellt. Als Beispiel möchte ich die Cronstedtit-Stufen von der "Hohen Warte" in Gernrode nennen.
Will man den Zerfall lediglich hinauszögern, reicht eines der weiter oben genannten Verfahren wahrscheinlich aus. Wenn es aber gilt, die Stufe "für die Nachwelt" zu erhalten, hilft nur der konsequente Ausschluss von Luft und Feuchtigkeit von der gesamten Stufe. Das beeinträchtigt natürlich den "Schauwert".
Als Sammler historischer Stufen wird Andreas sicher bestätigen können, dass solche Pyrit-(haltige) Stufen verhältnismäßig selten sind. Der Grund ist sicher nicht darin zu suchen, dass solche (optisch meist attraktive) Stufen in früheren Zeiten nicht gesammelt wurden, sondern daran, dass sich Pyrit unter Sammlungsbedingungen unweigerlich zersetzt. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie schnell.
Zum einen liegt das an der chemischen Zusammensetzung an sich, die eine hohe Affinität zu Sauerstoff mit sich bringt. Zum anderen aber auch physikalischen Faktoren, wie Korngröße, Anzahl und Art der Fehler in der Kristallstruktur, möglichen Einschlüssen von Fremdmineralen innerhalb der Kristallstruktur (diese entstehen z.B. durch "Entmischungsvorgänge" nach der Kristallbildung während der Abkühlung). Besonders in diesem Fall spielen dann auch elektrochemische Prozesse eine Rolle (analog zur Rostbildung beim Stahlgefüge).

Den Begriff "konservieren" halte ich auch für verfehlt oder doch zumindest gewagt, wenn es um den Einsatz chemischer Mittel geht. Die Bezeichnung Pyritreiniger wäre deshalb zutreffender. Denn:
Eine bergfrische Pyritstufe (aus größerer Tiefe) zeigt keine in der Regel Anzeichen von Korrosion. Wenn dann nach einiger Zeit doch die Zersetzung beginnt, kann bestenfalls eben dieser bergfrische Zustand annähernd wiederhergestellt werden (Beseitigung der Zersetzungsprodukte). Es wird jedoch weder die chemische Zusammensetzung (etwa in der Art einer Passivierung) beeinflusst, noch Fehler im Kristallgitter beseitigt. Ein erneutes Einsetzen der Korrosion deshalb zwangsläufig.

Eine Behandlung mit irgend welchen "Füllstoffen", also die Anwendung von Polal, Cyanacrylat, Wachs usw. sind naturgemäß nur außerhalb des sichtbaren Bereiche der Stufe anwendbar und verkleistern nur bereits entstandene Schäden, da sie nicht in der Lage sein dürften, zwischen die Korngrenzen einzudringen
Ein vollständiger Einschluss in diese Materialien -also ein kompletter Lacküberzug- verbietet sich für eine seriöse Sammlung von selbst. Somit sind dann mindestens die sichtbaren Flächen der Stufe weiterhin der Atmosphäre ausgesetzt ...und werden früher oder später auch von Korrosion befallen.

Ich will damit keineswegs gesagt haben, dass alle diese Maßnahmen sinnlos und deshalb abzulehnen sind. Bei bereits eingetretener Korrosion oder auch besonders bei oberflächennahen Funden (z.B. aus dem Mergel) oder bei von sich aus porösen Stufen (wie die mehrfach erwähnte Pseudomorphose) können das durchaus "lebensverlängernde Maßnahmen" sein. Aber mehr eben auch nicht.

Mich wundert auch folgendes:
Es gibt eine große Anzahl hygroskopischer Minerale und auch solche, die leicht austrocknen, wie Melanterit und Chalcantit und deshalb in entsprechenden dicht schließenden Behältnissen aufbewahrt werden müssen. Andere, wie Silber-Sulfosalze und -Halogenide werden durch Lichteinfluss dunkel und werden wie ganz selbstverständlich auch entsprechend geschützt: Eine Schaustufe von Proustit oder Pyrargyrit in einer schwarzen Kiste ist ja auch nicht gerade der Renner, macht aber zumindest neugierig ;D Auch ist Manganosit dafür bekannt, dass er sich unter Lufteinfuss zwar nicht zersetzt, aber seine typische grüne Farbe verliert und schwarz wird.
Bei all diesen Mineralen ist die spezielle Aufbewahrung selbstverständlich und wird allgemein akzeptiert. Aber bei Pyrit und Markasit will es niemand wahr haben und es wird versucht, mit allen möglichen (und unmöglichen) Mitteln die Natur zu überlisten.
Eine Stufe in einem durchsichtigen (ansehnlichen) Gefäß unter einer farblosen Flüssigkeit aufzubewahren, sollte doch nun wirklich nicht "Das Problem" sein, jedenfalls besser,als in einer schwarzen Kiste!

Zur benötigten Menge an Flüssigkeit, wenn eine Stufe darin getränkt werden soll:
Ich weiß nicht, ob ich nur von Markus (cmd.powell) nicht verstanden wurde, oder ob ich mich allgemein unverständlich ausgedrückt habe: Ich schlug vor, die benötigte Menge dadurch auf ein Minimum zu reduzieren, dass die Stufe sich in einer (selbstverständlich dichten) Plastiktüte befindet. Wenn nun beides in ein weiteres Gefäß gegeben wird, das dann mit Sand gefüllt wird, passt sich die Tüte weitestgehend der Form der Stufe an. Wenn nun von oben die Flüssigkeit in die Tüte eingefüllt wird, benötigt man nur noch sehr wenig Flüssigkeit. Für eine übliche Handstufe sollten die erwähnten 20 ml ausreichen.

@cmd.powell
Die Aussage, dass es sich bei dem entstandenen Gas um Schwefeldioxid gehandelt haben könnte, kann ich so nicht unwidersprochen stehen lassen. Ich fühle mich fast ein wenig ver??scht. Oder glaubst Du, ich trage nur deshalb eine Nase im Gesicht, damit mir die Brille nicht vor dem Mund rum baumelt?  ;)
...und woher hätte denn der Sauerstoff im Schwefeldioxid stammen sollen, wenn nicht aus dem Wasser ???
Wenn ich Wasserstoff ins Feld führte, habe ich selbstverständlich auch die Information "geruchlos" damit verbunden, auch wenn ich das nicht explizit erwähnt habe. SO2 und auch H2S hätten sich ja sofort durch den Geruch verraten.
CO2 wäre (theoretisch) noch möglich, indem sich freie Schwefelsäure mit beispielsweise Calcit umsetzt. Das denke ich aber ausschließen zu können. Das vorherige Wässern sollte auf Grund der Porosität ausgereicht haben, die Schwefelsäure auszuschwemmen. Weiterhin bestand die gesamte Stufe komplett aus zu Pyrit umgewandeltem Pyrrhotin. Da ist es nicht anzunehmen, dass sich irgendwo innen drin noch Calcit versteckt, jedenfalls waren äußerlich keinerlei Anzeichen sichtbar.

Thomas
« Letzte Änderung: 29 Nov 14, 23:43 von harzgeist »

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #28 am: 01 Dec 14, 04:08 »
Zur benötigten Menge an Flüssigkeit, wenn eine Stufe darin getränkt werden soll:
Ich weiß nicht, ob ich nur von Markus (cmd.powell) nicht verstanden wurde, oder ob ich mich allgemein unverständlich ausgedrückt habe: Ich schlug vor, die benötigte Menge dadurch auf ein Minimum zu reduzieren, dass die Stufe sich in einer (selbstverständlich dichten) Plastiktüte befindet. Wenn nun beides in ein weiteres Gefäß gegeben wird, das dann mit Sand gefüllt wird, passt sich die Tüte weitestgehend der Form der Stufe an. Wenn nun von oben die Flüssigkeit in die Tüte eingefüllt wird, benötigt man nur noch sehr wenig Flüssigkeit. Für eine übliche Handstufe sollten die erwähnten 20 ml ausreichen.

Ich frage mich, wie Du auf den Gedanken kommst, das ich Dich nicht verstehe !? Vielmehr reden wir aneinander vorbei: Meine mit Ponal behandelten Stufen sind bis zu 20x15x12 cm groß - - - selbst mit viel Liebe zum Detail und viel Sand in der Tüte wirst Du nicht mit 20ml Cyanacrylat auskommen...

@cmd.powell
Die Aussage, dass es sich bei dem entstandenen Gas um Schwefeldioxid gehandelt haben könnte, kann ich so nicht unwidersprochen stehen lassen. Ich fühle mich fast ein wenig ver??scht. Oder glaubst Du, ich trage nur deshalb eine Nase im Gesicht, damit mir die Brille nicht vor dem Mund rum baumelt?  ;)
...und woher hätte denn der Sauerstoff im Schwefeldioxid stammen sollen, wenn nicht aus dem Wasser ???
Wenn ich Wasserstoff ins Feld führte, habe ich selbstverständlich auch die Information "geruchlos" damit verbunden, auch wenn ich das nicht explizit erwähnt habe. SO2 und auch H2S hätten sich ja sofort durch den Geruch verraten.
CO2 wäre (theoretisch) noch möglich, indem sich freie Schwefelsäure mit beispielsweise Calcit umsetzt. Das denke ich aber ausschließen zu können. Das vorherige Wässern sollte auf Grund der Porosität ausgereicht haben, die Schwefelsäure auszuschwemmen. Weiterhin bestand die gesamte Stufe komplett aus zu Pyrit umgewandeltem Pyrrhotin. Da ist es nicht anzunehmen, dass sich irgendwo innen drin noch Calcit versteckt, jedenfalls waren äußerlich keinerlei Anzeichen sichtbar.

Ich zweifle auch nicht daran, das Du nicht in der Lage bist zu riechen. Allerdings ist Schwefeldioxid in sehr kleinen Menge nur schwer am Geruch zu erkennen. Abgesehen davon brauchst Du nicht gleich Ausfallend zu werden, nur weil Dir jemand anderes mögliche Fehlerquellen aufzeigt. Da Du das Experiment durchgeführt hast, wirst Du am besten wissen, was da abgelaufen ist. Ich hocke hier vor dem Bildschirm und kann nur versuchen mir auszumahlen, was da abgelaufen sein kann ohne die sehr unwahrscheinliche Reaktion der Wasserspaltung heran zu ziehen.

Und ja, der Sauerstoff zu Bildung von Schwefeldioxid kommt natürlich aus dem Wasser, jedoch nicht durch Spaltung desselbigen, sondern schlicht und einfach von gelöstem Sauerstoff.

Offline harzgeist

  • ******
  • Beiträge: 1.511
Re: Markasit aus Ronneburg
« Antwort #29 am: 01 Dec 14, 17:44 »
Hallo cmd.powell,

in der Tat, wir reden aneinander vorbei! Wenn Du schreibst:

"Vielmehr reden wir aneinander vorbei: Meine mit Ponal behandelten Stufen sind bis zu 20x15x12 cm groß - - - selbst mit viel Liebe zum Detail und viel Sand in der Tüte wirst Du nicht mit 20ml Cyanacrylat auskommen..."

ist das Beweis genug: Der Sand soll nicht in die Tüte, sonder außen drum herum und dazu dienen, die Tüte möglichst fest an den Stein zu pressen. Für eine Stufe solcher Größe dürften die 20 ml in der Praxis wohl dennoch nicht ausreichend sein, kommt eben auf die Oberflächenstruktur an. Dazu müsste die Oberfläche schon seeehr eben sein, dass die Summe aller verbleibenden Hohlräume unterhalb 20 ml bleibt.

Es lag mir auch völlig fern, "ausfallend" zu werden, oder Dich in sonstiger Weise anzugreifen. Tut mir leid, wenn Du das so verstanden hast. Immerhin bist Du (bis jetzt ) der einzige, der sich überhaupt zum "Wasserstoff" geäußert hat:
Wenn Du von einer "sehr unwahrscheinlichen Reaktion der Wasserspaltung" sprichst, gebe ich Dir völlig Recht. Das ist sicher auch einer der Gründe (neben dem Verlust der doch seltenen Stufe), dass mir die beschriebene Beobachtung seit nunmehr über 30 Jahren fest in der Erinnerung haften geblieben ist. Eine rationale Erklärung dafür habe ich -wie schon erwähnt- nicht. Das Vorliegen einer eventuellen Verwachsung mit andern Sulfiden (Pyrrhotin und Arsenopyrit wären möglich) macht die Erkärbarkeit auch nicht besser....

Die Löslichkeit von Sauerstoff in Wasser ist natürlich klar, aber doch verhältnismäßig gering, weshalb ich das als bezüglich der beobachteten Erscheinung als vernachlässigbar ansah. Hab' eben mal gesucht und das hier gefunden:
http://www.chemie-master.de/FrameHandler.php?loc=http://www.chemie-master.de/lex/begriffe/s23.html
Bei 30°C lösen sich noch nicht mal 8 mg/l.
Daraus könnten (wenn ich richtig gerechnet habe) 32 mg SO2 gebildet werden, die sich jedoch mit Leichtigkeit im Wasser lösen müssten, ohne dass Blasen aufsteigen würden. Dafür müsste ja das Wasser mit SO2 gesättigt sein. Die Löslichkeit von SO2 in Wasser beträgt bei 20°C erstaunliche 112700 mg/l ! Hier der entsprechende Link:
http://www.schickgruppe.de/WordPress/?page_id=241
Dass SO2 auch in kleinsten Mengen am Geruch festzustellen ist, wird übrigens auch deutlich, wenn man mal an einer gammeligen Pyritstufe riecht.

Trotzdem danke, dass Du Dir Gedanken darüber gemacht hast!

Thomas