Die Region heißt “Gjio-Fenn“ (was so viel heißt wie: Gjio = neun - Fenn = Portion) und liegt ganz im Osten Taiwans auf der Höhe von Taipeh (also auch ganz im Norden).
Die Geschichte, die ich zu diesem Namen gehört habe, ist die: Es war zu jener Zeit, als die Region noch recht dünn besiedelt war. Da gab es dort auf der Hochebene nur neun Familien, die jeweils immer einen Läufer zum tiefergelegenen Markt schickten. Dieser Abgesandte orderte jeweils alles neun mal, so entstand der Name Gjio-Fenn (neun mal).
Das eigentlich interessante an diesem Gebiet ist aber, dass es dort ein gewisses Goldvorkommen gibt, das sich die Japaner zu Nutze machten, als es noch einfacher abbaubar war. Nun, nachdem das leicht zu bergende Gold abgebaut ist, sind nur noch die alten Schächte und Siedlungen Zeitzeugen für die damalige Gier nach dem Metall, das noch auf den Urknall zurückdatiert werden kann.
Auch der damalige japanische Kronprinz ließ sich für eine gewisse Zeit dort nieder und sah den Bergarbeitern zu, wie sie ihm seine Taschen füllten. Das muss ein wahrhaft prächtiges Gefühl gewesen sein – sich vom Plätschern der Bergbäche berauschen zu lassen, beim Blick aufs Meer den Augen einen schier endlosen Auslauf zu gewähren, von den massiv-kargen Hängen zum Meditieren eingeladen zu werden, den Vögeln beim Singen zu lauschen, sich inspirieren zu lassen, Tee zu trinken und dabei zu naschen und zuzusehen, wie die Schatzkiste mit Edelmetall aufgefüllt wird, das die Sonne hier auf Erden repräsentiert.
Auch heute noch folgen viele Japaner den Spuren ihres Prinzen (am Wochenende ist es fast unmöglich einen Ort zu finden, wo man ihm nachspüren kann). Wochentags kann man sich in ihn hineinversetzen und erleben, was er damals erlebte – nur mit dem kleinen Unterschied, dass die Taschen danach zwar voller sind, das kostbare Geld aber dort bleibt.