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Autor Thema: PVAC-Lackierung entfernen ?  (Gelesen 3691 mal)

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Offline harzgeist

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PVAC-Lackierung entfernen ?
« am: 04 Dec 14, 22:26 »
Hallo Sammlerfreunde,

seit mehreren Jahr(zehnt)en fristet eine größere und eigentlich sehr schöne Fluoritstufe aus Rottleberode ein Schattendasein. Die Stufe stammt noch aus der Betriebsperiode der Grube und wurde von irgend einem Barbaren -wahrscheinlich vom Finder selbst- vollständig mit PVAC-Dispersionslack (DDR-Bezeichnung: Latex Bindemittel) überzogen und somit praktisch entwertet.

Bekanntermaßen ist vernetztes PVAC resistent gegen gebräuchliche Lösungsmittel. Ich habe auch Zweifel an der Wirksamkeit handelsüblicher Abbeizmittel bezüglich PVAC. Allerdings habe ich (mangels Erfolgsaussicht) auch noch keinerlei Reinigungsversuch unternommen.

Kennt jemand eine Methode, wie die Vernetzung des PVAC aufgebrochen oder wenigstens so weit gelockert werden kann, dass der Lack quillt und dann mechanisch entfernt werden kann?

Glück Auf
Thomas

Offline Harzsammler

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Re: PVAC-Lackierung entfernen ?
« Antwort #1 am: 04 Dec 14, 23:08 »
Hallo Thomas,

mit Aceton oder Isopropanol sollte sich da etwas machen lassen.
Das Zeug, was in den kleinen DDR-Autofeuerlöschern drin war müsste auch hilfreich sein.

Grüße,
Michael

Offline oliverOliver

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Re: PVAC-Lackierung entfernen ?
« Antwort #2 am: 05 Dec 14, 00:43 »
nachdem angeblich (laut WP) auch Mowilith (ein altbekanntes und teils hochgelobtes, teils verteufeltes Härtungsmittel im paläontologischen und archäologischen Arbeitsbereich) da dazugehört (zum PVAC), wäre mein erster Vorschag ebenfalls ein Aceton-Versuch. Sollte eigentlich wirken.
« Letzte Änderung: 05 Dec 14, 00:48 von oliverOliver »

Offline harzgeist

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Re: PVAC-Lackierung entfernen ?
« Antwort #3 am: 05 Dec 14, 01:08 »
Hallo Michael,

erst mal vielen Dank für Deine Antwort. Einen Versuch wäre es wert, müsste dann wohl aber seeeehr lange drin liegen bleiben.
Das tückische an dem Zeug ist ja, dass nach der Verdunstung des Wassers eine Reaktion (Vernetzung / Polymerisation) stattfindet, wodurch es unlöslich wird. Soweit ich mich dazu belesen habe, kann allenfalls ein Quellen durch polare Lösungsmittel (wozu neben den von Dir genannten auch Wasser gehört) erreicht werden.
Vielleicht reicht es ja auch, die Stufe mehrere Wochen/Monate in Wasser zu legen, nur weiß ich nicht, ob da irgendwelche Zusätze (Detergentien, Basen/Säuren) den Vorgang beschleunigen können. Tetrachlorkohlenstoff (aus DDR-Feuerlöscher) wird nicht funktionieren, ist unpolar.
Es gibt da auch den "Handreiniger 2000", ein böses lösungsmittel- und tensidhaltiges Zeug, der bringt auch Dispersionsfarben (aber wohl auf Alkydharzbasis) zum Quellen. Jedenfalls verwende ich ihn nur sehr ungern seinem Namen entsprechend  >:(  >:(  wirkt aber :D    ...Was die Händ betrifft, an der Stufe noch nicht versucht.

Ich wollte mich im Vorfeld auch erst mal erkundigen, ob jemand schon einschlägige Erfahrungen gemacht hat oder vielleicht ein Chemie-Spezialist einen Hinweis geben kann. Möchte mir ersparen, die Stufe wochenlang (schneller wird's wohl kaum gehen) in irgend welches Zeug einzulegen, das letztendlich dann doch wirkungslos ist.

Also, wenn noch jemand einen Vorschlag hat...

Glück Auf
Thomas

PS: Lass' mal wieder was von Dir hören. Hast Du eigentlich was unternommen bezüglich der Listen?

@Oliver
Das Mowilith kenne ich nicht, aber ganz sicher auf PVAC-Basis sind alle gängigen Holz-(weiß) Leime, wozu auch das bekannte (und hier an anderer Stelle umstrittene) Ponal gehört.

Danke für die schnelle Antwort!
Thomas
« Letzte Änderung: 05 Dec 14, 01:23 von harzgeist »

Offline Fabian99

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Re: PVAC-Lackierung entfernen ?
« Antwort #4 am: 05 Dec 14, 09:16 »
Hallo,

Wiki liefert:"Polyvinylacetat ist unlöslich in Wasser, Butanol, Diethylether, Petrolether, und aliphatischen Kohlenwasserstoffen, jedoch löslich in niederen Alkoholen, zahlreichen Ketonen, Estern, zyklischen Ethern, aromatischen und chlorierten Kohlenwasserstoffen."

Also Methanol waere ein billiger aber giftiger = nicht trinken Ansatz. Meine Lieblingschemikerin ist gerade nicht da...

LG

Offline Nathan

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Re: PVAC-Lackierung entfernen ?
« Antwort #5 am: 05 Dec 14, 10:01 »
Hallo,
ich würde es mal mit Aceton oder Ethanol (also Spiritus) probieren.
Methanol dürfte als Privatperson schwer zu beschaffen sein und billig ist es auch nicht.
Gruß
Philipp

Offline Fabian99

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Re: PVAC-Lackierung entfernen ?
« Antwort #6 am: 05 Dec 14, 14:34 »
Hallo,

Preis liegt bei unter 3€/L - die Beschaffung in der Regel im nächsten Modellladen mit den kleinen Zweitaktmotoren oder mit dem Stichwort Brennstoffzelle (z.B. EFOY).

LG

Offline harzgeist

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Re: PVAC-Lackierung entfernen ?
« Antwort #7 am: 06 Dec 14, 17:21 »
Hallo,

herzlichen Dank für Eure Antworten. Ja, da war ich wohl einem gründlichen Irrtum unterlegen. Ist mal wieder ein Beispiel, dass Halbwissen manchmal schlimmer sein kann als völlige Unwissenheit (ich hätte dann wohl schon eher einen Versuch unternommen)!
Meine "Informationen" stammen noch aus den 60er/70er Jahren, als die Latex-Farben in der DDR aufkamen. Dass die nur für Wasser -und nicht für Lösungsmittel allgemein- gelten, war mir offensichtlich entgangen. Wieder was gelernt!

Weil ich andere Lösungsmittel gerade nicht im Haus habe, habe ich mal einen Test mit Ethylacetat (Nagellackentferner) gemacht. Der Überzug löst sich, zwar sehr zögerlich, aber immerhin.

Nochmals herzlichen Dank. Ihr habt mir zu einer schönen Fluorit-Stufe verholfen.

Glück Auf
Thomas

 

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