Arbeitsmittel / Means for work > Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation)

Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !

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Nathan:
Hier Bild 3 und 4.

Nathan:
Und Bild 5 und 6.

cmd.powell:

--- Zitat von: isbjoern am 01 Apr 15, 09:12 ---Hallo,

eine Frage/Anmerkung zu dem einen genannten Nachteil gegenüber den bekannten Pyritkonservierern: Spricht etwas dagegen, nach einer ersten (oder zweiten) ausgiebigen Wässerung die Stufe in möglichst hochprozentigen Ethanol (aus Kostengründen vermutlich mit MEK vergällt) zu legen (wenn man es ganz gut meint, ggf. noch mit Trocknungsmittel versehen und luftdicht abgeschlossen). Dann wieder trocknen.

Dann müsste man doch das Wasser ganz gut aus der Stufe bekommen. Mich interessiert das Thema auch, weil es mir eine sehr schöne alte Schwarzwald-Stufe mit Pyrit auf Fluorit aus den 1930er Jahren nach nur kurzer Lagerung in einer Schublade übel zerrissen hat -- jetzt will ich versuchen, die mit Loctiteverklebung + Pyritbehandlung zumindest ansatzweise zu retten...

Viele Grüße

- Björn

--- Ende Zitat ---
Moin Björn

Ich hatte die Tage ein ähnliches Problem: Bei einer Pyritstufe aus einer Sammlung, welche leider in einem feuchten Keller lag, waren deutliche Zerfallsspuren zu erkennen. Zunächst habe ich oberflächliche Eisenoxide mit Dithionit entfernt, allerdings ist es mir zunächst nicht gelungen, eine Wiederauftreten von Verfärbungen nach dem Trocknen zu verhindern. Ich habe die Stufe deshalb nach dem Wässern sofort in Isopropanol gelegt (gibt es in rauen Mengen bei eBay und ist 99.9%ig), dort 24 Stunden gelassen und danach trocknen gelassen. Hat gut funktioniert und es gab keine erneuten Verfärbungen.
Ich würde Isopropanol immer dem Ethanol vorziehen, da Isopropanol handelsüblich mit 99.9% daher kommt und dazu noch günstiger ist. Ethanol müsste man entweder 100% kaufen (teuer) oder erst aufwendig trocknen (nervig).

Graul:
Wollte mich mal für den super Tipp bedanken!!! Ich hab paar Fluorit/Baryt-Stufen mit Limonitkruste mittels "Dr. Beckmann Intensiv Entfärber" absolut super sauber bekommen!!!  ;D ;D ;D

harzgeist:
Aus aktuellem Anlass in einem Paralell-Thema https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,43097.0.html möchte ich mit diesem Beitrag eine Möglichkeit beschreiben, die Entfärberlösungen "aufzupeppen" und dabei gleichzeitig auf den Zusatz vom recht kostenintensiven EDTA verzichten zu können.

Als ich festgestellt hatte, dass das 'Heitmann'-Produkt ohne EDTA weitaus weniger wirksam ist als das von 'Dr. Beckmann', suchte ich nach einer Möglichkeit dies zu verändern - und das möglichst mit einem Supermarkt-Produkt. Nachdem ich auf der Suche nach einem geeigneten Komplexbildner bei Wasserenthärtern etc. nicht fündig geworden bin, kam mir die Idee, einen Teil des in beiden Produkten laut Herstellerangabe enthaltenen Natriumkarbonates mit Zitronensäure zu Natriumcitrat umzusetzen. Für meine ersten Versuche habe ich Zitronensaftkonzentrat (aus der Plastik-Zitrone im Küchenschrank) verwendet. Allerdings ist weder dessen Konzentration bekannt, noch der Anteil des Natriumkarbonates im Entfärber. Also überlegte ich folgendes: Natriumkarbonat setzt sich mit Zitronensäure zu Natriumcitrat um, das als Komplexbildner benötigt wird, wobei Kohlendioxid entsteht. Dieses wiederum reagiert mit weiterem Natriumkarbonat zu Natriumhydrogenkarbonat. Wenn alles Natriumkarbonat umgesetzt ist, wird weitere Säure mit dem Natriumhydrogenkarbonat reagieren, wobei das frei werdende Kohlendioxid nun nicht mehr gebunden werden kann und die Lösung zum Aufschäumen bringt. Hier ist dann der Punkt, an dem keine weitere Zitronensäure mehr zugegeben werden darf. Als Ergebnis erhält man eine Lösung, die der bekannten Wallerschen Lösung weitgehend entspricht. Soweit die Theorie.

Praktisch ist das ganz einfach durchzuführen:
Zuerst eine Lösung des Entfärbers herstellen und darauf achten, dass alles gelöst ist (die Lösung ist leicht milchig). Ich verwende einen Teelöffel bis einen Esslöffel Entfärber auf 1 Liter Wasser. In diese Lösung lasse ich langsam(!) und unter zügigem Umrühren(!) so lange Zitronensäurelösung laufen bis die gesamte Lösung schäumt - dieser Punkt ist recht plötzlich erreicht und ein deutlich erkennbar. Jetzt können die zu reinigenden Stufen in die nun klare Lösung gelegt werden.
Ich erwärme die Lösung samt Stufen in der Mikrowelle auf etwa 60° und lasse sie langsam abkühlen. Die Wirksamkeit ist verblüffend !! Das ganze kann natürlich durch Ultraschall noch beschleunigt werden, aber Vorsicht: die kalte, frisch zubereitete Lösung ist noch mit Kohlendioxid gesättigt und schäumt beim Einschalten des Ultraschallgerätes stark auf.
Noch ein Tipp: Die Plastik-Zitrone eignet sich bestens um die Zitronensäurelösung langsam und feinfühlig der Entfärberlösung zu zusetzen. Zitronensäurelösung gibt es fertig im Supermarkt zu kaufen oder kann selbst hergestellt (Konzentration spielt keine Rolle) und dann in eine leere Zitronensaft-Flasche eingefüllt werden.

Ein Vergleich der Produkte beider Hersteller zeigt, dass das Heitmann-Produkt mehr Zitronensäure aufnehmen kann als das von Dr. Beckmanns, weshalb ich das erstere vorziehe. Die Gefahr der gefürchteten Schwarzfärbung infolge Zersetzung (bei zu hoher Temperatur und Übersättigung durch Eisen) ist dann geringer.

Viel Erfolg beim Ausprobieren

Thomas

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