Hallo Philipp,
das kommt drauf an, was du machen willst. Bei einem leichten Eisenbelag und nur wenigen Stufen reicht sicherlich der Entfärber so wie er aus der Tüte kommt (dann Dr. Beckmann). Wenn du aber größere Mengen an Eisen aufzunehmen hast oder alkali-empfindliche Minerale dabei sind, solltest du mit Heitmann-Produkt plus Zitronensäure arbeiten. Mache ich jetzt nur noch so, fast routinemäßig bei allen frisch gesammelten Stufen nach der Grobreinigung und vor dem Ultraschall, es sei denn es gibt Gründe, kein Dithionit zu verwenden (z.B. Anglesit, Manganit&Co, Pyrargyrit, Vorsicht bei Malachit&Co).
Pyromorphit/Mimetesit hatte sich beispielsweise in purer Entfärberlösung fast aufgelöst, nach Zitronensäurezusatz gibt es keine Probleme mehr, konnte sogar glänzende(!) Kristalle unter einer dicken Limonitkruste freilegen (oft sind die aber schon von den Lösungen, die den Limonit abgelagert haben, bereits angegriffen).
Ich sehe es auch nicht als "Aufwand" an, ein paar ml Zitronensäurelösung in den Ansatz zu quirlen -weder finanziell, noch zeitlich. Das größere Aufnahmevermögen und das geringere Risiko gegen böse Überraschungen sind es mir einfach wert.
Übrigens: bei Pyrit würde ich lieber ohne Zitronensäure (dafür aber ggf. mit EDTA) arbeiten. Da kann es gar nicht alkalisch genug sein und außerdem setzt die Schwefelsäure aus dem Pyrit mit Natriumhydrogenkarbonat CO2-Gas frei, welches das Eindringen der Lösung behindert. Das passiert mit Soda als Puffer nicht oder nur lokal bei extremem Säureüberschuss und wird dann auch bald wieder absorbiert.
Thomas