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Autor Thema: Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !  (Gelesen 50392 mal)

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Offline pery

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Hallo Björn,
weil du gerade Beläge angesprochen hast...

Ich hatte auch an einigen Stücken Ablagerungen/Beläge, allerdings waren die intensiv türkisgrün.
Die ließen sich aber wie bei dir ebenfalls mechanisch leicht entfernen.
Woher das kommt würde mich aber schon interessieren.  ;)

In der Hauptsache lagen bei mir Fluorit, Baryt, Quarz, Hämatit und reichlich Granitmatrix in der Lösung.
Vielleicht hat das ja was mit den verwendeten Mineralien zu tun ?!
Was sagen unsere Chemiker in der Runde dazu?   8)

Offline harzgeist

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Hallo noch mal,

ich wollte gerade noch einen Nachtrag hinzufügen, um eine zusätzliche "normale" Erklärung für den Niederschlag zu geben, aber der ist im letzten Beitrag vom Björn schon enthalten: Die Limonitkrusten enthalten so gut wie immer auch unlösliches Material, z.B. Tonminerale oder eben einfach zusammengebackenen Dreck. Wenn dann das Eisenhydroxid weg ist, bleiben das logischerweise übrig. Ein Schwefelgeruch darf natürlich nicht auftreten. Ich denke es wird sich hier um Tonminerale gehandelt haben. Schwefel würde sich nicht auf den Stufen absetzen. Wenn sehr viel Schwefel gebildet wird (nicht im Zusammenhang mit Dithionit), klumpt der zusammen, ähnlich wie geronnene Milch. Halte ich hier für sehr unwahrscheinlich.

Felix, erst mal meinen Glückwunsch zu der super Stufe! Kann man sowas heute noch in Revier finden?
Zu den grünen Belägen kann ich nichts sagen, hab ich noch nicht gehabt, denke aber dass das an der Mineralisation auf der Stufe liegt. Waren die denn gleichmäßig auf der Stufe verteilt oder nur stellenweise?
Dass Du mit "Heitmann" annehmbare Resultate auch ohne Zitronensäurezusatz erzielen konntest, verwundert mich. Bei mir hat das nur mit sehr dünnen Belägen gut funktioniert. Dagegen hat "Dr. Beckmann" auch pur gute Ergebnisse ergeben, auch gegenüber hartnäckigem Lehm. Allerdings zeigte sich aufgrund des durch die Soda bedingten hohen pH-Wertes  eine große Aggressivität gegenüber z.B. Mimetesit und Pyromorphit. Die Kriställchen hatten verrundete Kanten und sahen wie abgelutscht aus. Das brachte mich erst auf die Idee, den pH-Wert duch vorsichtige Zugabe von Zitronensäure abzusenken. Nachden das funktioniert hatte, habe ich das dann auch mit "Heitmann" probiert und festgestellt, dass nun die Wirkung erheblich besser ist und sogar die von "Beckmann pur" noch übertrifft.

Harald, selbstverständlich hast du recht, das bei der Reaktion von Soda mit Zitronensäure CO2 gebildet wird !! Dieses führt jedoch nicht sofort zur Gasentwicklung, wenn man für eine sehr gute Durchmischung sorgt, sondern wird von weiterer Soda absorbiert und zu Natriumhydrogenkarbonat umgesetzt. Erst wenn kein Soda mehr in der Lösung vorhanden ist kommt es spontan zur Gasentwicklung durch Reaktion von Zitronensäure und Natriumhydrogenkarbonat. Dieser Punkt ist sehr gut als Indikator nutzbar, um nun keine weitere Säure mehr hinzu zu fügen. Eine (gewisse) Kontrolle der Stöchiometrie ist also gegeben, und die Resultate sind reproduzierbar, wenn auch nicht ganz optimal. Das gebildete Hydrogenkarbonat dürfte die zur Pufferung benötigte Menge weit übersteigen. Um noch näher an die Zusammensetzung der Wallerschen Lösung heran zu kommen, wäre weitere Zugabe von Zitronensäure zwar theoretisch möglich,  jedoch unpraktikabel. (Bitte nicht nachmachen ! Keiner weiß wann's genug ist  - wenn sich die Lösung zerstzt war's zuviel  ;))

Thomas

Offline pery

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Die bläulich-grünen Beläge waren nur stellenweise und eher selten. Fallen aber aufgrund der Farbe sofort ins Auge.
Vielleicht werde ichs doch nochmal mit Zitronensäure probieren wenn der Effekt, wie du berichtest, wessentlich besser ist.
Scheinbar waren meine Limmonitbeläge sehr dünn, den das Ergebnis war für mich mehr als zufriedenstellend.

und ja, solche Stücke kann man noch im Revier finden. Das oben gezeigte ist vom September 2016. Seit geraumer Zeit sind Sicherungsarbeiten des Bergamts an 2 ehem. Schachtanlagen im Gange. Da kam und kommt immer mal wieder was interessantes zuTage. Ne ordentliche Portion Glück und der richtige Zeitpunkt gehören aber schon dazu, das Bergamt neigt dazu, die Fundsituation so unattraktiv wie möglich zu gestalten  ;D

Offline Topas

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Ich habe nach Behandlung mit Dithionit diese wie von Harzgeist beschriebenen Tonminerale auf einigen Stufen. Hier speziell auf Quarz. Diese sind resistent gegen alle Chemie die ich zur Verfügung habe,selbst der mini Hochdruckreiniger versagt. Hat jemand vielleicht eine Idee wie man diese runter bekommt ? Für nen Tip wäre ich sehr dankbar. Es scheint sich hierbei um ein Ton/Sand Gemisch zu handeln.

GA  Topas

Offline harzgeist

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Hallo Frank

Solche Verkrustungen müssen nicht  unbedingt durch Tonminerale verursacht sein, diese sprachen bei mir immer gut auf Chemie an, sowohl auf konz.(!) Salzsäure als auch auf Dithionit oder Oxalsäure. Sie konnten immer soweit gelockert werden, dass sie sich mechanisch (Ultraschall oder Wasserstrahl) entfernen ließen.

Wenn du von "Sand" schreibst, erinnert mich das an einige von Quarzstufen, die ich vor vielen Jahren aus einer Kluft in einem Quarzgang bergen konnte. Manche Stufen wiesen zusätzlich zu der dunklen Lehmschicht, die sich nach Vorbehandlung entfernen ließ, auch einen sandigen Belag auf, der aus kleinsten Quarzsplittern besteht und aussieht wie besandete Dachpappe. Diese "Sandschicht" konnte nicht entfern werden, nicht einmal gelockert. Das Bindemittel ist in diesem Fall Kieselsäure. Vermutlich entstanden die Quarzsplitter durch tektonische Einwirkung, lagerten sich auf den Quarzkristallen ab und wurden dann (evtl noch während der Mineralisationsphase) durch Kieselsäurehaltige Lösungen verkittet - viele verheilte Bruchflächen an den Stufen lassen das vermuten.

Nach Duthaler/Weiß, 'Minerale reinigen und aufbewahren' kann in manchen Fällen eine über viele Stunden anhaltende Behandlung mit heißer Natronlauge und anschließende mechanische Entfernung zum Erfolg führen. Dazu kann ich aber keine Aussage machen, da ich meine Stufen so belassen habe. Es sind schließlich nicht alle Stufen aus diesem Fund betroffen und irgendwie gehören die anhaftenden Splitter ja auch zur Paragenese. Blitzsauber sind sie jetzt jedenfalls ;D.

Glück Auf

Thomas

Offline Axinit

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Ich habe nach Behandlung mit Dithionit diese wie von Harzgeist beschriebenen Tonminerale auf einigen Stufen. Hier speziell auf Quarz. Diese sind resistent gegen alle Chemie die ich zur Verfügung habe,selbst der mini Hochdruckreiniger versagt. Hat jemand vielleicht eine Idee wie man diese runter bekommt ? Für nen Tip wäre ich sehr dankbar. Es scheint sich hierbei um ein Ton/Sand Gemisch zu handeln.

GA  Topas

Servus,

Tonminerale (so es denn tatsaechlich welche sind - vielleicht machst Du einen Test mit einer Nadel) lassen sich fast immer sehr schonend entfernen:

Mergel und Tone (wenig oder nicht kalkhaltig) lassen sich gut durch Einlegen in REWOQUAD entfernen. Diese Methode wird haeufig in der Paleontologie angewandt; das Produkt gibt es bei z. B. bei der Fa. Krantz.

Erde, Lehm, "Kluftlehm" usw.  lassen sich fast immer sehr schonend beim Einlegen in eine waessrige Loesung von Natriumhexametaphosphat entfernen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sich so auch empfindliche Minerale wie Azurit reinigen lassen.

Letzere Methode wurde auch schon hier im MA vorgestellt (Beitrag u.a. von Juergen Lange), sind allerdings zum Entfernen von silikatisch gebundenen Belaegen ungeeignet.

Beide Verfahren sind schon seit langem bekannt und auch in der einschlaegigen Literatur beschrieben.

GA

Harald

Offline Topas

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Danke für eure antworten. Ich hab mir ein Stück nochmal unter dem Mikroskop angesehen. Das scheinen weiße kleine Mikrokristalle zu sein.Sehr hart und lassen sich auch nicht so einfach mit der Nadel lösen. Ich werde am Wochenende mal einen Versuch mit heißer Natronlauge machen

GA

 Topas

Offline pery

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ich hab eine Quarzstufe hier, die ähnliche "Symptome" aufweist (sandige Ablagerungen)!
Trotz aller Bemühungen einfach nicht zu entfernen.
Solltest du Erfolg haben, lass es mich bitte wissen ;)

Deutschland/Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Schwarzenfeld/Grube Bleiloch
Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !


Offline Topas

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Ja werd ich machen. In deinem Falle hätt ich mal mit dem Minihochdruckreiniger probiert,deine Abalagerungen scheinen gröber zu sein und sollten sich eigentlich weg schießen lassen. Nur mal so ne Idee,  ;)

Offline Topas

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Hallo Felix
Mit der Behandlung wurde leider nix,da ich das Zeug hier in Norwegen nicht so ohne weiteres ran bekomme. Muss ich warten bis ich zu Weihnachten wieder in Deutschland bin und mir von dort was mit nehmen. Ich hatte aber alternativ einige der Stücken mal einem Kollegen gegeben,der hat diese in heißer Natronlauge mehrere Stunden eingelegt und versucht diese danach mechanisch zu behandeln. Der Erfolg war ernüchternd. Kaum Ablösungen und weg ging auch nichts. Allerdings waren bei den Stücken in der Kluft auch welche dabei da hats letztenendes funktioniert. Na mal sehen ob mir oder jemand anderem noch was einfällt.

Gruß Topas

Offline pery

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Danke für die info Frank!


Ich habs inzwischen mal geschafft die Ablagerungen nach dem Dithionit-Bad zu fotografieren,
falls das noch von Interesse ist  :)

Offline Schatten

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Morjen Felix,

kann es sein, dass sich Galenit auf der Stufe befindet? Möglicherweise stammen die Ablagerungen von dem her?

Gruß
Silvio

Offline pery

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Morjen Felix,

kann es sein, dass sich Galenit auf der Stufe befindet? Möglicherweise stammen die Ablagerungen von dem her?

Gruß
Silvio

Nein, nicht das ich es bemerkt hätte, zumindest nicht als x  ;)

Galenit ist aber gelegentlich Begleiter von Stufen aus diesem Fundgebiet, also möchte ich es nicht ausschließen.

Sind das etwa typische Beläge die entstehen, wenn Bleiglanz mit Dithionit+Zitronensäure Kontakt hatte ???

Offline Sebastian

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 :D ich seh Bleiglanz auf der Stufe  ::)
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Gruß Sebastian
« Letzte Änderung: 17 Nov 16, 19:01 von Sebastian »

Offline Schatten

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Hi Felix,

auf dem ersten Bild im linkenen oberen Quadranten. Sieht nach angegriffenen Galenit aus. (Sebastian hats gleich gesehen ;))
Solchen "Gammel" (also Deine Belege auf Quarz) hab ich öfter als Verwitterungsprodukt auf Hasseröder Stufen.
Meist sind es weißliche bis (grün-)gräuliche Schmadderkrusten. Ich habe immer vermutet, dass es sich um Überreste von Galenit handelt (wer kann möge mich berichtigen).
Bisher hats mich nie wirklich gestört, da es zur Paragenese der Stufe gehört (klingt blöd is aber so  ;D).
Darum kann ich nicht sagen, wie Du das los wirst...evtl. HCL falls es sich um ein Cerussit-Schmutz-Gemenge handelt? Bei Anglesit-Schmutz-Gemenge wirds mit Säuren etwas mühsamer (glaube ich mich zu erinnern).

Gruß
Silvio

 

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