Hallo noch mal,
ich wollte gerade noch einen Nachtrag hinzufügen, um eine zusätzliche "normale" Erklärung für den Niederschlag zu geben, aber der ist im letzten Beitrag vom Björn schon enthalten: Die Limonitkrusten enthalten so gut wie immer auch unlösliches Material, z.B. Tonminerale oder eben einfach zusammengebackenen Dreck. Wenn dann das Eisenhydroxid weg ist, bleiben das logischerweise übrig. Ein Schwefelgeruch darf natürlich nicht auftreten. Ich denke es wird sich hier um Tonminerale gehandelt haben. Schwefel würde sich nicht auf den Stufen absetzen. Wenn sehr viel Schwefel gebildet wird (nicht im Zusammenhang mit Dithionit), klumpt der zusammen, ähnlich wie geronnene Milch. Halte ich hier für sehr unwahrscheinlich.
Felix, erst mal meinen Glückwunsch zu der super Stufe! Kann man sowas heute noch in Revier finden?
Zu den grünen Belägen kann ich nichts sagen, hab ich noch nicht gehabt, denke aber dass das an der Mineralisation auf der Stufe liegt. Waren die denn gleichmäßig auf der Stufe verteilt oder nur stellenweise?
Dass Du mit "Heitmann" annehmbare Resultate auch ohne Zitronensäurezusatz erzielen konntest, verwundert mich. Bei mir hat das nur mit sehr dünnen Belägen gut funktioniert. Dagegen hat "Dr. Beckmann" auch pur gute Ergebnisse ergeben, auch gegenüber hartnäckigem Lehm. Allerdings zeigte sich aufgrund des durch die Soda bedingten hohen pH-Wertes eine große Aggressivität gegenüber z.B. Mimetesit und Pyromorphit. Die Kriställchen hatten verrundete Kanten und sahen wie abgelutscht aus. Das brachte mich erst auf die Idee, den pH-Wert duch vorsichtige Zugabe von Zitronensäure abzusenken. Nachden das funktioniert hatte, habe ich das dann auch mit "Heitmann" probiert und festgestellt, dass nun die Wirkung erheblich besser ist und sogar die von "Beckmann pur" noch übertrifft.
Harald, selbstverständlich hast du recht, das bei der Reaktion von Soda mit Zitronensäure CO2 gebildet wird !! Dieses führt jedoch nicht sofort zur Gasentwicklung, wenn man für eine sehr gute Durchmischung sorgt, sondern wird von weiterer Soda absorbiert und zu Natriumhydrogenkarbonat umgesetzt. Erst wenn kein Soda mehr in der Lösung vorhanden ist kommt es spontan zur Gasentwicklung durch Reaktion von Zitronensäure und Natriumhydrogenkarbonat. Dieser Punkt ist sehr gut als Indikator nutzbar, um nun keine weitere Säure mehr hinzu zu fügen. Eine (gewisse) Kontrolle der Stöchiometrie ist also gegeben, und die Resultate sind reproduzierbar, wenn auch nicht ganz optimal. Das gebildete Hydrogenkarbonat dürfte die zur Pufferung benötigte Menge weit übersteigen. Um noch näher an die Zusammensetzung der Wallerschen Lösung heran zu kommen, wäre weitere Zugabe von Zitronensäure zwar theoretisch möglich, jedoch unpraktikabel. (Bitte nicht nachmachen ! Keiner weiß wann's genug ist - wenn sich die Lösung zerstzt war's zuviel

)
Thomas